Kyffhäuserland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kyffhäuserland
Kyffhäuserland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kyffhäuserland hervorgehoben
Koordinaten: 51° 22′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 129,02 km2
Einwohner: 3872 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99707
Vorwahl: 034671
Kfz-Kennzeichen: KYF, ART, SDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 085
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neuendorfstr. 3
99707 Kyffhäuserland, OT Bendeleben
Website: www.kyffhaeuser-land.de
Bürgermeister: Knut Hoffmann (CDU)
Lage der Gemeinde Kyffhäuserland im Kyffhäuserkreis
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Über dieses Bild
Gemeindegliederung
Das Alte Schloss in Bendeleben

Kyffhäuserland ist eine Gemeinde im thüringischen Kyffhäuserkreis. Sie entstand am 31. Dezember 2012 aus dem Zusammenschluss von acht Gemeinden. In Kyffhäuserland leben ca. 4000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt mitten im Kyffhäuserkreis. Im Norden ist die Grenze des Gemeindegebiets zugleich die Grenze des Kyffhäuserkreises und die Landesgrenze von Thüringen zu Sachsen-Anhalt. Im Osten wird die Gemeinde vom Gebiet der Stadt Bad Frankenhausen/Kyffhäuser begrenzt und im Westen vom Gebiet der Kreisstadt Sondershausen sowie der Stadt Heringen/Helme. Im Süden grenzen die Stadt Kindelbrück im Landkreis Sömmerda, die Gemeinde Trebra und die Stadt Großenehrich sowie die Gemeinde Oberbösa an.

Mit nur rund 30 Einwohnern pro Quadratkilometer gehört die Gemeinde zu den am dünnsten besiedelten Gegenden Thüringens. Mit der Hainleite im Süden, dem Kyffhäuser im Osten und der Windleite im Westen liegen gleich drei Mittelgebirge im Gemeindegebiet, deren ausgedehnte Laubwälder aufgrund vorhergehender militärischer Nutzung zum Teil noch Sperrgebiete sind. Größter Fluss in der Gemeinde ist die Wipper, die die vier südlichen Ortsteile Hachelbich, Göllingen, Seega und Günserode durchfließt. Der Badraer oder Thalebener Bach, ein Zufluss der Unstrut, entspringt südwestlich von Badra und fließt in einem nach Norden ausholenden Bogen durch das nördliche Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde besteht aus den Ortsteilen Badra, Bendeleben, Göllingen, Günserode, Hachelbich, Rottleben, Seega und Steinthaleben, entsprechend den acht ehemaligen Gemeinden. Weiterhin liegen die Papiermühle, Schersen, Rathsfeld und Kyffhausen im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die acht Gemeinden, aus denen Kyffhäuserland entstanden ist, erledigten seit dem 8. März 1994 ihre Verwaltungsgeschäfte gemeinsam in der Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser, die mit Wirkung vom 29. November 1994 um die Gemeinde Oberbösa erweitert wurde. Seit 2007 gab es Bestrebungen zur Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft in eine Einheitsgemeinde. Schließlich beschlossen im Herbst 2011 die Gemeinderäte von acht Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft deren Auflösung und den Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Kyffhäuserland. Nach Zustimmung des Innenausschusses des Thüringer Landtags, stimmte der Landtag am 22. November 2012 der Gemeindefusion zu. Die Gemeinde Oberbösa schloss sich diesem Schritt nicht an und wechselte zum 31. Dezember 2012 in die Verwaltungsgemeinschaft Greußen, während sich die anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser ebenfalls am 31. Dezember 2012 zur Gemeinde Kyffhäuserland zusammenschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der acht Orte sind schon seit langer Zeit rückläufig:

  • 1910 – 6.557[2]
  • 1939 – 6.203[3]
  • 1989 – 5.470[4]
  • 1995 – 5.042
  • 2000 – 4.927
  • 2005 – 4.689
  • 2010 – 4.320
  • 2012 – 4.119
  • 2013 – 4.062
  • 2014 – 4.032
  • 2015 – 3.999
  • 2016 – 4.201

Datenquelle ab 1995: Thüringer Landesamt für Statistik, ab 2012 als Kyffhäuserland

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kyffhäuserland ist Rechtsnachfolgerin der acht Ortsteile und der Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Bürgermeisterwahl nach der Gemeindeneugründung fand am 14. April 2013 mit einer Beteiligung von 60,2 % statt. Mit 50,8 % der gültigen abgegebenen Stimmen wurde der CDU-Politiker Knut Hoffmann gewählt. Am 17. März 2019 wurde er mit 65 % der Stimmen wiedergewählt.[5]

Gemeindetrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Tag der Bürgermeisterwahl wurde auch der Gemeinderat gewählt, hier lag die Wahlbeteiligung bei 59,4 %, dabei entfielen auf die Wählervereinigungen folgende Sitze:

  • Freie Wähler Kyffhäuserland: 6 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • Wählervereinigung Seega: 1 Sitz
  • Wandel in Rottleben: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz
  • Die Linke: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber mit achtfach geständertem silber-grünem Bord, ein grüner Berg belegt mit einem bekrönten, bärtigen goldenen Mann, mit einem roten Turm darüber. Im Schildfuß drei silberne Wellenleisten.“

Die Gemeinde entstand aus 8 Ortsteilen, dafür steht der achtfach geständerte Bord. Der grüne Berg zeigt das Kyffhäusergebirge mit dem charakteristischen Denkmal darüber. Der bärtige, bekrönte Mann spielt auf Kaiser Barbarossa an, welcher der Sage nach im Kyffhäusergebirge schlafen soll. Die drei silbernen Wellen symbolisieren die große und die kleine Wipper.[6]

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kyffhäuserdenkmal in Steinthaleben

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt und verfügt darüber hinaus nicht über nennenswerte Gewerbeansiedlungen der Industrie oder Dienstleistungen, was auch mit der nachteiligen Lage zwischen Gebirgen abseits schneller Verkehrswege zusammenhängt. Im 20. Jahrhundert spielte der Bergbau auf Kalisalz eine wichtige Rolle, wobei die Förderung nach 1990 eingestellt wurde.

Kyffhäuserland liegt etwa 15 Kilometer südlich der Bundesautobahn 38. Die Bundesstraße 85 führt durch das Kyffhäusergebirge im Nordosten der Gemeinde, ohne jedoch einen ihrer Ortsteile zu durchqueren. Wichtige Landesstraßen führen von Sondershausen nach Bad Frankenhausen über Bendeleben und Rottleben sowie von Sondershausen nach Kelbra über Badra. Eigene Anbindungen an das Schienennetz sind seit der Einstellung der Kyffhäuserbahn 2006 mit vormaligen Halten in Rottleben, Göllingen und Hachelbich nicht mehr vorhanden. Nächste Zugänge zum Bahnnetz sind nun Sondershausen im Westen (Strecke Erfurt–Nordhausen), Berga-Kelbra im Norden (Strecke Halle–Kassel) sowie Griefstedt, Heldrungen und Artern im Südosten (Strecke Erfurt–Sangerhausen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyffhäuserland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. gemeindeverzeichnis.de
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. TLUG: Umwelt regional
  5. Bürgermeisterwahl 2019, aufgerufen am 13. Mai 2019
  6. Angaben zum Wappen auf der Gemeinde-Homepage