Kurt Holter

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Kurt Holter (* 3. Oktober 1911 in Wels; † 28. Dezember 2000 ebenda) war ein österreichischer Historiker und Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Holter entstammte einer alteingesessenen Welser Kaufmannsfamilie und besuchte von 1917 bis 1930 die Volksschule und das Bundesgymnasium in Wels. Anschließend studierte er an der Universität Wien Orientalistik, Kunstgeschichte und Geschichte u. a. bei Josef Strzygowski, Julius von Schlosser, Hans Hirsch und Otto Brunner. 1935 wurde er promoviert, 1936 legte er die Staatsprüfung am Institut für Österreichische Geschichtsforschung ab. Ab Juli 1936 arbeitete er als Volontär in der Handschriftensammlung der Wiener Nationalbibliothek, legte Ende 1937 die Bibliotheksprüfung ab. Er war in dieser Zeit Mitglied der NSDAP und ab 1939 an der Beschlagnahmung von Büchern beteiligt.[1] Im Jahr 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und kehrte 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und arbeitete zunächst für das Stift Kremsmünster. 1948 trat er in die familiäre Welser Sanitärgroßhandelsfirma Holter als selbständiger Kaufmann ein. Daneben blieb er jedoch weiter wissenschaftlich tätig. 1970 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Salzburg ernannt.

1953 begründeter er den Musealverein Wels wieder und war von 1959 bis 1994 dessen Obmann, von 1964 bis 1991 auch Präsident des Oberösterreichischen Musealvereins. 1970 bis 1990 war er Vorstandsmitglied des Österreichischen Arbeitskreises für Stadtgeschichteforschung.

Holter verfasste zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, einerseits zu Themen der Buchmalerei, Handschriftenkunde und Bibliothekswesen, andererseits zur Landesgeschichte von Wels und Oberösterreich. Besonderes Anliegen waren ihm Denkmalschutz und Stadtbildpflege insbesondere in seiner Heimatstadt Wels.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Galenhandschrift und die Makamen des Hariri der Wiener Nationalbibliothek. In: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien. N.F. 11, 1937, S. 1–48, auch separat als Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien. Sonderheft 104. Schroll, Wien 1937 (Dissertation).
  • Chronik der Welser Kunstmühle und der Familie Fritsch. Wels 1949.
  • Altpernstein. Geschichte der Burg und Herrschaft Pernstein im Kremstal. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1951.
  • Der Codex Millenarius. Oberösterreichisches Landesarchiv, Böhlau, Graz/Köln 1959.
  • Urkunden und Regesten zur Kulturgeschichte des Gerichtsbezirkes Wels (= Archivalische Vorarbeiten zur Österreichischen Kunsttopographie. Band 34/I). Oberösterreichischer Musealverein, Linz 1980.[2]
  • Bauernhausforschung im Gerichtsbezirk Wels. Siedlungs-, herrschafts- u. baugeschichtliche Studien. In: Oberösterreichischer Musealverein (Hrsg.): Beiträge zur Landeskunde von Oberösterreich. 1, 8, Linz 1983, 183 Seiten.
  • Buchkunst – Handschriften – Bibliotheken. Beiträge zur mitteleuropäischen Buchkultur vom Frühmittelalter bis zur Renaissance. Hrsg. von Georg Heilingsetzer und Winfried Stelzer. 2 Bände, Linz 1996, ISBN 3-9500627-0-X (gesammelte kleine Schriften).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Aspernig: Kurt Holter (1911–2000). In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins. 147/1, Linz 2002, S. 671–673 (PDF (1,5 MB) auf ZOBODAT).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Murray G. Hall, Christina Köstner: „… allerlei für die Nationalbibliothek zu ergattern …“ Eine österreichische Institution in der NS-Zeit. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2006, ISBN 3-205-77504-X, S. 85–86 u. ö.
  2. Besprechung in den Mitteilungen der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich. 10_1, Linz 1980, S. 2 (PDF auf ZOBODAT).