László Székelyhidi

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László Székelyhidi

László Székelyhidi Jr. (* 17. April 1977 in Debrecen) ist ein ungarischer Mathematiker, der sich mit partiellen Differentialgleichungen und Variationsrechnung beschäftigt.

Székelyhidi ist der Sohn eines Mathematikers und einer Mathematikerin und auch sein Bruder Gábor Székelyhidi ist Mathematiker. Da sein Vater zeitweise Gastdozent in Hamburg und Kuwait war, ging er auch dort zur Schule. Er spielt Geige und schwankte anfangs in der Berufswahl zwischen Musik und Mathematik. Er studierte Mathematik in Oxford[1], an der er 2000 den Gibbs-Preis erhielt, und promovierte 2003 am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig bei Stefan Müller mit seiner Dissertation "Elliptic Regularity versus Rank-one Convexity". Danach war er als Postdoc in Princeton, am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften und an der ETH Zürich. Von 2005 bis 2007 war er Dozent (Heinz Hopf Lecturer) an der ETH Zürich, 2007–2011 Professor an der Universität Bonn und seit 2011 Professor an der Universität Leipzig.

Er vereinfachte mit Camillo De Lellis[2][3] den Beweis des Scheffer-Shnirelman-Paradoxons (nach Vladimir Scheffer 1993, Alexander Shnirelman 1997)[4][5] der zweidimensionalen Euler-Gleichungen inkompressibler idealer Flüssigkeiten (ohne äußere Kräfte). Es besagt, dass mathematische Lösungen existieren, die sich plötzlich ohne äußere Anregung aus einem Zustand der Ruhe zu turbulentem Verhalten hochschaukeln können, entgegen aller physikalischer Erfahrung (sie verletzen den Energieerhaltungssatz).[6] Dafür konstruierten sie schwache Lösungen der Eulergleichungen mit einer neuen Methode konvexer Integration[7], aufbauend auf älteren Arbeiten von John Forbes Nash Jr. und Nicolaas Kuiper aus der Mitte der 1950er Jahre über isometrische Einbettungen.

Seit 2008 ist er Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

2011 erhielt er mit Nicola Gigli den Oberwolfach-Preis. 2014 war er Eingeladener Sprecher auf dem ICM in Seoul (The h-principle and turbulence). Er erhielt 2011 einen ERC Starting Grant und 2017 einen ERC Consolidator Grant und 2018 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The regularity of critical points of polyconvex functionals. Arch. Ration. Mech. Anal. 172 (2004), no. 1, 133–152.
  • mit de Lellis: The Euler equations as a differential inclusion. Ann. of Math. (2) 170 (2009), no. 3, 1417–1436.
  • mit de Lellis: Dissipative continuous Euler flows. Invent. Math. 193 (2013), no. 2, 377–407.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zunächst wollte er in Hamburg mit dem Studium beginnen, der englische Abschluss in Kuwait wurde aber nicht als Qualifikation als ausreichend anerkannt.
  2. De Lellis, Szekelyhidi The Euler equation as differential inclusion, Ann. of Math., 170, 2009, 1417–1436
  3. De Lellis, Szekelyhidi On admissibility criteria for weak solutions of the Euler equations, Arch. Rat. Mech. Anal., 195, 2010, 225-260
  4. Vladimir Scheffer On inviscid flow with compact support in space-time, J. Geom. Anal. 3, 1993, 343-401
  5. A. Shnirelman On the non-uniqueness of weak solution of the Euler equation, Comm. Pure Appl. Math., 50, 1997, 1261–1286
  6. Cédric Villani Paradoxe de Scheffer-Shnirelman revu sous l´angle de l´integration convexe, d’après C. De Lellis et L. Szekelyhidi, Seminaire Bourbaki, Nr. 1001, November 2008
  7. nach Nash, weiter entwickelt von Michail Leonidowitsch Gromow