Kusey

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Kusey
Stadt Klötze
Koordinaten: 52° 34′ 55″ N, 11° 5′ 33″ O
Höhe: 64 m
Fläche: 37,77 km²
Einwohner: 809 (30. Jun. 2017)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039005
Kusey (Sachsen-Anhalt)
Kusey
Kusey
Lage von Kusey in Sachsen-Anhalt

Kusey ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Westen der Altmark und am nördlichen Rand des Drömling.

Der Bahnhof Kusey liegt an der hier stillgelegten Bahnstrecke Oebisfelde–Salzwedel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kusey ist eine wendische Gründung. Der Name kommt vom altslawischen/polnischen koza für „Ziege“ oder dem altslawischen kosŭ für „Amsel“ und bedeutet demnach so viel wie „Ziegenort“ oder „Amselort“.[1]

Das heutige Dorf Kusey entstand aus drei dicht beieinander liegenden Dörfern:

  • Köbbelitz (urkundliche Ersterwähnung 1053)
  • Kusey (1339 erstmals erwähnt)
  • Lupitz (Ersterwähnung 1555)

Diese drei Orte wurden am 1. Juli 1950 zum jetzigen Kusey vereinigt.[2] Jeder der drei Ortsteile war auch im Wappen des Ortes vertreten. So standen die Lupinen für den Ortsteil Lupitz, in dem der Agrarforscher Albert Schultz-Lupitz wirkte. Die Rohrkolben zeigten die ursprüngliche Nähe des Ortsteils Kusey zum Feuchtgebiet Drömling. Schließlich deutet der Pferdekopf auf den Ursprung des Namens Köbbelitz hin. Auch an den beiden Kirchen von Kusey und Köbbelitz sowie dem Glockenturm von Lupitz kann man die ehemalige Eigenständigkeit der drei Ortsteile erkennen. Im Jahr 1910 lebten 339 Einwohner in Kusey.[3]

Am 22. Februar 1945 wurde der Bahnhof Kusey von alliierten Flugzeugen angegriffen. Bei diesem Angriff verloren 25 Personen ihr Leben.[4] Heute erinnert ein Gedenkstein am Bahnhof an dieses Ereignis. Er trägt die Inschrift: Nie wieder! 22.2.1945.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Köbbelitz und Lupitz eingegliedert.

Die Gemeinde Röwitz wurde am 1. August 2002 nach Kusey eingemeindet.[5] Seit dem 1. Januar 2005 gehörte Kusey, bedingt durch die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Jeetze-Ohre-Drömling, zur Verwaltungsgemeinschaft Klötze.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kusey am 13. Januar 2009, dass die Gemeinde Kusey in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[6][7]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kusey wurden Kusey und Röwitz Ortsteile der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kusey und künftigen Ortsteile Kusey und Röwitz wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Klötze. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kusey wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Kirche in Kusey

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war Matthias Mann.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV 1919 Kusey verfügt über die Sparten Fußball (nur Männer), Volleyball, Tischtennis und Gymnastik.

Überregional in die Medien bis hin in zum ZDF[8] gelangte Kusey 2016 wegen seines Fußballplatzes am Lateiner Weg.[9][10] Angelegt worden war der Sportplatz Ende der 1960er Jahre von den Einwohnern. Seit der Wiedervereinigung gehörte er fünf verschiedenen Eigentümern, die Stadt zahlte Pacht und TSV Kusey, Schüler und die Kita nutzten ihn. 2013 verkaufte einer der Eigentümer seinen Anteil an einen Kuseyer Landwirt. Nachdem nachträgliche Versuche der Stadt, den Flächennutzungsplan zu ändern, vor dem Verwaltungsgericht scheiterten, zog der neue Besitzer im Frühjahr 2016 einen 2,20 m hohen Zaun quer über den Fußballplatz.[11] Der Verein wich schließlich auf einen anderen Platz am Ort aus, der Rest des bestehenden Platzes wurde als Kleinspielfeld mit Laufbahn und Weitsprunganlage für die Grundschule weiter genutzt.[12]

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Grundschule am Lateiner Weg wurde 1977 ein Gedenkstein errichtet zur Erinnerung an den kommunistischen Pädagogen und thüringischen Staatsminister Dr. Theodor Neubauer, der 1945 in Brandenburg-Görden ermordet worden war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Hartmann: Krieg in meiner Heimat. Ereignisse aus Kunrau und Kusey. Museums- und Heimatverein Brome e.V., Brome 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kusey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 328
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. Gemeindeverzeichnis von 1910
  4. Wilhelm Hartmann: Krieg in meiner Heimat. Ereignisse aus Kunrau und Kusey. Brome 1999, S. 19–34
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  6. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 36-38 (PDF; 397 kB)
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. drehscheibe 12. April 2016
  9. Annett Conrad: Der Fußball-Irrsinn von Klötze! In: Bild, 6. April 2016
  10. Bauer baut Zaun quer über Sportplatz. In: Spiegel Online, 12. April 2016
  11. Siegmar Riedel: Landwirt zieht Zaun quer über Sportplatz. In: Volksstimme, 13. April 2016
  12. Alexander Schierholz: Fußballer müssen dauerhaft auf ihr Spielfeld verzichten. In: Mitteldeutsche Zeitung, 19. Juli 2016