Lütgenhausen

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Lütgenhausen
Gemeinde Rhumspringe
Wappen von Lütgenhausen
Koordinaten: 51° 36′ 15″ N, 10° 16′ 34″ O
Höhe: ca. 160 m ü. NN
Fläche: 5,6 km²
Einwohner: 190 (2009)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 37434
Vorwahl: 05529
Lütgenhausen (Niedersachsen)
Lütgenhausen

Lage von Lütgenhausen in Niedersachsen

Lütgenhausen ist Ortsteil der Gemeinde Rhumspringe im Landkreis Göttingen in Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Süden über das Rhumetal auf Lütgenhausen

Lütgenhausen liegt an der Rhume, die gleichzeitig die Grenze zum Untereichsfeld bildet und zudem im Rahmen vom Naturschutzgebiet Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal unter Schutz steht, etwa zwei Kilometer südöstlich von Wollershausen, 500 Meter nördlich von Rüdershausen und gut einen Kilometer nordwestlich von Rhumspringe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1776 schuf Benjamin Hase, nach Vorarbeiten von Heinrich Christian Körtje, einen Plan von der Verlegung des Dorfes Lutgenhausen an der Rhume (südlich von Herzberg), der von dem Oberlandbaumeister Friedrich Wilhelm Böttcher kopiert wurde.[1] Hintergrund war die Nähe des Ortes zur Rhume und den damit einhergegangenen Überschwemmungen; der Ort, welcher damals aus 32 Häusern bestand, wurde daraufhin im Jahre 1782 vollständig abgebrochen und an eine höhere Stelle verlegt. Wann die erste Erwähnung stattfand ist unklar, jedoch existiert eine Urkunde aus dem Jahre 1391. In dieser wird der Ort unter dem Namen Lütgen Rüdershausen geführt und es wird erklärt, dass Herzog Ernst von Braunschweig, sowie sein Bruder Friedrich ihre Anteile an dem Dorf Lütgen Rodershusen dem Prälaten zu Pöhlde, Hermann zu Sulingen. verkauften. Vor dem Verkauf stand das Dorf unter der Hoheit des Mainzer Amtes Gieboldehausen. Mit der Errichtung des Königreichs Westphalens fand auch eine Umstrukturierung der Zugehörigkeit Lütgenhauses statt. So wurde es ab 1807 Teil des Harzdepartements, dem das Distrikt Duderstadt untergeordnet war. Als Glied des Kantons Gieboldehausens besaß das lutherische Kirchdorf Lütgenhausen insgesamt 190 Einwohner, die sich auf 21 Häuser verteilten[2]. Nach der Auflösung des Königreichs Westphalen zählte der Ort zum Amt Herzberg. Die Einwohnerschaft stieg um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf 232 Personen, ebenso erhöhte sich die Häuseranzahl auf 38[3]. Lütgenhausen wurde im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Niedersachsen am 1. Januar 1973 dem Landkreis Göttingen zugeordnet (vorher Landkreis Osterode am Harz) und in die Gemeinde Rhumspringe eingegliedert.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lütgenhausen
Blasonierung: „Gespalten von Blau und Rot; vorn ein halber silberner (weißer) golden (gelb) bewehrter Adler am Spalt; hinten eine halbe silberne (weiße) Lilie am Spalt.“
Wappenbegründung: Der halbe Adler geht auf ein Wappen des ersten Schützenvereins aus dem 18. Jahrhundert zurück. Die silberne Lilie ist ein Attribut der Jungfrau Maria, unter deren Patronat die Wollershäuser Kirche steht, zu der die Gemeinde gehörte.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annemarie Gropengießer: Die Kirchenbücher von Wollershausen 1644 bis 1910. Ortsfamilienbuch von Lütgenhausen und Wollershausen. Kirchengemeinde Sankt-Marien Wollershausen, Gieboldehausen 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung: Beiheft, Ausgaben 16-22, Vandenhoeck und Ruprecht, 1972, S. 65; Vorschau über Google-Bücher
  2. Johann Georg Heinrich Hassel: Statistisches Repertorium über das Königreich Westphalen. Vieweg, Braunschweig 1813, S. 16.
  3. Friedrich Wilhelm Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Hrsg.: Friedrich Wilhelm Harseim, C. Schlüter. Schlütersche Hofbuchdruckerei, Hannover 1848, S. 82.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  5. Ortsportrait Lütgenhausen