Kurt Remele

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Kurt Remele (* 17. September 1956 in Bruck an der Mur) ist ein österreichischer römisch-katholischer Theologe und ao. Professor (Associate Professor) für Ethik und christliche Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remele studierte Theologie und Anglistik/Amerikanistik in Graz und Bochum. In seiner theologischen Dissertation beschäftigte er sich mit dem zivilen Ungehorsam. In seiner Habilitationsschrift im Fach Ethik und christliche Gesellschaftslehre setzte er sich mit der Frage auseinander, wie sich Selbstverwirklichung und Gemeinwohl in einer individualisierten Gesellschaft zueinander verhalten („Tanz um das goldene Selbst?“). Dafür erhielt Remele den Kardinal-Innitzer-Förderungspreis und den Leopold-Kunschak-Preis. Von Januar bis Juni 2003 war er Fulbright Scholar an der Catholic University of America in Washington, D.C. Im Wintersemester (Fall Semester) 2007/08 unterrichtete Remele als Gastprofessor am Department of Philosophy der University of Minnesota in Minneapolis. Eine weitere Gastprofessur hatte er von September 2011 bis Mai 2012 am Department of Religious Studies der Gonzaga University in Spokane, Washington State (USA).

Remeles Forschungsschwerpunkte sind katholische Sozialethik, politische Ethik, Kulturethik, Ethik und Religionen, Religionssoziologie, Umwelt- und Tierethik. In zahlreichen Vorträgen und Publikationen plädierte er für eine tierfreundliche theologische Ethik, in der Tiere nicht instrumentalisiert, sondern als empfindungsfähige Mitgeschöpfe ("sentient beings") respektiert werden. In diesem Sinne übt er auch Kritik an einer einseitigen christlichen Anthropozentrik und fordert die christlichen Kirchen auf, ihre eigenen tierfreundlichen Traditionen wieder zu entdecken und von anderen Religionen und neueren philosophischen Ethikansätzen zu lernen. Remele ist seit 2009 Fellow des von Prof. Andrew Linzey geleiteten Oxford Centre for Animal Ethics.

Remele ist mit Cordula Fischer verheiratet. Die beiden haben drei Kinder. Remele hat sich über zwei Jahrzehnten lang vegetarisch ernährt und ist nun Veganer. Er liest gerne englischsprachige Literatur, vor allem Werke von P. G. Wodehouse, Garrison Keillor und Paul Theroux.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ziviler Ungehorsam: eine Untersuchung aus der Sicht christlicher Sozialethik. Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-04532-X (Dissertation).
  • mit Peter Inhoffen, Ulrike Saringer: Demokratische Prozesse in den Kirchen? Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12638-0.
  • Tanz um das goldene Selbst? Therapiegesellschaft, Selbstverwirklichung und Gemeinwohl. Styria, Graz 2001, ISBN 3-222-12909-6 (Habilitationsschrift).
  • Zwischen Apathie und Mitgefühl. Religiöse Lehren aus tierethischer Perspektive. In: Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik (Hrsg.): Tierrechte. Eine interdisziplinäre Herausforderung. H. Fischer, Erlangen 2007, ISBN 978-3-89131-417-3, S. 254–270.
  • Von Hermelinen, Menschen und Gott: christliche Tierethik. In: Edith Riether, Michael Noah Weiss (Hrsg.): Tier – Mensch – Ethik (= Schriftenreihe der Initiative Weltethos Österreich. Bd. 5). Lit, Münster 2012, ISBN 978-3-643-50301-5, S. 169–188.
  • Die Würde des Tieres ist unantastbar. Eine neue christliche Tierethik. Kevelaer: Butzon & Bercker 2016. ISBN 978-3-7666-2233-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]