Lüterkofen-Ichertswil

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Lüterkofen-Ichertswil
Wappen von Lüterkofen-Ichertswil
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Bucheggbergw
BFS-Nr.: 2455i1f3f4
Postleitzahl: 4571 Lüterkofen
4571 Ichertswil
Koordinaten: 605076 / 223506Koordinaten: 47° 9′ 45″ N, 7° 30′ 20″ O; CH1903: 605076 / 223506
Höhe: 473 m ü. M.
Fläche: 4,40 km²
Einwohner: 786 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 179 Einw. pro km²
Website: www.lueterkofen-ichertswil.ch
Blick auf Ichertswil

Blick auf Ichertswil

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Lüterkofen-Ichertswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bucheggberg des Kantons Solothurn in der Schweiz. Die Gemeinde entstand 1961 durch die Fusion der früher selbständigen Einwohnergemeinden Lüterkofen und Ichertswil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Doppelgemeinde Lüterkofen-Ichertswil liegt rund 6 km südsüdwestlich des Kantonshauptortes Solothurn (Luftlinie). Beide Dörfer, Lüterkofen (473 m ü. M.) und Ichertswil (483 m ü. M.) erstrecken sich in der Talmulde des Biberenbachs im östlichen Teil des Bucheggberges, im Solothurner Mittelland.

Die Fläche des 4,4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen des Bucheggberges. Das Gebiet wird von Westen nach Osten vom Biberenbach in einer breiten Talmulde durchflossen. Das Biberental weitet sich westlich von Ichertswil nach einer Talenge zu einem bis zu 500 m breiten flachen Talboden aus, der unterhalb von Lüterkofen in eine Schwemmebene übergeht. Südlich des Biberentals reicht der Gemeindebann auf den bewaldeten Höhenrücken des Oberholzes (bis 555 m ü. M.), welcher das Tal vom Mühletal trennt. Nach Norden erstreckt sich der Gemeindeboden über einen sanft ansteigenden Hang und die Mulde von Hinter Grimpach bis auf die Hochfläche von Leuzigenwald und Oberwald. Auf dem Banzenrain oberhalb von Lüterkofen wird mit 563 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 12 % auf Siedlungen, 34 % auf Wald und Gehölze, 53 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Neben den beiden Hauptsiedlungen Lüterkofen und Ichertswil gehören auch einige Einzelhöfe zur Gemeinde. Nachbargemeinden von Lüterkofen-Ichertswil sind Lüsslingen-Nennigkofen, Lohn-Ammannsegg und Buchegg im Kanton Solothurn sowie Bätterkinden und Leuzigen im Kanton Bern.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 786 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) gehört Lüterkofen-Ichertswil zu den kleineren Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 97,7 % deutschsprachig, 0,8 % französischsprachig und 0,3 % sprechen Niederländisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Lüterkofen-Ichertswil belief sich 1850 auf 438 Einwohner, 1900 auf 492 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 440 und 520 Personen. Erst seit 1970 (528 Einwohner) wurde ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüterkofen-Ichertswil war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau und der Obstbau sowie die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Lüterkofen-Ichertswil sind Betriebe des Baugewerbes, des Gartenbaus, des Holzbaus, ein Möbelgeschäft und eine Weinhandlung vertreten. Oberhalb von Ichertswil wird eine Kiesgrube ausgebeutet. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf durch den Bau neuer Quartiere am aussichtsreichen Südhang des Banzenrains zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den Regionen Solothurn und Grenchen arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riegelhäuser an der Hauptstrasse in Lüterkofen

Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt an der Verbindungsstrasse von Biberist nach Schnottwil. Am 10. April 1916 wurde die Eisenbahnlinie von der Regionalbahn Bern-Solothurn mit dem Bahnhof Lohn-Lüterkofen eingeweiht. Dieser Bahnhof befindet sich auf dem Gebiet von Lohn-Ammannsegg rund 1 km östlich von Lüterkofen. Durch einen Postautokurs, welcher die Strecke vom Bahnhof Lohn-Lüterkofen nach Schnottwil bedient, sind die Dörfer Lüterkofen und Ichertswil an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Ichertswil erfolgte 1148 unter dem Namen Hisenharceswilare. Später erschienen die Bezeichnungen Ysnatzwile (1399) und Jsserzwil (1540). Der Ortsname geht auf den Personennamen Isanhart zurück und bedeutet bei den Höfen des Isanhart. Die erste Nennung von Lüterkofen datiert von 1315 als Lüterkon. Aus späterer Zeit sind die Schreibweisen Lütrikon (1344), Luterkoven (1368) und Lu(i)terkofen (1382) überliefert. Dieser Dorfname ist vom althochdeutschen Personennamen Liutheri abgeleitet. Mit dem Suffix -kofen bedeutet er so viel wie bei den Höfen der Leute des Liutheri, wobei so genannte Aussiedlerhöfe gemeint sind.

Seit dem Mittelalter unterstanden die beiden Ortschaften der Herrschaft Buchegg, die Teil der Landgrafschaft Burgund war, 1391 von Solothurn erworben und zur Vogtei Bucheggberg umgewandelt wurde. Bis 1798 lag die hohe Gerichtsbarkeit beim bernischen Landgericht Zollikofen, während Solothurn mit dem Gerichtsort Lüsslingen die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime (1798) gehörten Lüterkofen und Ichertswil während der Helvetik zum Distrikt Biberist und ab 1803 zum Bezirk Bucheggberg. Im Jahr 1961 fusionierten die beiden vorher selbständigen Gemeinden Lüterkofen und Ichertswil zur neuen politischen Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüterkofen-Ichertswil gehört zur Pfarrei Lüsslingen, besitzt aber am westlichen Dorfrand von Lüterkofen eine eigene Kirche.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Viermal gespalten von Gelb und Rot; das mittlere gelbe Feld belegt mit drei schwarzen Sparren Die Sparren sind eine Anlehnung an das Wappen des gräflichen Hauses von Neuenburg-Nidau.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lüterkofen-Ichertswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.