Kurt von Koseritz

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Friedrich Fedor Kurt von Koseritz (* 25. Oktober 1838 in Dessau; † 1. März 1916 in Gernrode/Harz) war ein deutscher Staatsmann.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steg der Villa Cortine
Grabanlage in Dessau

Koseritz besuchte das Gymnasium in Dessau. Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Staats- und Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1859 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.[1] Nach dem Studium und der Promotion zum Dr. jur. wurde er 1861 Auskultator bei der Kreisdirektion in Köthen und 1866 herzoglich-anhaltischer Regierungsreferendar. 1872 trat er in den preußischen Staatsdienst über. Von 1873 bis 1889 war er Landrat des Landkreises Wittenberg.[2] Von 1890 bis 1892 war er Polizeipräsident in Potsdam. 1892 wurde er als Nachfolger von Anton von Krosigk zum Anhaltischen Haus- und Staatsminister berufen. Das Amt hatte er bis 1903 inne. In seinem Ruhestand lebte er auf seiner Besitzung am Gardasee.

Von 1886 bis 1892 saß Koseritz als Abgeordneter des Wahlkreises Merseburg 2 (Schweinitz, Wittenberg) im Preußischen Abgeordnetenhaus. Er gehörte der Fraktion der Konservativen Partei an. Zwischenzeitlich wegen seiner Beförderung zum Polizeipräsidenten ausgeschieden, schied er am 16. Mai 1892, einen Tag nach seiner Ernennung zum Staatsminister in Anhalt, endgültig aus dem Preußischen Abgeordnetenhaus aus. Er erwarb große Teile der Halbinsel Sirmione im Gardasee und erbaute dort ab 1898 die Villa von Koseritz. Dort lebte er seit seiner Pensionierung 1903 bis zur Enteignung durch den italienischen Staat 1915 im Ersten Weltkrieg als Folge des Londoner Vertrages. Die Villa wird heute unter dem Namen Villa Cortine als Luxushotel betrieben.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Koseritz in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 525–526. (Digitalisat)
  • Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 227.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kurt von Koseritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korpslisten 1910, 120, 543
  2. Landkreis Wittenberg Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf der Website territorial.de (Rolf Jehke)
  3. Kurt von Koseritz auf www.palacehotelvillacortine.com (englisch) mit Bildern