Lügenpresse

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Lügenpresse ist ein politisches Schlagwort, das polemisch und in herabsetzender Absicht auf mediale Erzeugnisse gerichtet ist und sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum nachweisen lässt. Zunächst wurde es gelegentlich von konservativen Katholiken gegen die im Zuge der bürgerlichen Revolutionen entstandene liberale Presse gewandt. Im Kontext des Ersten Weltkrieges fand „Lügenpresse“ sehr viel häufiger Verwendung; hier bezeichnete es aus Sicht Deutschlands und Österreich-Ungarns die Presse der Feindstaaten. Sowohl vor als auch im Nationalsozialismus nutzten NS-Agitatoren das Schlagwort im Rahmen ihrer antisemitischen Verschwörungstheorie zur Herabsetzung von Gegnern als Kommunisten und Juden sowie der Behauptung einer Steuerung der Presse durch ein „Weltjudentum“. Nach der Machtergreifung und der Gleichschaltung der Inlandspresse wurden die Medien der späteren Kriegsgegner mit „Lügenpresse“ geschmäht.

Weiterhin fand „Lügenpresse“ auch in Organisationen der Arbeiterbewegung zur Abwertung von als bürgerlich oder kapitalistisch wahrgenommenen Teilen der Presse sowie in der Exilpresse als Bezeichnung für die gleichgeschalteten NS-Medien Verwendung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam das Wort zunächst nur mehr sporadisch vor. Die ab August 1945 erscheinende Frankfurter Rundschau verstand sich explizit als Gegenentwurf zu „Hugenbergs Lügenpresse“.[1] In den Medien der DDR wurde das Wort im Kalten Krieg gelegentlich zur Herabsetzung der westdeutschen Presse benutzt.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Begriff Lügenpresse – zumal in Deutschland – vorrangig von als rechtsextrem und rechtspopulistisch, oder auch als fremdenfeindlich und islamophob bezeichneten Kreisen verwendet, zunächst von Teilen der Hooligan-Szene, bekannter seit 2014 als Parole bei den von Dresden ausgehenden Pegida-Demonstrationen sowie bei Demonstrationen der AfD. Hier ist sie mit Gewaltdrohungen und Gewalt gegen Journalisten eng verbunden.

Im Januar 2015 wurde der Begriff von der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres zum „Unwort des Jahres 2014“ gewählt. Nach einer Studie des Allensbach-Instituts glaubten Ende 2015 39 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands, am Vorwurf der Lügenpresse sei „etwas dran“.

Wortbildung, Lexikalisierung, verwandte Prägungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um ein Kompositum aus der Gruppe der Determinativkomposita, das heißt, ein Grundwort oder Kopf (Presse) wird durch ein vorangestelltes Bestimmungswort (Lügen) in seiner Bedeutung modifiziert. Semantisch lässt es sich als effizierendes Nomen bzw. Nomen resultativum einordnen: Das Bestimmungswort gibt das bewirkte Ergebnis an. Der Sinn ist damit etwa: die Presse, die Lügen schreibt. Mit dem Grundwort Presse sind gewöhnlich die tonangebenden Tagesmedien gemeint, im Sinne von Presse (Medien). Da diese Bedeutung erst im 19. Jahrhundert allgemein wurde, ist es nicht verwunderlich, dass das Kompositum erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nachzuweisen ist. Das Bestimmungswort Lügen enthält traditionell einen starken moralischen Vorwurf, wie der Linguist Gabriel Falkenberg in einem sozialgeschichtlichen Exkurs ausführt: sowohl nach dem Prinzip der ritterlichen Ehre als auch nach dem Prinzip der bürgerlichen Geschäftsmoral.[2]

Das Kompositum findet sich (Stand 2014) nicht in deutschen Wörterbüchern, ist also trotz seiner zeitweise nicht seltenen Verwendung nie lexikalisiert worden. Eine verwandte Bildung ist das „Lügenblatt“, in Grimms Wörterbuch lemmatisiert mit einem Beleg aus einer Zeitung von 1871 und der Bedeutung „zeitungsblatt, welches geflissentlich unwahrheiten verbreitet“.[3] Hier ist das Grundwort im Unterschied zur „Lügenpresse“ nicht das Kollektivum Presse, sondern ein einzelnes Presseerzeugnis (Zeitung, „Blatt“). Im zehnbändigen Duden von 1999 sowie im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache gibt es unter anderem das Lemma „Lügenfeldzug“, das im Ersten Weltkrieg in enger Verbindung mit der „Lügenpresse“ auftrat. Hier bezeichnet das Grundwort nicht eine Institution wie die Presse, sondern eine Handlung (Kampagne).[4] Eine der „Lügenpresse“ inhaltlich wie formal recht eng verwandte Komposition mit demselben Grundwort taucht im Rechtschreibduden auf, nämlich die „Hetzpresse“.[5]

Im Nationalsozialismus wurde „Lügenpresse“ oft gleichbedeutend mit „Journaille“ verwendet.[6] Die Wortbildung „Journaille“ wird allerdings formal nach ganz anderen Mechanismen der Komposition erzeugt als „Lügenpresse“, und ihr Eintritt in den deutschen Wortschatz wird direkt mit einer Person verbunden, nämlich mit Karl Kraus. Mit Bezug auf die Medien der Weimarer Republik sprachen Nationalsozialisten auch oft von „Systempresse“.[7] Im deutschsprachigen Rechtsextremismus wird oft ebenfalls von „Systempresse“ oder von „Medienmafia“ oder (gleichgeschalteter / deutschfeindlicher /anti-deutscher) „Meinungsindustrie“ gesprochen, um die Annahme einer zentralen Lenkung der Medien verschwörungstheoretisch auszudrücken.[8]

Verwendungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Verwendungen vor 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Anfängen der religiösen Bewegungen von Spätmittelalter und Früher Neuzeit wurde der Vorwurf der Lüge genutzt, um die katholische Kirche als unglaubwürdig darzustellen: Sie halte sich selbst nicht an die von ihr verkündeten Gebote. Die gedruckte protestantische Publizistik nahm diesen Vorwurf auf. Umgekehrt griffen die katholischen Autoren ihrerseits zum Vorwurf der Lüge gegenüber der zunächst vorwiegend protestantisch geprägten Publizistik. Diese Wortgeschichte belegen die Begriffe Lügenblatt[9], Lügenbrief,[10] Lügenrede und Lügenreich[11] oder Lügenschrift bei Kaspar von Stieler, die im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm nachgewiesen sind.

Der Lügenvorwurf an die Druckwerke war im 17. Jahrhundert derart allgemein geworden, dass Kaspar von Stieler im Zeitungsbuch Zeitungs Lust und Nutz 1695 ein eigenes Kapitel darauf verwandte, die Journalisten dagegen in Schutz zu nehmen. Unter der Überschrift Von dem Schutze wieder die Zeitungs-Stürmer wird als hauptsächlicher Vorwurf gegenüber den Zeitungen genannt, „dass sie Ungewiß und Lügenhaft seien“.[12] Stieler zitiert einen „vornehmen Geistlichen“, der das „Lügen-Handwerk“ der „Zeitungs-Macher und Wort-Wäscher“ mit dem achten Gebot bekämpfen wolle.[13] Stieler weist nicht nur darauf hin, „daß auch ein Zeitungs-Schreiber ein Mensch sey / der nicht vollkommen ist / und irren kann“,[14] sondern empfiehlt, die Journalisten sollten ihre Quellen nennen, denn sie könnten nicht alles selbst überprüfen.

