Kyocera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kyocera

Logo
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3249600002
Gründung 1. April 1959
Sitz Kyōto
Mitarbeiterzahl 76.683 (2018)[1]
Umsatz 1,6 Bio. Yen (13,5 Mrd. EUR) (2018)[1]
Branche Mischkonzern
Website www.kyocera.com

Kyocera-Konzernzentrale in Fushimi-ku, Kyōto, Japan

Die Kyocera K. K. ['kjoː.'sɛ.ɾə] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (jap. 京セラ株式会社, Kyōsera Kabushiki-gaisha, engl. Kyocera Corporation), gelistet im Nikkei 225, ist ein japanischer Konzern mit Sitz in Kyōto.

Kyocera ist Privatanwendern in Europa hauptsächlich durch die Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte seines Tochterunternehmens Kyocera Document Solutions (früher: Kyocera Mita) bekannt. Weiterhin zählt das Unternehmen zu führenden Herstellern im Bereich der Photovoltaik und vertreibt weltweit seit Mitte der 1970er Jahre Photovoltaikmodule. Im industriellen Bereich ist Kyocera weltweit als Hersteller von Zerspanwerkzeugen aktiv.

Der Konzern Kyocera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kyocera Corporation mit Hauptsitz in Kyoto ist einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie. Strategisch wichtige Geschäftsfelder der aus 286 Tochtergesellschaften (1. März 2019) bestehenden Kyocera-Gruppe bilden Informations- und Kommunikationstechnologie, Produkte zur Steigerung der Lebensqualität sowie umweltverträgliche Produkte. Der Technologie-Konzern ist weltweit einer der größten Produzenten von Solarenergie-Systemen, mit weltweit mehr als 5 Gigawatt installierter Gesamtleistung.

2019 belegte Kyocera Platz 655 in der “Global 2000” – Liste des Forbes Magazins, die die größten börsennotierten Unternehmen weltweit beinhaltet.

Mit etwa 70.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Kyocera im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Netto-Jahresumsatz von rund 12,99 Milliarden Euro. In Europa vertreibt das Unternehmen u. a. Drucker und digitale Kopiersysteme, Halbleiter-, Feinkeramik-, Automobil- und elektronische Komponenten sowie Druckköpfe und keramische Küchenprodukte. Kyocera ist in Deutschland mit vier eigenständigen Gesellschaften vertreten: der Kyocera Fineceramics GmbH in Neuss und Esslingen, der Kyocera Fineceramics Precision GmbH in Selb, der Kyocera Automotive and Industrial Solutions GmbH in Dietzenbach sowie der Kyocera Document Solutions GmbH in Meerbusch.

Das Unternehmen engagiert sich auch kulturell: Über die vom Firmengründer ins Leben gerufene und nach ihm benannte Inamori-Stiftung wird der Kyoto-Preis als eine der weltweit höchstdotierten Auszeichnungen für das Lebenswerk hochrangiger Wissenschaftler und Künstler verliehen (umgerechnet zurzeit ca. 818.000 Euro).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1959 von Kazuo Inamori als Kyoto Ceramics gegründet und ist seit den frühen 1970er-Jahren auch auf dem europäischen Markt vertreten. 1969 nahm die US-amerikanische Niederlassung ihre Geschäfte auf.

1983 benannte sich der Konzern von Kyoto Ceramic Co., Ltd. in Kyocera Corporation um. Im selben Jahr fusionierte Kyocera mit Yashica Camera Co., Ltd.[2] Damit gelangte auch Nutzungsrechte an der nach wie vor der Carl Zeiss AG gehörenden Traditionsmarke Contax in das Produktportfolio des Kyocera-Konzerns. Die Kameras wurden weiterhin unter den Marken „Contax“ und „Yashica“ verkauft. Von 1996 bis 2004 wurden unter dem Namen „Kyocera“ auch Digitalkameras angeboten.[3]

1985 stiftete der Unternehmensgründer den renommierten Kyoto-Preis in den Kategorien Hochtechnologie, Grundlagenforschung sowie Kunst und Philosophie.

