Kurt Goerttler

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Kurt Goerttler (* 17. Mai 1898 in Sondershausen; † 16. April 1983 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Anatom und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Goerttler war der Sohn des Vermessungsrates Paul Goerttler (1864−1929) und dessen Ehefrau Nikoline, geborene Grilck (1871−1964). Sein älterer Bruder war der Veterinär Victor Goerttler (1897−1982). Von 1915 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil.[1] Nach Kriegsende schloss er sich dem Freikorps Epp an.[2] Er absolvierte ab 1919 ein Medizinstudium an den Universitäten Marburg, Würzburg, Freiburg im Breisgau und Hamburg, das er mit Staatsexamen 1922 abschloss. Er wurde 1923 in Hamburg zum Dr. med. promoviert und approbiert. Danach war er als Assistent an den Anatomischen Instituten der Universitäten Würzburg und München beschäftigt. Er habilitierte sich 1926 in München. 1932 wurde er außerplanmäßiger Professor an der Universität Kiel, wo er seit 1927 zweiter Prosektor gewesen war. Im Oktober 1932 ging er an die Universität Zürich, wo er erster Prosektor und ordentlicher Professor wurde.[1] Er wurde 1933 Mitglied der NSDAP.[2] Mitte März 1934 wurde er als Ordinarius an die Universität Hamburg berufen und wechselte zu November 1935 an die Universität Heidelberg, wo er jeweils als Direktor auch dem Anatomischen Institut vorstand. In den 1930er Jahren lehnte er Rufe an die Universitäten Bern, Zürich und Hamburg ab. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er zur Wehrmacht eingezogen und leistete bis September Kriegsdienst als Stabsarzt. [1]

Nach Kriegsende wurde Goerttler durch die amerikanische Militäradministration vom Hochschuldienst in Heidelberg suspendiert.[1] Im Mai 1947 wurde er nach einem Spruchkammerverfahren als Mitläufer entnazifiziert.[3] Er folgte 1948 dem Ruf an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. An letzterer war er 1950/51, 1956/57 und 1957/58 auch Dekan. Goerttler wurde im Jahr 1964 zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Seit 1937 war er korrespondierendes und seit 1965 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er wurde 1965 emeritiert.[1] Er war Verfasser zahlreicher Schriften auf dem Gebiet der Anatomie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1933–1986. Berlin/ Heidelberg 2009, S. 229
  2. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, S. 191
  3. Felix Sommer: Anatomie. In: Wolfgang U. Eckart, Volker Seilin, Elke Wolgast (Hrsg.): Die Universität Heidelberg Im Nationalsozialismus. Springer, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-540-21442-7, S. 653