Auch das Kompositum Lügenpresse findet sich gelegentlich bereits vor 1848, jedoch nicht kontinuierlich, sondern wohl ad hoc gebildet. So gab 1835 die Wiener Zeitung die Rede eines Abgeordneten vor der französischen Deputiertenkammer wieder, der für eine Einschränkung der Pressefreiheit eingetreten war, weil „nur durch Unterdrückung der Lügenpresse […] der wahren Presse aufgeholfen werden“ könne.[15] Eine weitere frühe Verwendung ist in der Allgemeinen Zeitung vom 9. März 1840 nachgewiesen.[16] Die Wortbildung richtet sich hier gegen „das Verleumdungssystem einiger schlechten Journale“, die es „credit- und achtungslosen Individuen“ ermöglichten, unter dem Schutz der Anonymität Amtsträger anzugreifen und zum Rücktritt zu bewegen. Ein in dieser Belegstelle synonym benutztes Wort ist „Pressunfug“. Der entsprechende Artikel steht im Kontext einer Berichterstattung zur Duellgesetzgebung in Belgien.

Verwendung im Kontext der katholischen Kampagne gegen die „schlechte Presse“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine gewisse Kontinuität gewann der neue Ausdruck ab 1848 in Polemiken von katholisch-konservativer Seite gegen das im Zuge der deutschen Märzrevolution nach Aufhebung der Pressezensur erstarkte liberale und demokratisch orientierte Zeitungswesen. So zog der Priester und Abgeordnete der konservativ-„rechtsliberalen“ Casino-Fraktion in der Frankfurter Nationalversammlung Beda Weber in einem für die Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland geschriebenen Artikel über die Trauerfeier für den nach der Niederschlagung des Wiener Oktoberaufstands standrechtlich hingerichteten republikanischen Abgeordneten Robert Blum über die „jüdische Lügenpresse“ her: Diese habe den Aufruhr geschürt, die „rohen Leidenschaften“ aufgereizt und so die Gemüter verwirrt.[17]

Der Eintrag „Zeitungen“ in einem Lexikon „für das katholische Deutschland“ von 1849, der in deutlich gemäßigterem Ton gehalten ist, benutzt das Wort „Lügenpresse“ ebenfalls und nennt als Synonym „Schandpresse“.[18]

Derartige Verwendungen finden sich in ultramontanen katholischen Publikationen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts immer wieder. Eine besonders auffällige und öffentlichkeitswirksame Verwendung des Kompositums durch Viktor Kolb ist 1905 in dessen Rede auf der ersten Versammlung des neugegründeten Pius-Vereins zur Förderung der katholischen Presse in Österreich belegt. Wie der Publizistikwissenschaftler Michael Schmolke referiert, war für Kolb „die Lügenpresse … in erster Linie die ‚Wiener Judenpresse‘“.[19] Mit der von Kolb angewandten Doppelformel „Logen- und Lügenpresse“ erhielt der Ausdruck zusätzlich zu den alten antijudaistischen bzw. antisemitischen auch anti-freimaurerische Konnotationen.[20] Häufiger als der Ausdruck „Lügenpresse“ war allerdings in katholisch-konservativen Kreisen die Fügung „schlechte Presse“, die bereits ab 1840 ein gängiges Schlagwort der katholischen Versuche geworden war, die neue Realität einer unabhängigen, weder an staatliche noch an kirchliche Autorität gebundenen und der katholischen Kirche großenteils nicht wohlgesinnten Presse zu bezeichnen und zu verarbeiten.[21]

Weitere Verwendung vor dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1869 verwendete ihn Woldemar von Bock, um Berichte der russischen Presse über die Unterdrückung der Letten und Esten durch die Deutsch-Balten als Propaganda darzustellen.[22][23]

Nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ist „französische Lügenpresse“ eine Formulierung, die in populären deutschen Darstellungen über den Krieg Verwendung findet. So bietet etwa eine Illustrierte Chronik des deutschen Nationalkrieges, die 1871 Hugo Schramm und Franz Otto gestalteten, auch eine „Blumenlese aus der französischen Lügenpresse“,[24] und G. Schneider hält in den 1872 erschienen Pariser Briefen fest, dass in der „französischen Lügenpresse“ nicht nur die Deutschen als Heiden gegolten hätten, die rohes Fleisch äßen, sondern dass sie sogar Kinder verspeisen würden.[25]

Am 27. Dezember 1887, acht Jahre nach Beginn des Berliner Antisemitismusstreits und während der Krise um den Gesundheitszustand des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen schreibt Heinrich von Treitschke an seinen Freund Wilhelm Noll, dass er den Berichten der „coburgisch-jüdische[n] Lügenpresse“ nicht vertraue.[26][27] 1893 beschrieben die Bayreuther Blätter, dass der antisemitische protestantische Hofprediger Adolf Stoecker von der Lügenpresse bösartig als Hetzer dargestellt worden sei.[28]

„Lügenpresse“ im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg wurde das Wort Lügenpresse im deutschen Sprachraum erstmals ein breit benutzter Terminus.[29] Dies hing damit zusammen, dass das Deutsche Reich durch die Verletzung der belgischen Neutralität und vor allem die folgenden Kriegsgräuel gegen die belgische Zivilbevölkerung (etwa das Massaker von Dinant und den Brand von Löwen) propagandistisch in die Defensive geraten war. Unter dem Stichwort Rape of Belgium wurden diese Ereignisse gerade in der Presse der neutralen Länder breit thematisiert, zum Teil auch für Gräuelpropaganda ausgewertet. Die Reaktion der deutschen Intellektuellen und der deutschen Presse war es, die Auslandspresse als Lügenpresse zu diffamieren. Öffentlichkeitswirksame Verwendungen dieses Ausdrucks kamen besonders in Offenen Briefen von deutschen Intellektuellen vor, die meist auf Vorwürfe französischer oder englischer Kollegen wegen der Kriegsverbrechen in Belgien antworteten und sich dabei, oft zum ungläubigen Staunen der Kollegen, die Kriegspropaganda des Deutschen Reiches voll zu eigen machten. So schrieb Gerhart Hauptmann am 10. September 1914 in einem in der Vossischen Zeitung erschienenen Offenen Brief an Romain Rolland (in Antwort auf einen ebensolchen Brief Rollands): „Aber der deutsche Soldat hat mit den ekelhaften und läppischen Werwolfgeschichten nicht das allergeringste gemein, die Ihre französische Lügenpresse so eifrig verbreitet, der das französische und das belgische Volk sein Unglück verdankt.“[30] Adolf von Harnack beantwortete am selben Tag einen Brief von elf englischen Theologen und schrieb in einem Postskriptum: „Als vierte Großmacht hat sich gegen Deutschland die internationale Lügenpresse erhoben, überschüttet die Welt mit Lügen gegen unser herrliches und sittenstrenges Heer und verleumdet alles, was deutsch ist.“[31] Der Schweizer Theologe Leonhard Ragaz kritisierte 1914 die bereits gängige Bezeichnung für das gesamte Pressewesen der Gegnerstaaten in einem öffentlichen Briefwechsel mit dem deutschen Theologen Gottfried Traub: „Sie versichern der Welt, daß Ihr Volk allein recht habe und daran kein Zweifel sei. Die Presse der gegnerischen Völker, die die Dinge anders darstellt als Ihre eigene, ist eine ‚Lügenpresse‘.“[32][33] Der Evangelische Pressedienst hatte bereits seit August 1914 seine Tätigkeit in den Dienst des Kampfs gegen die „Lügenpresse“ gestellt, die die „schwerste Waffe der Kriegsgegner“ sei.[34] Der Aufruf An die Kulturwelt! vom 4. Oktober 1914, die öffentlichkeitswirksamste und folgenreichste Erklärung der deutschen Intellektuellen im Ersten Weltkrieg, unterschrieben unter anderem auch von Harnack und Hauptmann, kam ohne das Wort Lügenpresse aus, konzentrierte sich aber ebenfalls auf die angeblich von den Feinden geführten „vergifteten Waffen der Lüge“, denen ein sechsfaches „Es ist nicht wahr“ entgegengesetzt wurde – freilich, wie ein Teil der Unterzeichner später eingestand, ohne dass die Intellektuellen dies überhaupt hätten beurteilen können.[35]

