Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft

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Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft mbH
LVG Logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Lübeck-Travemünde
Webpräsenz www.lvgbus.de
Bezugsjahr 2010
Eigentümer Stadtverkehr Lübeck GmbH 100 %[1]
Geschäftsführung Ortz
Verkehrsverbund Schleswig-Holstein-Tarif
Mitarbeiter 239[1]
Umsatz 9,8 Mio. Euro[1]dep1
Linien
Bus 8
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 47

Die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft mbH (LVG) ist ein Busverkehrsunternehmen und seit 1994 eine Tochtergesellschaft des Stadtverkehr Lübeck (SL). Sie betreibt einen Teil des öffentlichen Personennahverkehrs mit Omnibussen in der Region Lübeck.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büssing DE der LVG (1978)

Gegründet wurde das Unternehmen 1945 in der unmittelbaren Nachkriegszeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Ernst Wendelborn und Söhne, zu denen auch Helmut Wendelborn gehörte. Er erhielt von der Britischen Militärregierung die ausschließliche Konzession für den straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr zwischen Lübeck und Travemünde sowie in Travemünde und den benachbarten Badeorten Niendorf und Timmendorfer Strand. Einziger Konkurrent der LVG war die Deutsche Bundesbahn (DB) auf der Bahnstrecke Lübeck–Lübeck-Travemünde Strand. 1994 verkaufte er das Unternehmen an die Stadtwerke Lübeck. Die LVG heute betreibt die Linien 30, 31, 32, 33, 35, 38, 39 und 40 sowie die Open-Air-Stadtrundfahrt in Lübeck und den Herrentunnel-Shuttle.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LVG-Linienbus vor dem Strandbahnhof Travemünde

Bis 2007 wurden zwischen Lübeck und Travemünde Doppeldeckbusse eingesetzt. Die Wagen basierten weitgehend auf Typen, die auch von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eingesetzt wurden.

  • Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zunächst zwei dreiachsige Berliner Vorkriegs-Doppeldeckbusse der Bauart D 38 zum Einsatz. 1950 ergänzte ein weiterer dreiachsiger Doppeldecker mit einem neuen Aufbau von Trutz auf dem Vorkriegs-Chassis den Wagenpark.
  • 1956 und 1958 wurden Omnibusse mit Anhängern und Gelenkbus (Büssing/Kässbohrer) angeschafft.
  • Von der zweiachsigen Berliner Doppeldecker-Bauart Büssing D2U mit einem Aufbau von O&K in Spandau wurden in den Jahren 1959 und 1961 jeweils vier Wagen bezogen, die in einigen Merkmalen abwichen. Im Unterschied zu den Berliner Wagen besaßen die LVG-Wagen Fronteinstieg und eine schmale Mitteltür für den Ausstieg, ohne Heckperron, so dass sie bei der LVG ohne Schaffner eingesetzt wurden. Diese Busse besaßen einen unterflur angebrachten Dieselmotor des Büssing-Typs U10, wie sie auch in den Schienenbussen der DB verwendet wurden, und waren in selbsttragender Bauweise ausgeführt.
  • Im Jahr 1965 wurden zwei Doppeldeckbusse vom Typ Büssing Senator 25 mit Dieselmotor unterflur im Heck angeschafft. Dieser Typ besaß vorn und in der Mitte jeweils eine schmale zweiflüglige Tür und eine Treppe in der Mitte.
  • Von 1966 bis 1972 wurden insgesamt zwölf Wagen des Typs Büssing DE beschafft, der in Berlin als erster Einmann-Doppeldecker eingesetzt wurde. Er hatte wieder einen Aufbau von O&K, diesmal vorn und in der Mitte mit je einer vierflügigen Tür für Zweispur-Abfertigung.
  • Als erste VÖV-Standard-Linienbusse kam die kurze, 9,57 m lange Variante BS 100 V von Büssing für den Ortsverkehr in Travemünde zur LVG.
  • Später wurden auch Doppeldeckbusse der Berliner Bauart MAN SD 200 und MAN SD 202 an die LVG geliefert.
  • Nachdem um 1990 wegen der Grenzöffnung in Berlin Doppeldeckbusse mit Fahrern der LVG zur Verstärkung an die BVG ausgeliehen wurden, waren in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre einige MAN SD 202 der BVG (dort als Baureihe D bezeichnet) und ein eigener dreitüriger Renault Agora Niederflurbus im Bestand.
  • Im Sommer 2012 wurde der letzte Setra S 319 NF, LVG 123, abgestellt.
  • Nachdem am 21. August 2013 der letzte Mercedes-Benz O 405 N, LVG 166, mit 1.187.000 km abgerüstet wurde, endete endgültig die Ära dieses Bustypes bei der LVG.

Danach waren verschiedene Typen von Niederflurbussen auf den Strecken der LVG unterwegs:

Linienübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenabschnitte in Klammern werden nur zeitweilig bedient:

300 Lübeck, ZOB/Hauptbahnhof – Stadttheater – Gustav-Radbruch-Platz – Burgtorfriedhof – Siems/Kieselgrund – Solmitzstraße – Bahnhof Kücknitz – Priwallfähre – Travemünde Strandbahnhof – Nordmeerstraße – Gneversdorf
310 (Lübeck, ZOB/Hauptbahnhof – Wahmstraße/Stadttheater – Gustav-Radbruch-Platz – Burgtorfriedhof – Siems/Kieselgrund – Solmitzstraße – Roter Hahn – Priwallfähre – Travemünde Strandbahnhof) (nur im Früh- und Abendverkehr)
320 Schnellbus: Hirtenbergweg – Werkstraße – Siems/Kieselgrund – Burgtorfriedhof – Gustav-Radbruch-Platz – Stadttheater/Wahmstraße – Lübeck, ZOB/Hauptbahnhof – Maria-Goeppert-Straße – Stephensonstraße
330 Gewerbegebiet Gneversdorfer Weg – Travemünde Strandbahnhof – Priwallfähre – Ostseestraße – Grüner Jäger – Roter Hahn – Silberstraße – Siems – Dänischburger Landstraße – Rodenkathen – Bad Schwartau ZOB
350 Gewerbegebiet Gneversdorfer Weg – Nordmeerstraße – Kowitzberg – Dänemarkstraße – Travemünde Strandbahnhof – Priwallfähre – Teutendorf, Raiffeisen/Warnsdorf
380 Gewerbegebiet Gneversdorfer Weg – Teutendorfer Weg – Priwallfähre – Priwall, Wellenschlag
390 Roter Hahn – Solmitzstraße – Siems/Kieselgrund – Kreuzwegbrücke – Gustav-Radbruch-Platz – Stadttheater/Wahmstraße – Lübeck, ZOB/Hauptbahnhof
400 Schnellbus: Lübeck, ZOB/Hauptbahnhof – Stadttheater – Gustav-Radbruch-Platz – Kücknitzer Scheide – Skandinavienkai – Nordlandring – Travemünde Strandbahnhof (– Brodten – Niendorf – Timmendorfer StrandScharbeutz)

Stand: Mai 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antjekathrin Graßmann: Öffentlicher Personennahverkehr, in: Lübeck Lexikon, Lübeck 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Suche nach Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft mbH: Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 27. März 2012.

Koordinaten: 53° 53′ 55,6″ N, 10° 40′ 23,3″ O