Kusterdingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Kusterdingen führt kein Wappen
Kusterdingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kusterdingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 24,24 km2
Einwohner: 8471 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 349 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 72127, 72138
Vorwahl: 07071
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 023
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchentellinsfurter Str. 9
72127 Kusterdingen
Webpräsenz: www.kusterdingen.de
Bürgermeister: Jürgen Soltau (parteilos)
Lage der Gemeinde Kusterdingen im Landkreis Tübingen
Landkreis BöblingenLandkreis CalwLandkreis EsslingenLandkreis FreudenstadtLandkreis ReutlingenLandkreis RottweilZollernalbkreisAmmerbuchBodelshausenDettenhausenDußlingenGomaringenHirrlingenKirchentellinsfurtKusterdingenMössingenNehren (Württemberg)NeustettenOfterdingenRottenburg am NeckarRottenburg am NeckarRottenburg am NeckarStarzachTübingenKarte
Über dieses Bild

Kusterdingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tübingen, oberhalb des Neckartals zwischen Tübingen und Reutlingen gelegen. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kusterdingen liegt auf den Härten, unmittelbar südöstlich von Tübingen.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Härten bilden eine Hochebene zwischen Steinlach-, Neckar-, und Echaztal, die von einem Buchenmischwald umringt wird. Typisch sind die intensiv genutzten Ackerflächen, sowie Streuobstwiesen. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt auf einer waldfreien Hochfläche westlich der Wankheimer Aspenhau-Siedlung und liegt 455 m ü. NHN.

Im Norden des Gemeindegebiets befindet sich das Naturschutzgebiet Blaulach. Es handelt sich hierbei um einen Nebenfluss des Neckars.

Westlich von Immenhausen erstreckt sich das Landschaftsschutzgebiet Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen.[2][3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Kusterdingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Tübingen beziehungsweise zum Landkreis Reutlingen ¹

Kirchentellinsfurt, Wannweil ¹, Reutlingen ¹, Gomaringen und Tübingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kusterdingen besteht aus den Ortsteilen Immenhausen (675 Einwohner am 31. Dezember 2006), Jettenburg (1111), Kusterdingen (3618), Mähringen (1357) und Wankheim (1482). Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt in der Form „Kusterdingen-…“, sie sind räumlich mit den früheren Gemeinden gleichen Namens identisch. Die Gemeinderatswahl erfolgt in Kusterdingen nach dem System der Unechten Teilortswahl, dementsprechend bilden die Ortsteile als Wohnbezirke bezeichnete Wahlkreise. Mit Ausnahme des Ortsteils Kusterdingen sind alle Ortsteile Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzenden.[4]

Zu den Ortsteilen Immenhausen, Jettenburg und Kusterdingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Ortsteil Mähringen gehören das Dorf Mähringen und die Häuser Bahnhof Mähringen. Zum Ortsteil Wankheim gehören das Dorf Wankheim, die Aspenhau-Siedlung und das Gehöft Bläsikelter.

Im Osten des Ortsteils Mähringen lag die abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaft Weiler. Weiler wurde 1522 als an dem wyler erstmals erwähnt. Auf eine frühe Besiedlung weist der Fund eines Keramikfragments hin, das durch das Landesdenkmalamt in das 8. Jh. n. Chr. datiert und dokumentiert wurde. An gleicher Stelle bestand im 15. Jahrhundert eine Schwaige, die 1562 genannt wird (im schwaig priel).[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindereform in den 1970er Jahren mussten die früher eigenständigen Gemeinden eine Verbindung mit Kusterdingen eingehen. So wurde gegen den Willen Immenhausens, Mähringens und Wankheims der Zusammenschluss erzwungen. Eine Klage dieser Gemeinden beim Staatsgerichtshof war erfolglos. Jettenburg, das damals schon freiwillig mit Kusterdingen zusammenarbeitete, hatte nichts gegen den Zusammenschluss einzuwenden.

