Kurt Gerlach (Schriftsteller)

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Kurt Gerlach (* 4. März 1889 in Dresden; † 13. März 1976 ebenda) war ein deutscher völkischer Schriftsteller und Verfasser von Laienspielen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerlach war der Vater der Schriftsteller Tine Schulze-Gerlach und Hubert Gerlach und Großvater des Sängers und Fernsehmoderators Hartmut Schulze-Gerlach. Er unterrichtete in der Schule in Rähnitz-Hellerau bei Dresden und verfasste vor und während der Zeit des Nationalsozialismus eine Reihe erfolgreicher Romane und Erzählungen national-völkischen Gehalts. Außerdem verfasste er Märchen- und Laienspiele.

Als Beiträge zur Theorie eines völkisch-nationalsozialistischen Dramas verfasste er Anfang der 1930er Jahre die Schriften Aufleuchten, Deutscher Aufbruch und Drama und Nation. In dem 1929 erschienenen Buch Begabung und Stammesherkunft im deutschen Volke versuchte er, die Verteilung kreativer, wissenschaftlicher, politischer und militärischer Begabungen mit den Siedlungsgebieten der deutschen Stämme zu korrelieren und kam zu dem Schluss, das vor allem die Grenz- und Vermischungsregionen in besonders hohem Maße solche Talente hervorbrächten.[1]

In den 1940er Jahren begann Gerlach über Themen der Geomantik zu publizieren. Ähnlich den von Alfred Watkins in Großbritannien „entdeckten“ Ley-Linien entwickelte Gerlach ein weitgespanntes Netz geometrischer Linien in Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, das anders als die britischen Leys nicht vorgeschichtliche Denkmale, sondern Kirchengründungen des 10. und 11. Jahrhunderts verband. Entsprechende Aufsätze veröffentlichte er vor allem in der Zeitschrift Germanien.[2] Einige dieser Aufsätze erschienen 1976 in englischer Übersetzung.[3]

Nach 1945 wohnte er weiterhin in Hellerau, arbeitete als Metallschleifer[4] und veröffentlichte nur noch einige Laienspiele.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Germantik, das rechte Leben. Das ist ein Büchlein deutsch. Matthes, Leipzig 1914.
  • Wallfahrt nach Raben. Erzählung. Reihe Zweifäusterdruck Bd. 1. Matthes, Hellerau 1918.
  • Der Pumphut. Hütchengeschichten. Illustrationen von Robert Budzinski. Zweifäusterdruck Bd. 3. Matthes, Hellerau 1918.
  • Die lustige Geschichte zwischen Rom und Sorge. Illustrationen von Fritz Buchholz. Zweifäusterdruck Bd. 57. Matthes, Hellerau 1920.
  • Buch der Blondheit. Leipzig 1920.
  • Neues Spiel vom Doktor Faust. Leipzig 1921.
  • Der Jüngling. Gedichte. Leipzig 1921.
  • Fernstenliebe. Bilder von der Erneuerung des Abendlandes. Aufstieg, Leipzig 1923.
  • Schneewittchen. Ein Märchenspiel. Hellerau 1925.
  • Die Rüpel und das Kind. Ein Spiel. Hellerau 1925.
  • Krabat oder Die Zauberschule. Kleines Gruselbuch. Hellerau 1925.
  • Hänsel und Gretel. Ein Märchenspiel. Hellerau 1925.
  • Die sieben Raben. Ein Märchenspiel. Hellerau 1926.
  • Ragnarök. Roman aus dem Ende der nordischen Steinzeit. Hellerau 1927.
  • Der Christmarkt. Ein Weihnachtsspiel. Berlin 1927.
  • Begabung und Stammesherkunft im deutschen Volke. Feststellungen über die Herkunft der deutschen Kulturschöpfer in Kartenbildern. J. F. Lehmann, München 1929.
  • Zwischen den Fronten oder Der Krieg von unten. Roman. Hellerau 1929.
  • Der Knabe im Walde. Eine Ausreissergeschichte. Hellerau 1930.
  • Aufleuchten. Das Spiel der Jugendbewegung im Vor-Bild der Urburschenschaft. Leipzig 1931.
  • Deutscher Aufbruch. Ein Beitrag zur Wegbereitung des neuen Laienspiels und Dramas. Leipzig 1931.
  • Drama und Nation. Ein Beitrag zur Wegbereitung eines nationalsozialistischen Dramas. Breslau 1934.
  • Kleine Schriften über geometrische Verhältnisse zwischen deutschen Orts- und Klöstergründungen und über den Amsten. 2 Teile. Dresden 1934.
  • Das Lächeln Sankt Veits oder Die große Zauberei der Schwarzen Brüder. Leipzig 1939.
  • Die Birken in den Steinen. Roman. Matthes, Prag 1942.
  • Die weite Fahrt. Roman aus dem Ende der nordischen Steinzeit. Roman. Leipzig 1943.
  • Die Straße nach Prag. Leipzig 1943.
  • Die Magd und das Gericht. Ein Spiel von der Ehrfurcht vor dem Leben. Weinheim 1957.
  • Ich bin Napoleon. Szenischer Querschnitt durch ein Diktatorenleben. Weinheim 1957.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidemarie Stegmann-Meißner: Gerlach, Kurt. In: Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2., vollst. überarb. Aufl. de Gruyter, Berlin 2009, Bd. 4, S. 182 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christopher Hutton: Race and the Third Reich: Linguistics, Racial Anthropology and Genetics in the Dialectic of ›Volk‹. Polity, 2005, ISBN 0745631770, [IWDyVPi6pHgC S. 151]http://vorlage_digitalisat.test/1%3DIWDyVPi6pHgC~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA151~doppelseitig%3D~LT%3DS.%20151~PUR%3D.
  2. Germanien. Monatshefte für Vorgeschichte zur Erkenntnis deutschen Wesens. Forschungs- und Lehrgemeinschaft ›Das Ahnenerbe‹. Waischfeld 1929–1943, ZDB-ID 216755-4. Aufsätze von Gerlach zum Beispiel: Frühdeutsche Landmessungen 1940; Material zu den frühdeutschen Landvermessungen 1940; „Heilige“ oder zweckmäßige Linien über Böhmen 1942; „Richt“-Linien durch Deutschland 1943.
  3. Josef Heinsch, Kurt Gerlach: Central European geomancy. Hg. von Nigel Pennick, Prudence Jones, Michael Behrend. Institute of Geomantic Research, Cambridge 1976, ISBN 0905376021; Leys of the German Empire. Institute of Geomantic Research, Cambridge 1976.
  4. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1952, s.v. Gerlach, Kurt.