Lübs (Gommern)

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Lübs
Stadt Gommern
Wappen von Lübs
Koordinaten: 52° 1′ 14″ N, 11° 56′ 30″ O
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 14,76 km²
Einwohner: 315 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 39264
Vorwahl: 039242
Kirchenruine und Dorfanger
Kirchenruine und Dorfanger

Lübs ist ein Ortsteil der Stadt Gommern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Lübs zwischen Magdeburg und Zerbst/Anhalt ist etwa vier Kilometer von der Elbe entfernt. Die Gemarkung auf etwa 70 m ü. NHN grenzt an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, ist 1476 Hektar groß und liegt zum Teil im Biosphärenreservat Mittelelbe. Das Gelände fällt von Nordosten her zur Elbaue allmählich ab. Eine Besonderheit ist der „Lübser Heuberg“, eine mit Trockenrasen bewachsene Binnendüne, auf der noch die Silberscharte vorkommt, die unter Naturschutz steht.

Naturräumlich gehört der Ort zum Zerbster Land, einer ackergeprägten offenen Kulturlandschaft und 536 km² großen Haupteinheit der übergeordneten Haupteinheitengruppe des Fläming im norddeutschen Tiefland. Das Zerbster Land bildet die Südwestabdachung des Flämings zur Elbe und gehört zum Einzugsgebiet dieses Flusses.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von (Klein) Lübs findet sich im Jahre 975. Der damalige Ortsname "Liubatici" geht auf das altslawische "Ljubusicy" (Familie Ljubus oder Ljubos von "ljubu" = lieb, geliebt) zurück.[3] Im Zuge der großangelegten Kolonialisierung brachliegender Ländereien östlich der Elbe durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts durch deutsche Bauern entstanden oftmals deutsche Siedlungen neben schon bestehenden slawischen Dörfern.[4] In diese Zeit ist auch die Gründung von Groß Lübs anzusiedeln. Die dadurch entstandene Angerform des Dorfes ist auch heute noch erkennbar. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Groß Lübs mit der Landgemeinde Groß Lübs vereinigt.[5] Bis 1937 waren Groß Lübs und Klein Lübs zwei getrennte Gemeinden.[6]

Die Gemeinde Lübs war bis zum 30. Juni 2007 Teil der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Ehle-Nuthe mit Sitz in der Stadt Zerbst. Nach dem Wechsel in den Landkreis Jerichower Land zum 1. Juli 2007 wurde Lübs von der Stadt Gommern mitverwaltet. Die Gemeinde Lübs wurde am 1. Januar 2009 in die Stadt Gommern eingemeindet.[7] In Lübs gibt es eine Kindereinrichtung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. Dezember 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg zwei unterschiedlich hohe, schwarz gefugte rote Türme aus Bruchsteinmauerwerk, beide mit einer rundbogigen Türöffnung und bekreuztem schwarzen Spitzdach, der niedrigere rechte Turm mit oben balkenweise drei Fenstern und mittig abgesetztem Dach, im höheren linken auf halber Höhe ein Rundfenster und oberhalb davon balkenweise zwei Fenster, zwischen den Türmen ein grüner Schild mit einer goldenen Trappe und drei gefächert aus dem oberen Schildrand wachsenden goldenen Ähren mit Halmblättern.“[8]

Die Farben von Lübs sind: Rot - Silber (Weiß).

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Rot - Weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.[9]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Prödel und Leitzkau ist Lübs mit der Bundesstraße 184 verbunden, weitere Straßen führen nach Zerbst/Anhalt sowie nach Barby (über eine Gierseilfähre im Zerbster Ortsteil Ronney).

Der Ort besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz. Hier verkehren stündlich Regionalexpresszüge nach Magdeburg, Dessau und Leipzig.

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschule an der Schulstraße, die zu DDR-Zeiten seinen Namen trug, brachte 1980 auf dem Schulhof eine Gedenktafel zur Erinnerung an den kommunistischen Arbeitersportler Werner Seelenbinder an, der 1944 in Brandenburg-Görden ermordet wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lübs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Gommern – Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerzahlen Einheitsgemeinde Stadt Gommern – Stand 31.12.2017. 28. Januar 2019.
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Johannes Wütsche: Mitteldeutsche Ortsnamen mit besonderer Berücksichtigung des Zerbster Raumes. Hrsg.: Heimatmuseum der Stadt Zerbst. Zerbst 1960, S. 26.
  4. Gustav Reischel: Die Besiedlung der beiden Kreise Jerichow. In: R. Holtzmann und W. Möllenberg (Hrsg.): Jahrbuch der historischen Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt. Band 7. Magdeburg 1931, S. 1–75.
  5. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 202.
  6. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 261
  7. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  8. Amtsblatt des Landkreises Nr. 26/2008 Seite 745
  9. Amtsblatt des Landkreises Nr. 26/2008 Seite 745