2008 feierte der Ortsteil Kusterdingen sein 900-jähriges Bestehen.[6]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

54 % der Einwohner von Kusterdingen sind evangelisch, 16 % katholisch.[7]

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es im heutigen Ortsteil Wankheim eine jüdische Gemeinde, zu der ein heute noch existierender Friedhof gehörte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8][9]
Wahlbeteiligung: 57,5 % (2009: 58,3 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,5
27,6
9,2
4,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,3
+4,0
+1,7
-7,1

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 19 Sitze (−6) im Gemeinderat:

Partei / Liste Sitze
FW 11 Sitze (−4)
Härtenliste Umweltschutz und Demokratie e. V. 5 Sitze (−1)
SPD 2 Sitze (+1)
FDP 1 Sitz (−2)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Jürgen Soltau endet 2018.

  • 1958–1978: Gerhard Kindler
  • 1978–2002: Günter Müller
  • seit 2002: Jürgen Soltau

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kusterdingen führt weder ein Wappen noch eine Flagge. Die fünf Ortsteile verwenden die Wappen der ehemaligen Gemeinden weiter. Da die heutige Gemeinde bei der Gebietsreform neu gegründet wurde und nie ein Wappen erhielt, ist sie eine von nur drei Gemeinden in Baden-Württemberg, die noch ohne Wappen sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Kusterdingen, Kirche und Wasserturm
Bürger- und Kulturhaus beim Klosterhof
  • Die Kusterdinger Marienkirche
  • Funkturm auf der Hohen Mark (Geografische Koordinaten: 48° 30′ 46″ N, 9° 6′ 0″ O)
  • Das alte Rathaus, ein renoviertes Gebäude, in dem sich das Standesamt und weitere Ämter befinden
  • Der Wasserturm am Sportheim (Geografische Koordinaten: 48° 31′ 33″ N, 9° 6′ 49″ O)
  • Der renovierte Klosterhof dient als Kulturgebäude, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.
  • Das Kino METROPOL der Filmfreunde Kusterdingen e. V., ein Kleinkino mit 32 Sitzplätzen in einer Scheune aus dem Jahr 1773.
  • Die Mähringer Stephanskirche
  • Burg Mähringen (abgegangen)

Natur und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Eduard-Lucas-Musterobstgarten des Pomologen Eduard Lucas mit dem Lehrpfad, ausgehend vom Friedhof Mähringen
  • Das Heilbrünnele im Landschaftsschutzgebiet Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen
  • Das Naturdenkmal Linde am Friedhof in Mähringen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 28 durchquert das Gemeindegebiet und verbindet es mit Reutlingen und Tübingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 111.[10]

Seit Dezember 2009 befindet sich je ein Kreisverkehr am Ortseingang Kusterdingens und Wankheims.[11]

Der Ortsteil Mähringen lag von 1902 bis 1982 an der Gönninger Bahn von Reutlingen. Der dortige Bahnhof steht heute noch. Auch der frühere Bahndamm ist heute noch erkennbar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Härtenschule Mähringen (Grundschule) für Schüler aus den Teilorten Mähringen, Wankheim, Jettenburg und Immenhausen
  • August-Lämmle-Schule Kusterdingen (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) für Schüler aus Kirchentellinsfurt, Wannweil und den Teilorten der Härtengemeinde.
  • ev. Firstwald-Gymnasium – Außenstelle Kusterdingen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 8. April 2016 ausgestrahlte SWR-Dokumentation mit dem Titel "Landleben 4.0 in Kusterdingen" zeigt am Beispiel Kusterdingens beispielhaft das moderne Dorfleben.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kusterdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. UNEP World Conservation Monitoring Centre World Database on Protected Areas Site Sheet
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg 4.16.003 Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen[1]
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Kusterdingen vom 6. Mai 1982, zuletzt geändert am 22. Juli 2009 (PDF; 98 kB) abgerufen am 25. Juni 2010
  5. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 129–131
  6. 900 Jahre Kusterdingen
  7. Zensus 2011
  8. http://kusterdingen.org/?content=gr&user=gast
  9. http://www.statistik-bw.de/Wahlen/Kommunal/02045000.tab?R=GS416023
  10. Wabenplan auf www.naldo.de
  11. Artikel im Gea: Am Kreisel läufts jetzt rund
  12. David Spaeth: Landleben 4.0 in Kusterdingen. SWR, 8. April 2016; abgerufen am 29. Dezember 2016.