Löschzug

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Standard-Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr
Ein Löschzug der Berufsfeuerwehr Bonn auf dem Weg zu einer Einsatzstelle. Unterstützt wird die Einheit von einem RTW (hinten).
Magirus-Deutz-Löschzug mit LF 15 von 1942, TLF 15/48 von 1950 und DL 24-2 von 1952 (Rheinland-Pfälzisches Feuerwehrmuseum Hermeskeil)
Lübecker Löschzug (1906)

Der Löschzug ist eine taktische Einheit in Zugstärke, dessen primäre Aufgabe in der Brandbekämpfung liegt. In Deutschland besteht ein Zug nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3[1] aus 22 Einsatzkräften in 2 Gruppen und einem Zugtrupp. Je nach regionaler Einsatz- und Ausrückeordnung können Löschzüge aber auch für technische Hilfeleistungen herangezogen werden.

Größe und Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Löschzug wird umgangssprachlich oft mit einem Löschfahrzeug gleichgesetzt. Er besteht jedoch gemäß Definition aus 22 Einsatzkräften auf bzw. in ihrem Gerät, also in jedem Fall einer Zusammenstellung aus mehreren Fahrzeugen. Häufig finden sich aus organisatorischen Gründen mehr als 22 Personen in den Löschzügen. Gerade bei Landgemeinden mit mehreren Ortsteilen stellt die Freiwillige Feuerwehr des jeweiligen Ortsteils oder Dorfes meist einen einzelnen Löschzug. Andererseits betreiben Berufsfeuerwehren aus Kostengründen oft Löschzüge mit deutlich weniger als 22 Personen.

Insbesondere bei größeren Feuerwehren setzt sich ein Löschzug oft zusammen aus den jeweiligen Mannschaften mit

In diesem Fall gibt man die Zugstärke mit 1/4/17/22 an.[1]

Diese Fahrzeugkombination ist zwar recht weit verbreitet, jedoch nicht zwingend. Ebenso ist die Kombination aus zwei Löschgruppenfahrzeugen und einem Einsatzleitwagen oder einem Löschgruppenfahrzeug, einem Tanklöschfahrzeug und einem Rüstwagen oder Großtanklöschfahrzeug o. ä. möglich. Bei Berufsfeuerwehren weit verbreitet ist auch eine Kombination aus Vorauslöschfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug (LF) oder Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) und Hubrettungsfahrzeug. In manchen Fällen verfügt ein Zug über keinen Zugtrupp; der Zugführer fährt dann auf dem ersten Löschgruppenfahrzeug mit.

Bei besonderer Gefahrenlage kann zudem ein erweiterter Löschzug eingesetzt werden. Hierbei kann ein Löschzug um ein Fahrzeug bis zur Gruppenstärke erweitert werden. Nach alter Feuerwehr-Dienstvorschrift 5 (Der Zug im Löscheinsatz) sprach man von einer Erweiterung um einen weiteren Trupp (0/1/2/3).

Siehe Brandschutzdienst für die Löschzüge des Brandschutzdienstes nach Bundesvorgaben.[2][3]

AGBF-Löschzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diesem klassischen Löschzug gibt es in Deutschland weiterhin den AGBF-Löschzug (AGBF = Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren). Im Gegensatz zum klassischen Löschzug sieht der AGBF-Löschzug für das Kriterium kritischer Wohnungsbrand[4] nur noch eine Besatzung von 16 Feuerwehrangehörigen vor.

Ein Löschzug nach AGBF kann auch gemäß Rendezvous-System an der Einsatzstelle zusammengefügt werden, d. h. Fahrzeuge mehrerer Standorte ergänzen sich an der Einsatzstelle zum Löschzug.

In der Regel besteht so ein Löschzug aus

  • 1 Einsatzleitwagen ELW (mit 1/0/1/2 besetzt) als Führungsfahrzeug,
  • 2 Löschfahrzeugen z. B. HLF 20/16 (je mit einer Staffel 0/1/5/6) und
  • 1 Drehleiter z. B. DLA(K) 23/12 (mit 0/1/1/2 besetzt)

Somit ergibt sich eine Stärke von 1/3/12/16 Feuerwehrangehörigen (SB).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, 2008
  2. BBK / BZS: Brandschutzdienst (BsDi) im Katastrophenschutz. Stärke- und Ausstattungsnachweis Löschzug Löschen und Retten (LZ-R). STAN-Nr. 011. Stand: Mai 1984.
  3. BBK / BZS: Brandschutzdienst (BsDi) im Katastrophenschutz. Stärke- und Ausstattungsnachweis Löschzug Löschen und Wasserversorgung (LZ-W). STAN-Nr. 012. Stand: Mai 1984.
  4. Es handelt sich dabei um einen Wohnungsbrand im Obergeschoss eines Hauses mit verrauchtem Fluchtweg (Treppenraum) und mit Menschenleben in Gefahr; weitere Informationen auch unter Hilfsfrist