1915 schreibt der Österreicher Gustav Pacher von Theinburg die Kriegsschuld der schon vor Kriegsbeginn „mit schwerem Geld bezahlten“ britischen „Hetz- und Lügenpresse“ zu.[36] Auch in Buchtiteln fand sich der Ausdruck im Verlauf des Krieges: So veröffentlichte der Sprachlehrer und Übersetzer[37] Reinhold Anton 1915 und 1916 eine Serie von fünf Büchern Der Lügenfeldzug unserer Feinde. Sie enthielten dem Untertitel zufolge eine Gegenüberstellung deutscher und „feindlicher“ Agenturmeldungen über den Krieg. Der 1915 erschienene Band 3 trug den englischen Titel All lies („Alles Lügen“), der Band 4 (1916) hieß Die Lügenpresse.[38] Der Rittmeister a. D. Oskar Michel aus dem Kriegspresseamt veröffentlichte 1918 in der Serie Schützengraben-Bücher für das deutsche Volk einen Band mit dem Titel Die Lügenpresse unserer Feinde.[39]

Kommunistische und sozialistische Verwendung nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde im kommunistischen und sozialistischen Spektrum der Begriff der Lügenpresse verwendet, um Veröffentlichungen des politischen Gegners zu beschreiben. Laut Alexander Michel wurde „von den Kommunisten“ beispielsweise die „Werkzeitung als Element der ‚bürgerlichen Lügenpresse‘ vehement bekämpft“.[40] Karl Radek sprach beim Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands über den Kampf gegen die „Lügenpresse der Bourgeoisie“ in Russland.[41] In Reden von USPD-Mitgliedern bei Arbeiter- und Soldatenräten 1918/1919 findet sich der Ausdruck ebenfalls.[42][43] Alexander Parvus schrieb in der sozialistischen Wochenschrift Die Glocke, „mit welcher Schamlosigkeit die schwarz-weiß-roten Zeitungen lügen“, und überlegte, wie an die Leser dieser „Lügenpresse“ noch heranzukommen sei.[44]

Verwendung durch die NSDAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1921 verwendete Alfred Rosenberg im Völkischen Beobachter den Kampfbegriff im Kontext der Ablehnung des Republikschutzgesetz und der Ausschlachtung der „Badebild“-Affäre, sowie antisemitischen Verratsvorwürfe gegen Walther Rathenau durch die NSDAP. Die Regierung agierte nach seinem Vorwurf mittels Geheimhaltung und Auslieferung an die „feindliche Lügenpropaganda“, dies werde durch die „organisierte Lügenpresse der Regierungsparteien“ gestützt. Rosenberg nennt die Frankfurter Zeitung, den Vorwärts und das Berliner Tageblatt.[45] Rosenberg propagierte 1923 „die alte deutsche Auffassung vom Wesen und Wert der Arbeit“. Als Gegensatz zum „Volk“ und seinem „Willen“ konstruierte er in seiner Interpretation des NSDAP-Parteiprogrammes die „Lügenpresse“: „Das Volk wird seine großen Künstler, Feldherren und Staatsmänner nicht mehr als ein ihm Entgegengesetztes empfinden – als welches eine Lügenpresse sie uns darstellen möchte –, sondern, umgekehrt, als den höchsten Ausdruck seines oft dunklen, noch unbestimmten Wollens.“[46]

1922 nutzt Adolf Hitler den Vorwurf der „Lügenpresse“ für die marxistische Presse.[47] In seinem 1923 erschienenen Buch Mein Kampf verwendet er das Wort Lügenpresse nicht. Er beschreibt vielmehr im Kapitel Kriegspropaganda die in seinen Augen außerordentliche Wirkung der feindlichen Propaganda im Ersten Weltkrieg. Er bemängelt die deutsche Propaganda als unwirksam und fordert eine eigene Propaganda, die sich wie die der Engländer, Franzosen oder Amerikaner an der psychologischen Wirksamkeit orientiere.[48] Vorwürfe der „Lüge“ auch gegenüber der Inlandspublizistik finden sich dagegen an einigen Stellen, so etwa gegen die „sozialdemokratische Presse“, jüdische Liberale usw.[49]

Manfred Pechau fasste im Dezember 1937 in den Nationalsozialistischen Monatsheften Teile seiner Dissertation Nationalsozialismus und deutsche Sprache (Greifswald 1935) zusammen, indem er Synonyme zu „jüdisch-marxistischen Lügenpresse“ zusammenstellt, darunter auch „jüdische Journaille“.[50] Das Einzige Parteiamtliche Aufklärungs- und Rednerinformationsmaterial, herausgegeben 1938 von der Reichspropagandaleitung der NSDAP rechnet die Kommentierung der antisemitischen Novemberpogrome 1938 durch ausländische Medien als Reaktionen der „Hetz- und Lügenpresse“ die ein neues Verleumdungsfeld gegen das Reich darstelle.[51] In mehreren Reden von Joseph Goebbels aus der ersten Hälfte des Jahres 1939 verwendet dieser Lügenpresse als Charakterisierung der Medien des Auslandes, besonders der späteren Kriegsgegner USA, Frankreich und Großbritannien.[52] Zu diesem Zeitpunkt ist die deutsche Inlandspresse „gleichgeschaltet“, eine von den Nationalsozialisten als Lügenpresse bezeichnete Inlandspresse existiert nicht mehr. Auf die Falschmeldung vom Tod Max Schmelings reagierte die NS-Propaganda mit einem Angriff auf die „ausländische Lügenpresse“.[53] Auch weitere Kombinationen des Begriffes waren möglich, der Völkische Beobachter nutzte etwa Emigranten- und internationale Lügenpresse um Meldungen über den schlechten Zustand des inhaftierten Carl von Ossietzky zu dementieren.[54] 1932 hatte der Völkische Beobachter Kritik an Rosenberg mit der Formel marxistische Lügenpresse zurückgewiesen.[55]

Baldur von Schirach bezeichnete 1942 die französische Journalistin Geneviève Tabouis, die über die Expansionspläne des Nationalsozialismus publizierte, als „Verkörperung dieser feilen Lügenpresse, die sich jedem anbot, der zu bezahlen wußte“; im gleichen Zusammenhang behauptete er, dass „90 Prozent aller Pariser Zeitungen“ unter „jüdischem Einfluß“ standen und die Zeitungsredaktionen sich aus „über 70 Prozent“ Juden zusammensetze.[56]

Der Begriff wurde selbst in Büttenreden gleichgeschalteter Karnevalsveranstaltungen benutzt.[57]

Nachdem im Spanischen Bürgerkrieg die nationalsozialistische Legion Condor die Stadt Guernica bombardiert hatte und dies in der Weltöffentlichkeit zu entsetzten Reaktionen führte, bezichtigte General Francos Propaganda die „jüdische Lügenpresse“: Das sei ein Pressemanöver der Bolschewisten gewesen, welche die Stadt selbst niedergebrannt hätten.[58] Dies geschah im Gleichklang mit der NS-Propaganda.[59]

