Lülsfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Lülsfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lülsfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 52′ N, 10° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerolzhofen
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 11,2 km2
Einwohner: 830 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97511
Vorwahl: 09382
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 153
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brunnengasse 5
97447 Gerolzhofen
Website: www.luelsfeld.de
Erster Bürgermeister: Thomas Heinrichs (Unabhängige Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Lülsfeld im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild
Gemeindeteil Lülsfeld von Westen
Gemeindeteil Schallfeld von Norden

Lülsfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lülsfeld liegt in der Region Main-Rhön zwischen Steigerwald und Main.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Lülsfeld und Schallfeld.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gerolzhofen, Oberschwarzach, Prichsenstadt, Volkach und Frankenwinheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemals zur Herrschaft Wiesentheid der Grafen von Schönborn zählende Dorf lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde durch Bayern 1806 mediatisiert. Im Zuge von Grenzbereinigungen wurde es 1810 dem Großherzogtum Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Schallfeld eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 904 Einwohner[4]
  • 1970: 830 Einwohner[4]
  • 1987: 819 Einwohner
  • 1991: 845 Einwohner
  • 1995: 827 Einwohner
  • 2000: 834 Einwohner
  • 2005: 815 Einwohner
  • 2010: 801 Einwohner
  • 2015: 793 Einwohner
  • 2018: 827 Einwohner[5]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl geringfügig von 810 auf 827 um 17 Einwohner bzw. um 2,1 %. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Heinrichs (Unabhängige Wählergemeinschaft Lülsfeld) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister.[6] Er wurde am 15. März 2020 bei einer Wahlbeteiligung von 79,6 % mit 88,0 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war in der Zeit vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Wolfgang Anger (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den acht Mandaten im Gemeinderat erhielten bei der Wahl am 15. März 2020 die Unabhängige Wählergemeinschaft Lülsfeld (54,52 %) und die Wählergemeinschaft Schallfeld (45,48 %) jeweils vier Sitze.[7]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lülsfeld
Blasonierung:Geviert von Rot und Silber; 1: nebeneinander drei natürliche goldene Lilien, am Stängel belegt mit zwei schwebenden, silbernen Wellenleisten; 2: ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz; 3: ein schwarzer Pflug; 4: nebeneinander drei goldene Ähren.“[8]

Dieses Wappen wird seit 1983 geführt.

Wappenbegründung: Die Lilien, die Pflugschar und die Ähren stehen redend für den Ortsnamen, der Lilienfeld bedeutet. Zugleich stellen die Pflugschar und die Ähren den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde dar. Das schwarze Balkenkreuz weist auf das Kloster Fulda, das seit dem 9. Jahrhundert im Ort belegt ist. Die Vierung von Rot und Silber ist das Wappen der Grafen von Castell. Lülsfeld war seit dem 13. Jahrhundert Teil der Grafschaft Castell. Die Farben Silber und Rot weisen zugleich auf das Hochstift Würzburg, das über Jahrhunderte die Landeshoheit innehatte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vor dem Rathaus, Schallfelder Str. 3, erinnert eine Gedenktafel an die jüdischen Einwohner des Ortes, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und dem Holocaust zum Opfer fielen.[9]
  • Im Kloster Maria-Schnee lebten 129 Jahre lang, seit 1886, Ordensschwestern der Kongregation der Schwestern des Erlösers.[10] 2015 mussten sie das Kloster aufgeben.[11] Es wurde anschließend, von September 2015 bis September 2016 als Unterkunft für unbegleitete Flüchtlinge genutzt. Die Anlage mit Park ist ca. 5000 m² groß.

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Statistik 2017 weist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze am Arbeitsort Lülsfeld nicht aus. Von der Wohnbevölkerung standen 343 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Sechs Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 16 landwirtschaftliche Betriebe.

Das Gewerbe ist geprägt von kleinen und mittelgroßen Handwerksbetrieben. Größter Arbeitgeber ist die Unterfränkische Überlandzentrale mit 139 Mitarbeitern (Stand Ende 2008), welche im Jahre 2010 das 100-jährige Bestehen feierte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erhielt Lülsfeld einen Anschluss an das bayernweite Eisenbahnnetz. 1893 wurde der Abschnitt Kitzingen-Gerolzhofen der sogenannten Steigerwaldbahn (auch Untere Steigerwaldbahn) fertiggestellt, Lülsfeld wurde mit einem Haltepunkt ausgestattet. Die Nebenbahn verband ab 1903 Kitzingen mit dem Schweinfurter Hauptbahnhof und war damit eine der längeren Nebenstrecken in Deutschland.

Seit den 1980er Jahren begann man den Verkehr auf der Strecke zu reduzieren. 1981 fuhren zwischen Gerolzhofen und Kitzingen nur noch Personenbusse, der Güterverkehr wurde Mitte 2006 aufgegeben. Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der stillgelegten Strecke. Anfang 2019 entbrannte ein heftiger, bis heute andauernder Streit über die Ausgestaltung der Wiederinbetriebnahme, der zum Politikum wurde.[12][13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es eine Kindertageseinrichtung mit 42 genehmigten Plätzen, die von 32 Kindern besucht wurde. Elf Kinder waren unter drei Jahren alt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Scheder (1929–2014), Bürgermeister von 1970 bis 1992 und Ehrenbürger seit 1999[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lülsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Lülsfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Juli 2020.
  3. Gemeinde Lülsfeld, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 754.
  5. Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2018. (PDF) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 24. Mai 2020.
  6. Gemeinderat. Gemeinde Lülsfeld, abgerufen am 10. September 2020.
  7. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 5. Juli 2020
  8. Eintrag zum Wappen von Lülsfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162.
  10. 125 Jahre Kloster Maria Schnee (Memento des Originals vom 21. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.erloeserschwestern.de, abgerufen am 20. Januar 2017.
  11. Der Auszug der Erlöserschwestern aus Maria Schnee ist in vollem Gang, abgerufen am 20. Januar 2017.
  12. mainpost.de: Mit der Bahn durch die Schweinfurter Innenstadt, 2. August 2019. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Februar 2020; abgerufen am 19. Januar 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mainpost.de
  13. mainpost.de: IHK: Steigerwaldbahn würde Region stärken, 20. Juli 2018. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Februar 2020; abgerufen am 20. Januar 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mainpost.de
  14. Lülsfeld trauert um Ehrenbürger. In: Main-Post vom 22. September 2014 (abgerufen am 22. September 2014).