Kyselka

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Kyselka
Wappen von Kyselka
Kyselka (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Fläche: 655[1] ha
Geographische Lage: 50° 16′ N, 13° 0′ OKoordinaten: 50° 15′ 48″ N, 12° 59′ 54″ O
Höhe: 358 m n.m.
Einwohner: 806 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 362 72
Kfz-Kennzeichen: K
Verkehr
Bahnanschluss: Vojkovice nad Ohří–Kyselka
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Aleš Labík (Stand: 2018)
Adresse: Radošov 118
362 72 Kyselka
Gemeindenummer: 555347
Website: www.obeckyselka.cz
Lage von Kyselka im Bezirk Karlovy Vary
Karte

Kyselka (deutsch Gießhübl Sauerbrunn) ist eine Gemeinde im Okres Karlovy Vary in der Region Karlsbad (Karlovarský kraj) in der Tschechischen Republik.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Lázně Kyselka an der Eger 2014

Kyselka liegt zu beiden Seiten der Eger am Fuße des Erzgebirges und des Duppauer Gebirges in einer Höhe von 340 Metern. Sie grenzt an die Orte Velešov, Dubina und Bor.

Unmittelbar im Ort mündet unterhalb der Bučina (582 m n. m.) das Tal des Baches Lomnice in das Egertal, so dass der Ort nach allen Richtungen durch bewaldete Höhenzüge geschützt ist. Südlich liegt am rechten Ufer der Eger der ehemalige Kurort Kyselka.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nähe zum Kurort Karlsbad sorgte dafür, dass bereits frühzeitig Kurgäste den Ort aufsuchten. In den Jahren 1792/93 entstand hier ein Badeort, der sich wegen seiner Heilwässer aus den Kaiser-Franz-Josef- und den Kaiserin-Elisabeth-Quellen rasch zu einem bekannten Kurort entwickelte. Im 19. Jahrhundert war die Bezeichnung Gießhübl-Puchstein üblich, die jedoch bereits vor 1900 zu der bis 1945 gebräuchlichen in den Hintergrund trat. 1846 erschien ein vielbeachteter Fachartikel des Balneologen Josef von Löschner über den Gießhübler Sauerbrunn, der zur weiteren Bekanntheit des Ortes beitrug.

Im Jahre 1867 pachtete Heinrich Mattoni aus Karlsbad die Abfüllung des Wassers aus der nach dem König von Griechenland 1853 benannten Otto-Quelle. 1873 kaufte Mattoni den gesamten Ort Gießhübl einschließlich der Kaiserin-Elisabeth-Quelle. Unter dem Namen Gießhübler Sauerbrunn machte er das von seiner Aktiengesellschaft abgefüllte Wasser weltbekannt. Für den Versand ließ Mattoni 1890 eine Eisenbahnstrecke nach Wickwitz errichten. Gießhübl-Sauerbrunn wurde Kopfstation der Buschtěhrader Eisenbahn. Der Versand erreichte schließlich eine Kapazität von 14 Millionen Flaschen im Jahr.

Alte „Correspondenzkarte“ mit Ansicht der Ortslage

Der Zustrom der Gäste hatte seinen Höhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg. 1942 wurde aus den Gemeinden Rodisfort und Unter-Lomitz sowie Teilen der Gemeinden Rittersgrün, Schömitz und Zwetbau die neue Gemeinde Gießhübl-Sauerbrunn mit den Ortsteilen Rittersgrün, Rodisfort, Spitzberg, Unter-Lomitz und Ziegendorf gebildet.[3] Diese Änderung wurde jedoch 1945 wieder rückgängig gemacht. 1950 schlossen sich die Gemeinden Dolní Lomnice, Radošov und Rydkéřov wieder zusammen und bildeten zusammen die Gemeinde Kyselka. Dabei wurde der Ortsteil Rydkéřov in Nová Kyselka umbenannt. Die zu Dolní Lomnice und Radošov gehörigen Anteile von Kysibl Kyselka wurden zugleich in Kyselka umbenannt und der zu Rydkéřov gehörige Anteil erhielt den neuen Namen Stará Kyselka.[4]

Der Name Mattoni ist heute ein geschützter Markenname der Karlovarské Minerální Vody a.s. (Carlsbad Mineral Water), die in Kyselka weiterhin einen Zweigbetrieb besitzt.

Bevölkerung und Kurbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Synagoge im Ort 2014

Kyselka lebte früher vom Kurbetrieb. Als dieser nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlosch, verfielen zahlreiche Häuser.

Am 1. Dezember 1930 hatte der Ort 552 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 535 und am 22. Mai 1947 nur noch 297 Bewohner, von denen die meisten nach Vertreibung der Deutschböhmen Neusiedler aus zentraler gelegenen Landesteilen der Tschechoslowakei waren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kyselka besteht aus den Ortsteilen Kyselka (Gießhübl Sauerbrunn), Radošov (Rodisfort) und Nová Kyselka (Rittersgrün)[5], die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Mattoni in Lázně Kyselka 2014
Der Radošovský most über die Eger in Radošov 2010

Kyselka[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radošov[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radošovský most
  • Kostel sv. Václava

Nová Kyselka[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • eine Kapelle

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Kurgäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyselka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/555347/Kyselka
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. Wilhelm Förster: Die Orte und Ortsteile des Reichsgaues Sudetenland mit ihren zuständigen Gemeinden, Landräten, Amtsgerichten, Standesbeamten, römisch-katholischen und evangelischen Pfarrämtern. Wächter, Bad Teplitz-Schönau 1943.
  4. Předpis č. 13/1951 Sb.
  5. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/555347/Obec-Kyselka
  6. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/555347/Obec-Kyselka