In der deutschsprachigen Exilpresse, etwa im Neuen Vorwärts 1936 wurde die gleichgeschaltete Presse bzw. die NS-Presse mit Bezeichnungen wie „braune Lügenpresse“ belegt.[60] Im September 1938 verfasste Maximilian Scheer in der Neuen Weltbühne eine Reaktion auf einen Beitrag in der Zeitschrift Kolonie und Heimat unter dem Titel Die Lügenpresse.[61]

Walter Hagemann analysierte 1948, wie die NS-Presse den Vorwurf der „Lügenpresse“ gegenüber der Auslandspresse nutzte. Den Lesern sollte vermittelt werden wie wachsam und zuverlässig die deutsche Publizistik und Politik in diesem Punkt sei. Die Zurückweisung der alliierten „Greuelmeldungen“ als Produkte der „jüdischen Journaille“ gehörte zu dieser NS-Strategie.[62]

Auf dieses Modell der Negierung von deutschen Kriegsverbrechen über den Vorwurf der Lügenpresse greifen einzelne Holocaustleugner zurück. So vermutet etwa die Remer-Depesche in den 90er Jahren hinter Strafverfahren gegen den Holocaustleugner Jürgen Graf den „Druck der Lügenpresse“ und jüdischer Akteure.[63]

Nach 1945 bis zur Jahrtausendwende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 wurde das Schlagwort im Rahmen des Kalten Krieges von DDR-Vertretern zur Herabsetzung westlicher Medien eingesetzt. So benutzte es Otto Grotewohl im Zusammenhang mit der Spaltung Nachkriegsdeutschlands.[64] Im Schwarzen Kanal war der Topos der „kapitalistischen Lügenpresse“ Bestandteil der DDR-Propaganda gegen den Westen.[65] Das Neue Deutschland bezeichnete westdeutsche oder amerikanische Publikationen bis Anfang der 1970er als Lügenpresse, wie Jürgen Amendt in einem Artikel des Neuen Deutschland selbst anführte.[66]

Kurt Ziesel verteidigte Theodor Oberländer 1961 in seinem Der rote Rufmord: eine Dokumentation zum Kalten Krieg beim rechtslastigen Schlichtenmayers Verlag[67] erschienenen Buch gegen Vorwürfe ein NS-Täter gewesen zu sein. Er erklärte, dass die Vorwürfe der „westdeutsche Lügenpresse“, bzw. der „kommunistische Lügenpresse jenseits und diesseits des Eisernen Vorhangs“ oder einer „ost- und westdeutsche Lügenpresse“ entstammen.[68]

In manchen linksautonomen Flugblättern aus den 1970er Jahren zu bestimmten Vorgängen taucht der Ausdruck auf.[69] Laut einigen heutigen Politikwissenschaftlern wurde der Ausdruck damals „wie selbstverständlich“ gebraucht.[70]

In den Anfängen der Wende in der DDR wurde das Neue Deutschland wiederum als Lügenpresse tituliert.[71] Die von Fritz Erik Hoevels im Ahriman-Verlag herausgegebenen Ketzerbriefe beklagten 1994 eine mutmaßliche Lügenpresse gegen Republikaner[72] und verwendete den Begriff auch in anderen Ausgaben.[73]

In der frühen rechtsextremistischen Publizistik findet sich auch das synonym gebrauchte „Lizenzpresse“. Die Anspielung zielt auf zunächst erfolgte Lizenzierung demokratischer Zeitungen durch die Besatzungsmächte.

Gegenwärtige Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang der 2000er Jahre ist das Wort „Lügenpresse“ insbesondere in neonazistischen und rechtsradikalen Gruppen gängig.[74][75] So riefen Neonazis 2001 bei einer Demonstration in Leipzig „Lügenpresse“.[76] Christoph Seils schrieb 2007 in der Zeit, die Kader der rechtsextremen Szene seien sich „einig über den gemeinsamen Feind: den Staat, die Systemparteien, die Lügenpresse und die Ausländer“.[77] Der NPD-Politiker Andreas Storr forderte 2010 auf einem neonazistischen Musikfestival: „Die Redaktionsstuben der Lügenpresse lahmlegen und besetzen – das wird unsere erste Aufgabe sein.“[78] Im April 2012 wurde der Spruch „Lügenpresse halt die Fresse!“ von Neonazis an das Sonneberger Redaktionsgebäude des Freien Wortes geschmiert, im Mai 2012 an die Fenster der Lokalredaktion der Lausitzer Rundschau in Spremberg, in beiden Fällen waren die Anlässe Berichte der Zeitungen über rechtsextreme Aktivitäten.[79] Im Rahmen des Todesfall Daniel S., der von Rechtsextremen als beispielhaft für eine „Deutschenfeindlichkeit“ instrumentalisiert wurde, wurde in sozialen Netzwerken Journalisten, die den ermittelnden Staatsanwalt mit den Worten zitierten, die Nationalitäten von Tätern und Opfer hätten keine Rolle gespielt, mit dem Wort Lügenpresse beschimpft und persönlich bedroht.[80] Die Band Frei.Wild verbreitete 2013 eine „Gold Edition“ ihres Albums Feinde deiner Feinde auf DVD, auf der Fans den Slogan „Lügenpresse – auf die Fresse!“ skandieren.[81] Diejenigen Medien, auf die das Schlagwort zielt, werden im rechtsextremen Sprachgebrauch auch als „System-Medien“ (analog zur Diffamierung von Teilen der Presse durch die Nationalsozialisten ab den 1920er-Jahren) bezeichnet.[82]

Auch in der Fanszene des Fußballvereins Dynamo Dresden wurde regelmäßig die Parole „Lügenpresse halt die Fresse“ gerufen. Die Dresdner Neuesten Nachrichten berichteten darüber 2012 in einem Artikel. Unter anderem machten die Fans die Medien verantwortlich für ein Geisterspiel, das das DFB-Sportgericht nach Krawallen von Dynamo-Fans in Dortmund angeordnet hatte.[83] Einem Bericht der ZEIT zufolge haben sich 200 bis 300 Dynamo-Anhänger auch PEGIDA-Demonstrationen angeschlossen. Sie sollen „mehrmals zu den ersten“ gehört haben, „die den völkischen Ruf gegen die sogenannte Lügenpresse intonierten“.[84] Die Verbreitung derartiger Parolen in der rechten Hooligan-Szene beschränkt sich aber nicht auf Dresden. So wurde „Lügenpresse auf die Fresse“ bei einer gewalttätigen Demonstration der Hooligans gegen Salafisten in Köln am 26. Oktober 2014 skandiert.[85]

Pegida Banner, Lügenpresse Banner

Bei den Pegida-Demonstrationen seit Oktober 2014 wurde das Schlagwort „Lügenpresse“ immer wieder in Sprechchören gerufen. Oft reagierten Demonstranten so darauf, dass einer der Redner die Berichterstattung der Presse kritisierte. Beispielsweise fragte Udo Ulfkotte als Redner am 5. Januar 2015: „Wollen wir diesen Weg gemeinsam gehen und es den Politikern und der Lügenpresse zeigen?“ und erhielt „Lügenpresse“-Rufe der Demonstranten als Antwort.[86] Derartige Sprechchöre wurden auch gegenüber Medienvertretern angebracht, die versuchten, Meinungsäußerungen oder Interviews von Demonstranten zu erhalten; von Rednerseite wurden die Teilnehmer wiederholt aufgefordert, nicht mit den Journalisten zu sprechen. Aufgrund der großen Beachtung in der Berichterstattung fand das Schlagwort wieder Eingang in den aktuellen Sprachgebrauch, nach Aussage des politischen Fernsehmagazins Panorama wohl zunächst im ursprünglichen Sinne des Kompositums: „… der Schlachtruf ‚Lügenpresse‘ ist in Dresden immer wieder zu hören. Die Medien würden die Aussagen der Teilnehmer ohnehin nur manipulieren, verdrehen oder gar nicht erst senden.“[87]

Bei Demonstrationen von Pegida und Legida gingen und gehen die „Lügenpresse“-Rufe und die Verwendung von „Lügenpresse“-Aufklebern einher mit Übergriffen auf Journalisten und Bedrohungen ihrer Familien. Dies wird als Angriff auf die Pressefreiheit bewertet.[88][89][90] Während einer Demonstrationen von Legida im Jahr 2016, bei der Gruppen von Neonazis und Hooligans dominierten, wurde Parolen wie „Lügenpresse“, „Volksverräter“ gerufen und eine Journalistin angegriffen.[91][92] Um den Vorwurf der Lügenpresse zu untermauern, werden etwa auf der Facebookseite von Pegida gefälschte Titelzeilen des Spiegel präsentiert,[93][94] ebenfalls wurden in Dresden Flugblätter mit kontrafaktischen, verschwörungstheoretischen Argumenten gegen die zur Lügenpresse gerechneten Lokalpresse verteilt.[95] Parallel werden in sozialen Medien Falschmeldungen (etwa positive Meldungen über Flüchtlinge) produziert, um diese, in der Hoffnung, dass diese in Printmedien landen, anschließend zu „entlarven“, um die Lügen der Lügenpresse bloßzustellen.[96][97] Wie bei Pegida-Demonstrationen wird auch auf Kundgebungen der AfD „Lügenpresse“ in Sprechchören gerufen, wenn Medienvertreter anwesend sind. Dabei kommt es ebenfalls zum Teil zu gewalttätigen Übergriffen auf die Journalisten.[98][99][100][101]

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen ordnete das Schlagwort am 5. Januar 2015 im Spiegel-Essay Der Hass der Bescheidwisser in eine verschwörungstheoretische Radikalisierung von Medienverdrossenheit ein, die er derzeit beobachte. Der „Lügenpresse“ werde insbesondere in vielen Internetpublikationen, aber auch auf dem Sachbuchmarkt eine planmäßige Manipulation des Publikums im Dienste von „diffusen Mächten“ unterstellt. Pörksen nennt unter anderem Eva Herman, Ken Jebsen, Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte und Thor Kunkel als Vertreter einer solchen Verschwörungstheorie. Es zeige sich in ihren Produkten eine „eigenwillige Mischung aus Totalzweifel und Wahrheitsemphase“, da die Verschwörungstheoretiker pauschal an der Berichterstattung der Medien zweifelten, niemals aber an den Ergebnissen eigener Recherchen. Man weiche so der Debatte in der Sache aus, indem man den Gegner entlarve: „Alles ist bloß Chiffre und Zeichen, ist Indiz von Propaganda und Manipulation.“[102] Auch der Kommunikationswissenschaftler Armin Scholl weist auf den „deutlich verschwörungstheoretischen Charakter“ der Nutzung des Begriffs Lügenpresse durch Pegida hin, der Begriff „Lügen“ beziehe sich bei diesem Gebrauch nicht auf falsch dargestellte „Fakten“, sondern eher auf Meinungen, die von Pegida abweichen würden.[103] Bundespräsident Joachim Gauck titulierte die aktuellen Lügenpresse-Vorwürfe als „Freude an Dummheit“ und fügte begründend hinzu, er habe in der DDR „50 Jahre als Person erlebt, was Lügenpresse ist“.[104]

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen im April 2016 habe in Deutschland 2015 die Gewalt und Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen gegen Journalisten massiv zugenommen. Insgesamt wurden 39 gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten – insbesondere bei Demonstrationen der Pegida-Bewegung und ihrer regionalen Ableger, bei Kundgebungen rechtsradikaler Gruppen oder auf Gegendemonstrationen gezählt. Auch infolge dessen sank Deutschland in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit um vier Plätze auf den 16. Rang.[105] Im September 2015 wurde ein dpa-Fotograf in Dresden mit "Lügenpresse" und "Verleumder" beschimpft, angegriffen und verletzt. Er berichtete über eine Flüchtlingsunterkunft.[106]

Demoskopische Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach waren Ende 2015 39 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands der Meinung, an dem von Pegida propagierten Vorwurf der „Lügenpresse“ sei etwas dran. So würden Medien Sachverhalte verdrehen und wesentliche Informationen verheimlichen. In Ostdeutschland hielten 44 Prozent diesen Vorwurf für zutreffend. Gleichwohl hielten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und der Tagespresse im Allgemeinen für zuverlässig.[107]

Die Medienwissenschaftler Carsten Reinemann und Nayla Fawzi stellten Anfang 2016 ein unverändertes Vertrauen in Medien fest. Langzeitdaten würden ein völlig anderes Bild ergeben, als es die derzeit gängige Krisenerzählung vermuten lasse: „Erstens steht ein Großteil der Deutschen der Presse und dem Fernsehen schon seit Jahrzehnten eher skeptisch gegenüber. Zweitens konnten Zeitungen und Rundfunk seit der Etablierung des Internets an Vertrauen gewinnen. Drittens hält sich der Anteil von Skeptikern und Vertrauenden etwa die Waage, wenn auch mit einem leichten Übergewicht für die Skeptiker.“[108]

„Unwort des Jahres 2014“ in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff wurde zum „Unwort des Jahres 2014“ von der „Sprachkritischen Aktion“ gewählt, weil er ein „… besonders perfide[s] Mittel derjenigen [sei], die ihn gezielt einsetzen“.[109] Dabei geht die Jury davon aus, dass einem Großteil derer, die ihn skandierten, nicht bewusst sein dürfte, dass dieser Begriff bereits im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Kampfbegriff und zur Diffamierung diente.[109]

Die Kritik des Begriffes sei aber nicht daran festgemacht – so die Jury –, dass die Medien niemals fehlgehen würden: „Dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse steht, auch wahr ist, steht außer Zweifel“,[109] sondern daran, dass damit die Medien pauschal diffamiert werden, die sich mehrheitlich bemühen würden, einer „… gezielt geschürten Angst vor einer vermeintlichen ‚Islamisierung des Abendlandes‘“ sachlich zu begegnen, indem sie gesellschaftspolitische Themen differenziert darstellten.

Die Pressemitteilung der „Sprachkritischen Aktion“ schließt mit der Warnung: „Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit, deren akute Bedrohung durch Extremismus gerade in diesen Tagen unübersehbar geworden ist.“[109]

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktion Unwort des Jahres traf ihre Auswahl 2014 aus insgesamt 733 eingeschickten Wörtern. Für den Vorschlag Lügenpresse lagen sieben Einsendungen vor.[110] Die Jury 2014 besteht aus folgenden Personen:

Jährlich wechselndes Mitglied war im Jahr 2014 die Publizistin Christine Westermann.

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medienecho auf die Entscheidung der Jury war überwiegend positiv, wobei jedoch vielfach geäußert wurde, dass es „Selbstverpflichtung der Journalisten sein muss, umfassend, objektiv und wahrhaftig zu berichten“.[111]

Der Soziologe und Politikwissenschaftler Arno Klönne kritisierte in Telepolis, dass die Sprachkritische Aktion nicht erwähnte, dass „Lügenpresse“ auch von Widerstandsgruppen im „Dritten Reich“ verwendet wurde und davon „auch auf der linken Seite des historischen Politikspektrums die Rede war“. Auch heute würde gegen eine „lügnerische“ Presse „auf der Linken angegangen“; die Tageszeitung junge Welt verwende etwa als Slogan: Sie lügen wie gedruckt – wir drucken, wie sie lügen. Eine „Aburteilung“ des Wortes Lügenpresse könne von Realitäten ablenken: „Wenn alltagssprachlich mit Lügen gezielte und durchaus systematische Täuschungsmethoden des Informationsbetriebs gemeint sind: Die existieren. In großem Ausmaß.“[112] Albrecht Müller sah auf den NachDenkSeiten die Wahl zum Unwort des Jahres vor dem Hintergrund einer seiner Einschätzung nach „angelaufene[n] Kampagne gegen die Kritiker der Medien“.[113]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Krämer: Journalisten und gesellschaftliche Notwehr: Aktivismus versus Neutralismus vom 9. Januar 2014.
  2. Gabriel Falkenberg: „Sie Lügner!“ Beobachtungen zum Vorwurf der Lüge. In: Gerhard Tschauder, Edda Weigand (Hrsg.): Perspektive: textextern. Akten des 14. linguistischen Kolloquiums in Bochum 1979, Band 2, Niemeyer, Tübingen 1980, S. 51–61.
  3. Lemma „Lügenblatt“ in Grimms Wörterbuch, online.
  4. Lemma „Lügenfeldzug“ in: Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, zehn Bände, 3. Auflage 1999, Mannheim; Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, sechs Bände, Berlin, 1961–1977.
  5. Lemma „Hetzpresse“ auf Duden online.
  6. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1998, S. 327; Günther Haller (Die Presse, 3. Januar 2015): „Lügenpresse!“ – Ein neuer alter Kampfruf.
  7. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin/New York 1998, S. 599
  8. Wolfgang Frindte und andere (Hrsg.): Rechtsextremismus und „Nationalsozialistischer Untergrund“. Interdisziplinäre Debatten, Befunde und Bilanzen. Verlag für Sozialwissenschaften, 2016, ISBN 978-3-658-09997-8, S. 326
  9. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961
  10. Grimms Wörterbuch a. a. O.
  11. Grimms Wörterbuch a.a.O., hier verweist Grimm auf Luther
  12. Hagelweide, Gerd, Hg.: Kaspar Stieler, Zeitungs Lust und Nutz. Vollständiger Neudruck der Originalausgabe von 1695. Bremen 1969, S. 56.
  13. Stieler a.a.O. S. 56 f.
  14. Stieler a. a. O. S. 57.
  15. Wiener Zeitung vom 2. September 1835, S. 990, online als historischer Volltext bei ANNO – AustriaN Newspapers Online.
  16. Belgien. In: Allgemeine Zeitung, Nr. 69, 9. März 1840, S. 547. Online
  17. Beda Weber: Die Trauerfeierlichkeit für Robert Blum zu Frankfurt am Main. In: Historisch-politische Blätter, Band 22 (1848), S. 794–811, Zitat: S. 799, online auf Google Books.
  18. C. Pfaff: Zeitungen. In: Allgemeine Realencyclopädie oder Conversationslexicon für das katholische Deutschland. Bearbeitet von einem Vereine katholischer Gelehrten und herausgegeben von Dr. Wilhelm Binder. Zehnter Band: Tenedos–Zwolle. Verlag von Georg Joseph Manz, Regensburg 1849, S. 1006–1012, hier: S. 1012. Online.
  19. Michael Schmolke: Die schlechte Presse. Katholiken und Publizistik zwischen „Katholik“ und „Publik“ 1821–1968. Regensberg, Münster 1971, S. 226.
  20. Vgl. etwa Joseph Eberle: Großmacht Presse. Enthüllungen für Zeitungsgläubige, Forderungen für Männer. Wien/Regensburg u. a. 1920, S. 256 f., der eine lange Passage aus der Rede zustimmend zitiert; Literaturangabe siehe ebd., S. 347. Online; vgl. auch das Laibacher Diöcesanblatt von 1906, das einen Aufruf des Piusvereins abdruckte, online; siehe ferner Christian A. Czermak: Vornehmste Publizistik – Versuch über die Frage, warum Friedrich Funder und Joseph Eberle Wegbereiter der Publizistik in Österreich sein sollen, Wien 2008, S. 150 und 211.
  21. Dies ist eins der Themen von Michael Schmolkes Habilitationsschrift: Die schlechte Presse. Katholiken und Publizistik zwischen „Katholik“ und „Publik“ 1821–1968. Regensberg, Münster 1971.
  22. Woldemar von Bock: Digitalisat Livländische Beiträge zur Verbreitung grundlicher Kunde von der protestantischen Landeskirche und dem deutschen Landestaate in den Ostseeprovinzen Russlands: von ihrem guten Rechte und von ihrem Kampfe um Gewissenfreiheit … 1.–3. Beitrag, Band 3. Stilke & van Muyden, 1869, S. 168.
  23. Biografische Angaben zu Kolb: Des Preßapostel P. Victor Kolb S. J. 60. Geburtstag in Reichspost vom 12. Februar 1916.
  24. Rezension in Literarisches Centralblatt für Deutschland.
  25. Sniplet
  26. Max Cornicelius (Hrsg.): Heinrich von Treitschkes Briefe. Leipzig : S. Hirzel 1920 Bd. 4 S. 594 online
  27. Michael Freund: Drama der 99 Tage. Kiepenheuer und Witsch, 1966 S. 399 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche), Rezension in Die Zeit 1967
  28. Bayreuther Blätter (1893), Sniplet
  29. Matthias Heine: „Lügenpresse“ versteht man jetzt auch im Ausland. In: Die Welt, 9. März 2015. Online
  30. Der Brief ist nachgedruckt in: Rolf-Bernhard Essig, Reinhard M.G. Nickisch (Hrsg.): „Wer schweigt, wird schuldig!“ Offene Briefe von Martin Luther bis Ulrike Meinhof. Wallstein, Göttingen 2007, S. 94–96; Zitat: S. 95.
  31. Der Brief ist abgedruckt in: Adolf von Harnack als Zeitgenosse. Reden und Schriften aus den Jahren des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Hg. und eingeleitet von Kurt Nowak, de Gruyter, Berlin 1996, S. 1438–1444, Zitat: S. 1444.
  32. In: Neue Wege, Band 8 (1914), S. 443. doi:10.5169/seals-133295.
  33. L. Ragaz: Offener Brief an Herrn Pfarrer Gottfried Traub, Dr. der Theologie in Dortmund. In: Die Friedens-Warte, Vol. 17, No. 8 (August 1915), S. 211–216 hier S. 213 online
  34. Hans Hafenbrack: Geschichte des Evangelischen Pressedienstes. Evangelische Pressearbeit von 1848 bis 1981, Luther-Verlag, Bielefeld 2004, S. 107.
  35. Vgl. Jürgen von Ungern-Sternberg/Wolfgang von Ungern Sternberg: Der Aufruf ‚An die Kulturwelt!‘. Das Manifest der 93 und die Anfänge der Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg. Mit einer Dokumentation. Steiner, Stuttgart 1996, insbesondere S. 53 ff., 61 ff. und 144ff. (Dokumentation).
  36. Bewertung nach: Martin Schramm: Das Deutschlandbild in der britischen Presse 1912–1919 Walter de Gruyter, 2007, S. 14, gemeint ist: Gustav Pacher von Theinburg: Die Dreiverbandspresse, ihr Anteil an der Kriegsentfachung und ein Weg zu ihrer Bekämpfung. (1915).
  37. Von Anton stammen eine Reihe von Sprachlehrbüchern, eine Übersetzung von Robert Baden-Powells „Meine Abenteuer als Spion“ (mit einem Vorwort, in dem der Übersetzer vor den Spionageleistungen harmlos erscheinender Engländer warnt) und eine Reihe von propagandistischen Schriften, wie etwa ein Aufruf zur Austreibung von Fremdwörtern aus dem Deutschen von 1914. Siehe etwa: Reinhold Anton: Englische Handelsbriefe. Mit deutscher Übersetzung und sprachlichen Erläuterungen. Verlag für Kunst und Wissenschaft, Paul, Leipzig, ca. 1910. Reinhold Anton: Kleines deutsch-französisches Handwörterbuch für Kaufleute. Verlag für Kunst und Wissenschaft, Paul, Leipzig, ca. 1914. Robert Baden-Powell: Meine Abenteuer als Spion. Aus dem Englischen übersetzt von Reinhold Anton, Lehrer der neueren Sprachen, Zehrfeld, Leipzig 1915. Online auf der Seite der Deutschen Digitalen Bibliothek. Reinhold Anton: Fremdwörter hinaus aus der deutschen Sprache! Welche unserer Fremdwörter lassen sich leicht und sinngemäß verdeutschen? Schnurpfeil, Leipzig 1914.
  38. Reinhold Anton: Der Lügenfeldzug unserer Feinde. Eine Gegenüberstellung deutscher und feindlicher Nachrichten u. a. der W.T.B.-, Reuter-, Havas- und P.T.A.-Telegramme über den Weltkrieg 1914/15(16), Zehrfeld, Leipzig 1915–1916. 5 Bände.
  39. Verlag Siegismund, 1918.
  40. Alexander Michel: Von der Fabrikzeitung zum Führungsmittel. Werkzeitschriften industrieller Großunternehmen von 1890 bis 1945.Beiträge zur Unternehmensgeschichte Bd. 96; Neue Folge, Bd. 2, Steiner, 1997, S. 113.
  41. Hermann Weber: Die Gründung der KPD: Protokoll und Materialien des Gründungsparteitages der Kommunistischen Partei Deutschlands 1918/1919 mit einer Einführung zur angeblichen Erstveröffentlichung durch die SED. Dietz, 1993. S. 78.
  42. Ralf Hoffrogge: Richard Müller: der Mann hinter der Novemberrevolution. Dietz, 2008, S. 120.
  43. Gerhard Engel, Gaby Huch, Ingo Materna: Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte in der Revolution 1918/19. de Gruyter, 2002, S. 124.
  44. Die Glocke – sozialistische Wochenschrift. Band 10, Ausgabe 40-52, Parvus/Verlag für Sozialwissenschaft, 1925, S. 1450.
  45. Niels H. M. Albrecht: Die Macht einer Verleumdungskampagne: Antidemokratische Agitationen der Presse und Justiz gegen die Weimarer Republik und ihren ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert vom „Badebild“ bis zum Magdeburger Prozeß. Bremen, Univ., Diss., 2002 S. 271 online
  46. Zitat beispielsweise bei Romedio Schmitz-Esser: Arnold von Brescia im Spiegel von acht Jahrhunderten Rezeption: ein Beispiel für Europas Umgang mit der mittelalterlichen Geschichte vom Humanismus bis heute LIT Verlag Münster, 2007 S. 540.
  47. Hitler am 17. Februar 1922. [1]
  48. Adolf Hitler: Mein Kampf. Kapitel „Kriegspropaganda“.
  49. Volltextsuche in Mein Kampf.
  50. Zitiert nach Cornelia Schmitz-Berning: Journaille. In: dies.: Vokabular des Nationalsozialismus. Berlin, New York 1998, Stichwort „Journaille“, S. 326 f.
  51. Reichspropagandaleitung der NSDAP: Einziges Parteiamtliches Aufklärungs- und Redner Informationsmaterial. (Sniplet) 1938.
  52. Joseph Goebbels: Die Zeit ohne Beispiel. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1939/40/41. 1941 München. Zentralverlag der NSDAP.
  53. Guido Knopp: Der Zweite Weltkrieg: Bilder, die wir nie vergessen. Hamburg 2014, S. 67.
  54. Nach Raimund Koplin: Carl von Ossietzky als politischer Publizist. A. Leber, 1964 S. 221 (Sniplet)
  55. Fundstelle in den Literaturangabe von: Philipp Loewenfeld, Peter Landau, Rolf Riess: Recht und Politik in Bayern zwischen Prinzregentenzeit und Nationalsozialismus: die Erinnerungen von Philipp Loewenfeld. Aktiv Druck & Verlag, 2004 – 712 Seiten (Sniplet)
  56. Baldur von Schirach: Wille und Macht. Zentralverlag der NSDAP, 1942 S. 32 Sniplet
  57. Carl D. Dietmar, Marcus Leifeld: Alaaf und Heil Hitler. Karneval im Dritten Reich. Herbig, 2010, ISBN 978-3-7766-2630-8, S. 108.
  58. Wolf Martin Hamdorf: Angriff am Markttag. In: Deutschlandfunk. 26. April 2007 (Online [abgerufen am 21. Januar 2015]).
  59. Peter Monteath, Elke Nicolai: Zur Spanienkriegsliteratur: die Literatur des Dritten Reiches zum Spanischen Bürgerkrieg. Lang, 1986. Sniplet (findet sich ähnlich in der Memoirenliteratur des NS)
  60. Die braune Lügenpresse. In: Neuer Vorwärts 16. Februar 1936, Nr. 140: 3; Die Grossmeister der Lüge. In: Neuer Vorwärts 18. September 1938, Nr. 274: 2.
  61. Jörg Armer: Die Wiener Weltbühne, Wien, 1932–1933, Die Neue Weltbühne, Prag/Paris, 1933–1939. Bibliographie einer Zeitschrift, Band 1. London, 1992, ISBN 978-3-598-11087-0, S. 439.
  62. Walter Hagemann: Publizistik im Dritten Reich. Ein Beitrag der Methodik der Massenführung. (Sniplet) Hamburg 1948.
  63. Peter Niggli, Jürg Frischknecht: Rechte Seilschaften: wie die „unheimlichen Patrioten“ den Zusammenbruch des Kommunismus meisterten. Rotpunktverlag, 1998 S. 666 (Sniplet)
  64. Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Otto Grotewohl – Im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik. Reden und Aufsätze, Band 2. Dietz, 1959, S. 56.
  65. Günter Haller: „Lügenpresse!“ – Ein neuer alter Kampfruf. Die Presse, 3. Januar 2015.
  66. Westliche »Lügenpresse«: Medienkritik, Medienverdrossenheit, Medienverachtung. In: Neues Deutschland. 15. Januar 2015 (Online [abgerufen am 26. August 2015]).
  67. Schlichtenmayer – Pleite von rechts. In: Der Spiegel vom 26. Mai 1965.
  68. Kurt Ziesel: Der rote Rufmord: eine Dokumentation zum Kalten Krieg, S. 101, 209 und 232 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  69. Martin Hoffmann, Schwarze Texte: Politische Zensur in der BRD – 1968 bis heute gegen linke Buchläden, Verlage, Zeitschriften und Druckereien: Dokumente der Gegenöffentlichkeit, Berlin 1990, ISBN 3-89408-002-7, S. 30, 31 in der Google-Buchsuche.
