Kutzenhausen (Bas-Rhin)

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Kutzenhausen
Wappen von Kutzenhausen
Kutzenhausen (Frankreich)
Kutzenhausen
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 56′ N, 7° 51′ OKoordinaten: 48° 56′ N, 7° 51′ O
Höhe 147–215 m
Fläche 7,20 km²
Einwohner 904 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 126 Einw./km²
Postleitzahl 67250
INSEE-Code
Ehemaliges Amtshaus
Evangelische Kirche

Kutzenhausen (historisch: Kotzenhausen) ist eine Gemeinde mit 904 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Sie liegt am Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord und ist Mitglied der Communauté de communes Sauer-Pechelbronn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Kutzenhausen gehörte zur Herrschaft Lichtenberg. Als dort durch Gebietserwerb im 14. Jahrhundert zu Beginn des 15. Jahrhunderts die zu umfangreich gewordenen Ämter Ingweiler und Buchsweiler neu organisiert werden mussten, wurde unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt.[1] Als auch dieses durch weiteren Gebietszuwachs erneut geteilt werden musste, entstand das Amt Offendorf noch vor 1440[2], zu dem auch Kutzenhausen gehörte.[3]

Elisabeth, eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), heiratete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Elisabeth, erbte sie die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, zu der auch das Amt Offenheim – und damit Kutzenhausen – gehörte.

Das Dorf Niederkutzenhausen im Amt Wörth der Herrschaft Lichtenberg ist zu einem unbekannten Zeitpunkt im späten Mittelalter oder in der frühen Neuzeit in Kutzenhausen aufgegangen.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg liegende Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg und darin auch das Amt Offendorf mit Kutzenhausen.

Der zu diesem Zeitpunkt regierende Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte die Reformation in seiner Grafschaft und auch den durch die Erbschaft hinzu gewonnenen Gebieten konsequent durch, die nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam das Amt Offendorf unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Offendorf – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Am Ende des 18. Jahrhunderts ist Kutzenhausen nicht mehr als Bestandteil des Amtes Offendorf ausgewiesen.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
764 785 719 713 740 783 837 904

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält eine Partnerschaft mit der gleichnamigen deutschen Gemeinde Kutzenhausen in Bayern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kutzenhausen (Bas-Rhin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 238.
  2. Vgl.: Eyer, S. 98.
  3. Eyer, S. 239.
  4. Vgl.: Knöpp, S. 15; Matt, S, 7.