Lödderitz

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Lödderitz
Stadt Barby
Koordinaten: 51° 53′ 3″ N, 11° 57′ 15″ O
Höhe: 52 m ü. NN
Fläche: 19,75 km²
Einwohner: 230 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39240
Vorwahl: 039294
BreitenhagenGlindeGnadauGroß RosenburgLödderitzPömmelteSachsendorfTornitzWespenZuchauBarbySalzlandkreisKarte
Über dieses Bild
Lage von Lödderitz in Barby

Lödderitz ist ein Ortsteil der Stadt Barby im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lödderitz inmitten des Biosphärenreservates Mittelelbe liegt in einem flachen Gebiet, von Feuchtwiesen umgeben, nahe der Mündung der Saale in die Elbe. Die Stadt Dessau-Roßlau liegt 18 km östlich, Calbe (Saale) ca. 14 km westlich von Lödderitz.

Zur ehemaligen Gemeinde Lödderitz gehörte der Ortsteil Rajoch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Lödderitz ist slawischen Ursprungs, taucht aber erst 1330 erstmals in einer Urkunde auf, der Ortsteil Rajoch bereits 200 Jahre früher.

Lödderitz war jahrhundertelang oft Elbe-Hochwassern ausgesetzt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, die Ackerflächen, die den Sümpfen abgerungen wurden, einzudeichen. Nordöstlich von Lödderitz entwickelte sich aus dem Naturschutzgebiet Steckby-Lödderitzer Forst – als Biosphärenreservat bereits 1979 von der UNESCO als solches ausgewiesen – das um wesentliche Auengebiete erweiterte Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe. In den Elbauen überlässt man inzwischen die Natur sich selbst – der ständige Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser hat hier eine in Mitteleuropa einmalige Landschaft geschaffen.

Tradition hat das alljährlich stattfindende Heimat- und Jägerfest. Hier wird auch der alte Brauch des Ringreitens gepflegt.

Am 14. Mai 1901 wurde der Gutsbezirk Rajoch in eine Landgemeinde umgewandelt.[1] Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Rajoch aufgelöst und in Lödderitz eingemeindet.[2]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Lödderitz, Breitenhagen, Glinde, Groß Rosenburg, Pömmelte, Sachsendorf, Tornitz, Wespen und Zuchau sowie die Stadt Barby (Elbe) zur neuen Stadt Barby zusammen.[3] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale, zu der Lödderitz gehörte, aufgelöst.

Försterfriedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1820 wurde außerhalb des Ortes auf der Schmiedeburg, einem ehemaligen slawischen Burgwall, ein Friedhof eingerichtet. Da dort viele Waldarbeiter und Förster beigesetzt sind, erhielt der Friedhof den Namen Försterfriedhof. Die letzte Bestattung fand 1940 statt, als der Maler Ernst Zehle dort beigesetzt wurde.[4] Durch die Rückverlegung des Elbedeiches ist die Wegeverbindung zum Försterfriedhof gefährdet.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Adolph Nobiling (1801–1882), Wasserbauingenieur, geboren in Lödderitz[6]
  • Gustav Adolf von Nordenflycht (1846–1921), Forstmeister in der Oberförsterei Lödderitz (1893–1920), Autor und Herausgeber von Veröffentlichungen zu Themen der Jagd.
  • Ernst Zehle (1876–1940), Berliner Landschaftsmaler, hielt die Elbauenlandschaft in vielen seiner Bilder fest. Dem Werk des Künstlers, der in Lödderitz beigesetzt ist, widmet sich die Heimatstube des Ortes.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lödderitz liegt an der Landstraße von Calbe (Saale) über Aken (Elbe) nach Dessau. Der nächste Bahnhof befindet sich in der Nachbargemeinde Sachsendorf (Strecke MagdeburgHalle).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1901, ZDB-ID 3766-7, S. 355.
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 354
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  4. Heidi Thiemann: Letzte Ruhe für Förster sowie «Biber-Maler» Ernst Zehle. In: Mitteldeutsche Zeitung Dessau-Roßlau, 30. Dezember 2008
  5. Thomas Linßner: Mensch wird ausgesperrt? In: Schönebecker Volksstimme, 20. September 2017
  6. Lars U. Scholl: Nobiling, Eduard Adolph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 303 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lödderitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien