Kurhaus Thalhof

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Der Thalhof in Reichenau

Der Thalhof in Reichenau an der Rax (Österreich) wurde erstmals im Jahre 1652 als Landgut erwähnt, das Ignaz Waissnix innerhalb weniger Jahre zu einem beachtlichen Gastbetrieb mit allem Komfort der damaligen Zeit ausbaute.

Zu Beginn des Tourismus in der Biedermeierzeit rangierte der Thalhof unter den Spitzenhotels und Beschreibungen des Ortes und seiner Umgebung dominierten die Reiseliteratur. Neben Mitgliedern des Adels logierten auch Staatsmänner, Dichter und Schauspieler im Thalhof, was durch Einträge im Fremdenbuch des Thalhofes aus 1832 belegt wird.

Ab 1853 waren die Waldgebiete rund um Reichenau den königliche Jagden vorbehalten. Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth unternahmen mehrere Jagdreisen nach Reichenau und logierten im Thalhof.

Bis 1890 wurde der Thalhof zu einem Grand Hotel ausgebaut. Während dieser Jahre traf sich dort die künstlerische und intellektuelle Elite Wiens, zu deren prominentesten Vertretern Arthur Schnitzler und Peter Altenberg zählten. Hier trafen sich Wissenschaftler für ernsthafte Gespräche, Künstler fanden neue Inspiration, Geschäfte wurden abgeschlossen und so manche Romanze fand ihren Anfang. Carl Caro schrieb im Thalhof 1881 seine einaktige Verwechselungskomödie "Die Burgruine", die 1882 vom Verband deutscher Schriftsteller und Künstler "Concordia" in Prag prämiert wurde und daraufhin im K.k. Hoftheater nächst der Burg, dem alten Burgtheater, und auf vielen Bühnen im deutschsprachigen Kulturraum bis in die 1920er Jahre zur Aufführung kam, u.a. auch im Thalhof mit Olga Waissnix in einer der beiden Hauptrollen.

Durch die Beziehung der Thalhof-Gastgeberin Olga Waissnix mit dem Schriftsteller Arthur Schnitzler fand der Thalhof seinen Weg in die Fin-de-siècle-Literatur.

Seit den 1980er-Jahren werden Theaterproduktionen am Thalhof aufgeführt. Seit 2015 werden mit dem „Salon5 an der Rax“ unter der Leitung von Anna Maria Krassnigg klassische dramatische Stoffe aus zeitgenössischer Perspektive sowie zeitgenössische Dramatik und ein Begleitprogramm aus Literatur- und Geisteswissenschaften geboten.[1]

Heute ist der Thalhof in Privatbesitz und steht unter Denkmalschutz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Pap: Der Thalhof bei Reichenau a. d. Rax, Kral Verlag 2015, ISBN 978-3-99024-361-9
  • Christina Wolf: Der Einfluss der Beziehung zu Olga Waissnix auf Leben und Werk Arthur Schnitzlers, GRIN Verlag 2003, ISBN 978-3-638-20738-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kurhaus Thalhof, Reichenau an der Rax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Salon5 an der Rax. Abgerufen am 28. März 2016.

Koordinaten: 47° 42′ 17″ N, 15° 50′ 49″ O