Längslenkerachse

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linke Hinterradschwinge eines Renault 4

Die Längslenkerachse ist eine Einzelradaufhängung, bei der das Rad auf dem biege- und torsionssteifen Längslenker (auch Schwinge oder Kurbel genannt) sitzt, der über ein Drehgelenk mit dem Aufbau verbunden ist. Die Achse des Drehgelenks verläuft in Querrichtung des Fahrzeugs. Die Längslenkerachse wird hauptsächlich als Hinterachse bei Fahrzeugen mit Frontantrieb verwendet.

Die Längslenkerachse hat den Vorteil, dass der Bauraum zwischen den Rädern genutzt werden kann. Bei Drehstabfedern oder liegend eingebauten Feder- und Dämpferelementen sind sehr schmale Radkästen möglich (Wegfall der Federbeindome).

Nachteile der Längslenker-Hinterachse sind das auf der Fahrbahn liegende Momentanzentrum und die Sturzänderung, wenn sich das Fahrzeug in der Kurve nach außen neigt (Wanksturz). Oft wird ein Hilfsrahmen verwendet, um die großen Kräfte an den Lagergelenken vom Aufbau fernzuhalten. Fahrdynamisch überwiegen die Nachteile, so dass die Längslenkerachse bei Fahrzeugen im oberen Preissegment keine Anwendung mehr findet.

Wird der Achsschenkel drehbar im Längslenker gelagert, oder ist der Längslenker über ein weiteres Scharniergelenk mit dem Aufbau verbunden[1], so ist die Längslenkerachse auch als Vorderachse verwendbar. Letzteres Prinzip ist als Dubonnet-Vorderachse bekannt und z. B. im Opel Olympia 1938 realisiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörnsen Reimpel: Fahrwerktechnik: Radaufhängungen: Starrachsen, Einzelradaufhängungen, Vorzüge, Nachteile, Reifeneinfluss, Kinematik, Elastokinematik, Einzelteile, Werkstoffe, Kosten, 2. Auflage, Vogel-Verlag, Würzburg 1988, ISBN 3-8023-0738-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dubonnet-Vorderachse