Kurze Marine-Kanone 12 L/16 (Gamma-Gerät)

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Kurze Marine-Kanone 12 L/16 (Gamma-Gerät)


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 42-cm-Gamma-Mörser
Herstellerland: Deutsches Kaiserreich
Entwickler/Hersteller: Krupp, Essen
Entwicklungsjahr: ab 1906
Produktionszeit: 1912 bis 1918
Stückzahl: ~ 10
Technische Daten
Rohrlänge: 6,723 m
Kaliber:

42 cm

Kaliberlänge: L/16
Kadenz: 0,1 Schuss/min
Höhenrichtbereich: +43° bis +75 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 46°

Die Kurze Marine-Kanone 12 L/16 (Gamma-Gerät) war ein schwerer 42-cm-Mörser, der vom deutschen Heer im Ersten Weltkrieg sowie im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht eingesetzt wurde. Dieser 42-cm-Mörser wurde ebenso wie die anderen 42-cm-Mörser des deutschen Heeres sowohl in Deutschland als auch bei den Alliierten Dicke Bertha genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 wurden fünf Exemplare unter der Entwicklungsbezeichnung Kurze Marine-Kanone 12 L/16 in das deutsche Heer eingeführt. Ihre Aufgabe war die Zerstörung belgischer und französischer Forts mittels festungsbrechender Munition. Der Transport der 150 Tonnen schweren Geschütze zum Einsatzort erfolgte mit der Eisenbahn auf zehn Güterwaggons. Es war ein Betonfundament erforderlich, dessen Aushärtezeit eine Woche betrug, hinzu kamen mehrere Tage für die Montage bis zur Feuerbereitschaft des Mörsers.[1] Diese Mörser und fünf nachträglich gefertigte wurde während des Ersten Weltkrieges eingesetzt. Es standen 18 Ersatzrohre zur Verfügung.[2] Laut des Friedensvertrages von Versailles mussten die Geschütze nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zerstört oder den Alliierten übergeben werden. Ein Geschütz wurde nachträglich aus Einzelteilen bei Krupp montiert.[3] Zunächst 1936/37 zu Schussversuchen verwendet, wurde es 1939 wieder in das Heer eingegliedert und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Der erste Einsatz war am 7. Juni 1942 bei der Belagerung der Festung Sewastopol. Im September 1944 wurde das Geschütz bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes eingesetzt. Der Verbleib des Geschützes ist unbekannt.[4] Während des Zweiten Weltkrieges wurden 1003 Kilogramm schwere Betongranaten verschossen. Die Lebensdauer eines Rohres betrug ungefähr 1000 Schuss.

Aufgrund der geringen Mobilität und der zeitaufwändigen Montage bestellte das preußische Kriegsministerium bei Krupp einen 42-cm-Mörser in Radlafette, die Kurze Marine-Kanone 14 („M-Gerät“) – bekannt geworden als Dicke Bertha.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945. 2. Auflage, Spezialausgabe, Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02481-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 42-cm-Gamma-Mörser – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Jäger: German Artillery of World War One," The Crowood Press, ISBN 1-86126-403-8
  2. Franz Kosar: Die schweren Geschütze der Welt. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02204-4, S. 65
  3. Rudolf Lusar: Riesengeschütze und schwere Brummer einst und jetzt, J.F. Lehmanns Verlag München, ISBN 3-469-00363-7
  4. [1]