Kyrillos Loukaris

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Kyrillos Loukaris

Kyrillos Loukaris (griechisch Κύριλλος Λούκαρις (Λούκαρης), lateinisch Cyrillus Lucaris; * 1572 in Candia, Kreta; † 27. Juni 1638 am Bosporus, Osmanisches Reich) war ein orthodoxer Geistlicher und Gelehrter. Er war Patriarch von Alexandria (1602-1620) und Konstantinopel (1621-1638). In seinen Schriften vertrat er teilweise protestantische Ansichten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildungen und Klosterjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loukaris stammte aus Kreta. Er wuchs unter dem Einfluss seines Onkels Meletios Pegas, des späteren Patriarchen von Alexandria auf. Er studierte in Padua und Venedig griechische Sprache. Danach wurde er auf Kreta Vorsteher eines orthodoxen Klosters.

Polen-Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1592 schickte ihn Meletios das erste Mal nach Russland und Polen-Litauen, um Einfluss auf die geplante Union der ruthenischen orthodoxen Kirche mit der römisch-katholischen Kirche zu nehmen. Kyrill unterrichtete auch an der Ostroger Akademie griechische Sprache und war dort Rektor.

1596 nahm er als Exarch des Patriarchen an den Versammlungen des orthodoxen Klerus in Polen-Litauen teil, die die Union von Brest ablehnten. 1597 ernannte ihn Patriarch Meletios zum provisorischen Nachfolger des Metropoliten von Kiew, der zur unierten Kirche übergetreten war. Kyrill konnte dieses Amt allerdings nicht ausüben und musste Polen-Litauen verlassen.

Er ging nach Wittenberg und Genf als wichtigste Zentren des Protestantismus und studierte dort. 1600 kehrte er auf Wunsch des polnischen Königs nach Polen-Litauen zurück, um zwischen der unierten und der orthodoxen Kirche zu vermitteln, allerdings ohne Erfolg.

Patriarch von Alexandria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1602 wurde er Patriarch von Alexandria und amtierte bis 1620.

Patriarch von Konstantinopel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loukaris trat mehrmals das Amt des Patriarchen von Konstantinopel an. Mit Kyrillos Kontares lieferte er sich einen erbitterten Machtkampf.

Zwischen 1622 und 1627 bereiste er Nord- und Westeuropa unter anderem Bremen, Hamburg und Oxford. Er suchte die Unterstützung der Protestanten. Sein Gegner Kyrillos Kontares, der vom Jesuitenkolleg Galata stammte, sicherte sich hingegen die Unterstützung der katholischen Kirche, die durchaus bestrebt war, in Konstantinopel Fuß zu fassen.

Kyrillos Kontares ließ ihn am 24. September 1638 zum Ketzer erklären, um so seine noch lebenden Anhänger auszuschalten. [1] 1638 ließ ihn der Sultan Murad IV. auf einem Schiff von Janitscharen umbringen.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Theologische Fakultät der Universität Helmstedt schrieb er 1625 die "Konfession der orthodoxen Kirche", die 1661 gedruckt wurde. [2]

Confessio Fidei Orthodoxae 1629 in Genf. In diesem Werk kritisierte er die orthodoxe Kirche und vor allem deren Bilderverehrung und die Fürbittegottesdienste für die Toten

Eine Freundschaft verband ihn mit dem neo-aristotelischen Philosophen Theophilos Corydalleus, geistig stand ihm Johannes Coccejus nahe, jedoch ist mit ihm eine Freundschaft nicht schriftlich belegt.

  • Confessio Fidei Orthodoxae, Genf 1629
  • Cyrille Lucar: Sermons 1598–1602, Herausgegeben von Keetje Rozemond in Leyden. Reprint: E.J. Brill, Leiden 1974, ISBN 90-04-03976-7

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Oktober 2009 wurde er von der Synode in Alexandria in den Kanon der Heiligen aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunnar Hering: Das ökumenische Patriarchat und europäische Politik 1620-1638, Wiesbaden 1968
  • Gunnar Hering: Kyrillos I. Lukaris. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 2. München 1976, S. 541 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kirche im Osten Band 18/1975, S. 82
  2. Biografie in: W. J. van Asselt: The federal theology of Johannes Cocceius (1603-1669), S. 181

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cyril Lucaris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Meletios I. Patriarch von Alexandria
1601–1620
Gerasimos I.
Vorgänger Amt Nachfolger
Timotheos II. Patriarch von Konstantinopel
1620–1623, 1623–1630, 1630–1633, 1633–1634, 1634–1635, 1637–1638
Parthenios I.