1990 wurde die AVX Corporation übernommen.[5]

Im August 1999 übernahm der Konzern das Unternehmen Golden Genesis Company of Scottsdale, Arizona,[6] das in Kyocera Solar, Inc. (KSI) umbenannt wurde, sowie 2000 das Unternehmen Mita Industrial Co., Ltd.[7] 2002 wurde die Toshiba Chemical Corp. reorganisiert und in die Kyocera Chemical Corp. umgewandelt.

Im April 2005 kündigte Kyocera an, sich aus dem Kamerageschäft zurückzuziehen.[8] Im September 2005 wurde die Lieferung von Kameras und Zubehör der Marke Contax eingestellt.[9]

Kyocera war bis zum 30. Juni 2009 Hauptsponsor des Fußballerstligisten Borussia Mönchengladbach. Das Unternehmen übernahm im Januar 2009 das deutsche Unternehmen Triumph-Adler[10][11] und im Oktober 2015 die CEYONIQ-Gruppe[12].

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drucker / Multifunktionsgeräte
  • Feinkeramik-Bauteile
  • Mikroelektronische Bauteile
  • Ultrahochvakuum-Bauteile
  • Glasfaser-Optik
  • Industrielle Druck-Komponenten
  • LCDs und Glas/Glas Touch Panels
  • Automotive Komponenten
  • Zerspanungswerkzeuge
  • Photovoltaiksysteme
  • Uhren- und Schmuckindustrie
  • Büroprodukte
  • Küchenprodukte (z. B. Keramikmesser)
  • Mobiltelefone[13]
  • Kameras / Digitalkameras (2005 eingestellt)
  • DMS- / ECM-Software[14]

Innovationen waren die Kleinbildspiegelreflexkameras „CONTAX RTS III“ und „CONTAX AX“. Dort wurden erstmals perforierte keramische Filmandruckplatten verwendet, bei denen während der Aufnahme der Film durch Unterdruck angesaugt wurde. Bei der AX wurde erstmals die Autofocusfunktion durch eine in Keramik gelagerte, verschiebbare Filmebene im Kameragehäuse realisiert. Somit konnten alle vorhandenen manuellen Objektive weiter eingesetzt werden.

Im Jahr 1982 stellte Isuzu einen Pkw mit einem bei Kyocera gebauten Dreizylinder-Dieselmotor vor. Durch die hohe Hitzebeständigkeit der keramischen Bauteile benötigte der Motor weder einen Wasserkühler noch Kühlrippen am Zylinderkopf für eine Luftkühlung.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyocera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kyocera digital cameras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Contax digital cameras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Corporate Summary, Stand 31. März 2019
  2. New York Times: Kyocera to Merge With Yashica.
  3. Fotomagazin: Meilensteine der Digitalfotografie.
  4. DR-350 im Digitalkamera Museum@1@2Vorlage:Toter Link/www.digicammuseum.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Ishikawa Akira: Kyoto Model, The: The Challenge Of Japanese Management Strategy Meeting Global Standards. World Scientific, 2005, ISBN 978-9-814-48039-0, S. 51 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. IWR Solar: Kyocera International, Inc. vollendet Fusion mit Golden Genesis Company.
  7. Kyocera Mita lässt zwei Vertriebskanäle verschmelzen.
  8. Handelsblatt: Vorläufiges Ende auch für in Lizenz gefertigte deutsche Traditionsmarke Contax - Kyocera steigt bei Digitalkameras aus.
  9. photoscala: Kyocera gibt Kamerageschäft auf (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/voll.photoscala.de.
  10. Tagesschau:Kyocera greift nach Triumph-Adler
  11. Handelsblatt: Ergebnis belastet - Kyocera übernimmt Mehrheit an Triumph-Adler
  12. Kyocera Document Solutions übernimmt CEYONIQ-Gruppe
  13. Golem: Kyocera bringt Outdoor-Smartphone nach Deutschland.
  14. KYOCERA baut Aktivitäten um DMS und ECM massiv aus
  15. Eberhard Kimmer. In: Illustrierter Motorsport (Berlin), Heft 10/1983, S. 212–213.