  70. Lars Geiges, Stine Marg, Franz Walter: Pegida: Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft?. transcript Verlag, 2015, (S. 86)
  71. Michael Richter: Die Friedliche Revolution: Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90. Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 978-3-647-36914-3, S. 293.
  72. Was die Deutschen zu wählen haben – Lügenpresse gegen Republikaner. Ketzerbriefe 48, Ahriman, April 1994.
  73. Lügenpresse. Ketzerbriefe 70, Ahriman, Dezember 1996. / Flugblatt: Die Lügenpresse unter Beobachtung. Ketzerbriefe 192, Ahriman, April 2015.
  74. Christian Dornbusch, Jan Raabe: RechtsRock: Bestandsaufnahme und Gegenstrategien. Unrast, 2002, ISBN 978-3-89771-808-1, S. 130.
  75. Michael Klarmann: Kamerad Journalist. Medienvertreter sind Feindbilder für die rechtsextreme Szene. Doch als Strategieelement nutzen Neonazis die Vorzüge von Presseausweisen gerne. Telepolis vom 2. Dezember 2013.
  76. Holger Kulick: Demo-Reportage (1. Teil): Leipziger Grotesken. In: Der Spiegel vom 2. September 2001.
  77. Christoph Seils: Hilflos gegen rechts. In: Die Zeit vom 7. Februar 2007, online. Vgl. auch Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster: Die „Junge Freiheit“ der „Neuen Rechten“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“. VS Verlag, Wiesbaden 2007, S. 15–41, hier: S. 16.
  78. Nazirock in Gera: „Wir sagen: Tod, Vernichtung diesem roten Mob!“ http://blog.zeit.de vom 23. Juli 2010.
  79. Neonazis attackieren Lokalzeitung: „Lügenpresse halt die Fresse“. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2012. Die Neonazis mitten unter uns, auf insuedthueringen.de, 30. Mai 2012, online.
  80. Ralf Wiegand: Nach dem Tod des Streitschlichters Daniel S. Aufrufe zur Lynchjustiz in den sozialen Netzen. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. März 2013.
  81. Filmfaktum, abgerufen 24. Dezember 2014; Interview von Jurek Skrobala mit dem Sänger von Frei.Wild, Philipp Burger, auf Spiegel online vom 9. April 2015, online
  82. Wolfgang Frindte,Daniel Geschke,Nicole Haußecker,Franziska Schmidtke: Rechtsextremismus und „Nationalsozialistischer Untergrund“: Interdisziplinäre Debatten, Befunde und Bilanzen. Edition Rechtsextremismus, Springer, 2015, S. 9.
  83. Stephan Lohse: Die zwei Gesichter der Dynamo-Dresden-Fans: Schwarz-Gelbe zwischen Gewalt und Kampagne. In: Dresdner Neueste Nachrichten online vom 7. März 2012, online.
  84. Olaf Sundermeyer: Die Pegida-Miliz aus dem Stadion. In: Die ZEIT vom 12. Januar 2005. Online.
  85. Olaf Sundermeyer: Muskelspiel der rechten Fußballszene. In: Die WELT vom 27. Oktober 2014. Online.
  86. Sven Eichstädt: Das Nazi-Vokabular der Pegida-Wutbürger. In: Die Welt vom 5. Januar 2015. Online.
  87. Robert Bongen, Johannes Jolmes:Kontaktversuch: „Lügenpresse“ trifft Pegida. Abruf vom 13. Januar 2015.
  88. Lars Geiges, Koautor einer Studie über Pegida, hier zitiert nach einem Interview von Felix M. Steiner mit Geiges, zunächst gedruckt in Der rechte Rand und im Internet auf der Seite der Antonio-Amadeu-Stiftung Publikative.org zugänglich: online.
  89. Michael Rediske, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen http://meedia.de/2015/01/22/reporter-ohne-grenzen-verurteilen-legida-angriffe-auf-journalisten/
  90. Uta Deckow: Kommentar: Pressefreiheit ja – solange es die eigene Meinung deckt. MDR-Sachsen am 5. Oktober 2015.
  91. http://m.tagesspiegel.de/politik/jahrestag-von-legida-in-leipzig-rechte-hooligans-randalieren-in-leipzig-connewitz/12818086.html
  92. http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/demonstrationen-1/artikel/luegenpresse-als-legida-angriffsziel.html
  93. Mit Lügen gegen die „Lügenpresse“: Pegida fälscht „Spiegel Online“-Überschrift www.stefan-niggemeier.de
  94. Christina Hebel: Stimmungsmache gegen Flüchtlinge: Wie rechte Hetzer bei Facebook manipulieren. In: Der Spiegel vom 17. August 2015.
  95. Mit Lügen gegen „Lügenpresse“: Anonyme Postwurfsendung warnt vor „SZ“ und „DNN“ http://www.flurfunk-dresden.de
  96. Sammlung einiger Beispiele: Das neue Hobby von Fälschern: Finder erfinden www.mimikama.at
  97. Maximilian Zierer: Internet-Fakes. Unter falscher Flagge. BR vom 12. August 2015.
  98. Dietmar Neuerer: Schwere Vorwürfe gegen AfD-Vize Gauland. In: handelsblatt.com. 27. November 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  99. Alexander Krei: ZDF-Reporterin bei AfD-Demo massiv bedrängt – DWDL.de. In: dwdl.de. 26. November 2015, abgerufen am 27. November 2015.
  100. n-tv Nachrichtenfernsehen: Übergriff auf ZDF-Kamerateam: Maas wirft AfD Demokratiefeindlichkeit vor. In: n-tv.de. 27. November 2015, abgerufen am 27. November 2015.
  101. Cottbus: Schubser und Pöbeleien: Wie ZDF-Reporterin AfD-Demo erlebte. ZDF, abgerufen am 28. November 2015.
  102. Bernhard Pörksen: Der Hass der Bescheidwisser. In: Der Spiegel, 5. Januar 2015.
  103. „Es gibt keine Strippenzieher“. In: Dattelner Morgenpost.
  104. Pitt von Bebenburg, Gauck geißelt „Freude an Dummheit“, Frankfurter Rundschau, 9. April 2016, S. 4, online
  105. Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck, Reporter ohne Grenzen, abgerufen am 4. Mai 2016
  106. http://kress.de/mail/news/detail/beitrag/135316-nachrichtenchef-froben-homburger-von-dpa-warum-wir-misstrauen-mit-offenheit-begegnen-muessen.html
  107. Renate Köcher: Allensbach-Studie: Mehrheit fühlt sich über Flüchtlinge einseitig informiert, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Dezember 2015.
  108. Carsten Reinmann, Nayla Fawzi: Analyse von Langzeitdaten: Eine vergebliche Suche nach der Lügenpresse, Tagesspiegel, 24. Januar 2016.
  109. a b c d Pressemitteilung: Wahl des 24. „Unworts des Jahres“ vom 13. Januar 2015.
  110. Pressemitteilung: Wahl des 24. „Unworts des Jahres“.
  111. Die Pressestimmen vom 14. Januar 2015: „Lügenpresse“, das Unwort des Jahres 2014, WDR vom 14. Januar 2015.
  112. „Lügenpresse“ – ein böses Wort? – Kritisches über die diesjährige Warnung vor einem „Unwort“, Arno Klönne in Telepolis vom 14. Januar 2015.
  113. Albrecht Müller: Dass man auf die Wahl des Wortes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres stolz sein kann, begreife ich nicht., Nachdenkseiten vom 14. Januar 2015.