Längslenkerachse

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linke Hinterradschwinge eines Renault 4

Die Längslenkerachse ist eine Einzelradaufhängung, bei der das Rad auf dem biege- und torsionssteifen Längslenker (auch Schwinge oder Kurbel genannt) sitzt, der über ein Drehgelenk mit dem Aufbau verbunden ist. Die Achse des Drehgelenks verläuft in Querrichtung des Fahrzeugs. Die Längslenkerachse wird hauptsächlich als Hinterachse bei Fahrzeugen mit Frontantrieb verwendet.

Sie hat den Vorteil, dass der Bauraum zwischen den Rädern genutzt werden kann. Bei Drehstabfedern oder liegend eingebauten Feder- und Dämpferelementen sind sehr schmale Radkästen möglich (Wegfall der Federbeindome).

Nachteile der Längslenkerachse sind der sehr tief (auf Höhe der Fahrbahn) liegende Momentanpol, der eine Tendenz zu starker Seitenneigung nach außen in Kurven bewirkt und die damit einhergehende Sturzänderung (Wanksturz). Auch sind die Kräfte an den Lagergelenken größer als bei anderen Bauarten. Oft wird ein Hilfsrahmen verwendet, um sie von der Karosserie fernzuhalten. Fahrdynamisch überwiegen die Nachteile, so dass die Längslenkerachse bei teureren Fahrzeugen nicht mehr verwendet wird.

Soll eine Längslenkerachse als gelenkte Vorderachse verwendet werden, wird der Achsschenkel drehbar im Längslenker gelagert, wie beim Citroën 2CV oder der Längslenker ist über ein weiteres Scharniergelenk mit dem Aufbau verbunden[1].Dies ist als Dubonnet-Vorderachse bekannt und zum Beispiel 1935 im Fiat 1500 und im Opel Olympia realisiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörnsen Reimpel: Fahrwerktechnik: Radaufhängungen: Starrachsen, Einzelradaufhängungen, Vorzüge, Nachteile, Reifeneinfluss, Kinematik, Elastokinematik, Einzelteile, Werkstoffe, Kosten, 2. Auflage, Vogel-Verlag, Würzburg 1988, ISBN 3-8023-0738-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dubonnet-Vorderachse