Lützkampen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lützkampen
Lützkampen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lützkampen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 9′ N, 6° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 510 m ü. NHN
Fläche: 10,98 km2
Einwohner: 362 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54617
Vorwahl: 06559
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 263
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Webpräsenz: www.luetzkampen.de
Ortsbürgermeister: Manfred Schoden
Lage der Ortsgemeinde Lützkampen im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bitburg Auw bei Prüm Roth bei Prüm Olzheim Neuendorf Kleinlangenfeld Schwirzheim Büdesheim Wallersheim Fleringen Weinsheim Gondenbrett Sellerich Buchet Oberlascheid Bleialf Mützenich Winterscheid Winterspelt Großlangenfeld Brandscheid Prüm Rommersheim Giesdorf Hersdorf Seiwerath Schönecken Oberlauch Niederlauch Orlenbach Winringen Dingdorf Watzerath Pittenbach Pronsfeld Habscheid Heckhuscheid Matzerath Heisdorf Nimsreuland Lasel Wawern Feuerscheid Nimshuscheid Lützkampen Großkampenberg Kesfeld Üttfeld Euscheid Strickscheid Lünebach Lierfeld Eilscheid Dackscheid Merlscheid Pintesfeld Kinzenburg Waxweiler Manderscheid Lichtenborn Arzfeld Irrhausen Reiff Sengerich Leidenborn Herzfeld Eschfeld Roscheid Harspelt Sevenig (Our) Dahnen Reipeldingen Daleiden Dasburg Preischeid Olmscheid Jucken Kickeshausen Lauperath Krautscheid Oberpierscheid Niederpierscheid Lascheid Hargarten Lambertsberg Mauel Plütscheid Burbach Balesfeld Neuheilenbach Neidenbach Usch Zendscheid Steinborn Sankt Thomas Malbergweich Malberg (Eifel) Kyllburgweiler Seinsfeld Oberkail Gransdorf Gindorf Pickließem Orsfeld Kyllburg Etteldorf Wilsecker Badem Sefferweich Seffern Schleid Heilenbach Ehlenz Oberweiler Bickendorf Nattenheim Fließem Rittersdorf (Eifel) Ließem Niederweiler Biersdorf am See Wiersdorf Wißmannsdorf Hamm (Eifel) Echtershausen Brecht Feilsdorf Hütterscheid Baustert Brimingen Hisel Mülbach Oberweis Bettingen (Eifel) Olsdorf Wettlingen Stockem Halsdorf Enzen Dudeldorf Gondorf Metterich Hüttingen an der Kyll Röhl Scharfbillig Sülm Dahlem Trimport Idenheim Idesheim Meckel Eßlingen Oberstedem Niederstedem Wolsfeld Dockendorf Ingendorf Messerich Birtlingen Altscheid Berkoth Nusbaum Biesdorf Kruchten Hommerdingen Hüttingen bei Lahr Mettendorf Niehl Burg Lahr Geichlingen Körperich Roth an der Our Gentingen Ammeldingen an der Our Berscheid Bauler Waldhof-Falkenstein Keppeshausen Rodershausen Gemünd Sevenig bei Neuerburg Affler Dauwelshausen Scheitenkorb Nasingen Muxerath Obergeckler Niedergeckler Sinspelt Niederraden Koxhausen Herbstmühle Karlshausen Zweifelscheid Leimbach Emmelbaum Ammeldingen bei Neuerburg Heilbach Uppershausen Plascheid Hütten Neuerburg Scheuern Fischbach-Oberraden Utscheid Weidingen Übereisenbach Wallendorf Bollendorf Echternacherbrück Ernzen Ferschweiler Minden Menningen Eisenach Gilzem Kaschenbach Niederweis Irrel Prümzurlay Alsdorf Holsthum Peffingen Schankweiler Spangdahlem Herforst Beilingen Philippsheim Speicher (Eifel) Preist Orenhofen Auw an der Kyll Hosten Nordrhein-Westfalen Belgien Luxemburg Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild

Lützkampen ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stupbach vom belgischen Stoubach (Gemeinde Burg-Reuland) aus gesehen

Der Ort liegt in der Landschaft Islek, im Westen der Eifel und in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland–LuxemburgBelgien. Die Ortslage hat die Form eines langgezogenen, halbrunden Straßendorfes, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. Erweitert wurde sie in jüngerer Zeit durch Neubauten in Richtung Harspelt und in der „Bornwiese“.

Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist Auf der Nell mit 540 m ü. NHN, der niedrigste Bodenpunkt ist an der Our südlich der Grimmelslei mit 321 m.

Mit 51,0 % wird die Hälfte des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 43,5 % sind Waldfläche (Stand 2011).[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Gemeindeteile Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen. Zu Lützkampen gehören auch die Wohnplätze Auf dem Bock, Diedrichsborn, Lützkampenermühle, Zollamt Lützkampen (Auf dem Halvent), Auf der Nöll und Im Pesch; zu Stupbach gehören die Wohnplätze Auf Halenfeld, In der Loch und Stupbacherseif (Brodelseifen).[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Burg-Reuland (Belgien) im Westen und Norden, Kesfeld und Großkampenberg im Osten, Herzfeld im Südosten sowie Harspelt im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Ruinen römischer Siedlungen im Lützkamper Bereich weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin.

Die drei Dörfer Lützkampen, Stupbach, Welchenhausen gehörten bis Ende des 18. Jahrhunderts zur luxemburgischen Herrschaft Dasburg.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörten Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig dem Departement Wälder zugeordnet war.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. Lützkampen und Stupbach wurden der Bürgermeisterei Harspelt, Welchenhausen der Bürgermeisterei Leidenborn angehörig. Gemeinsam gehörten diese zum 1816 neu gebildeten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und von 1822 an zur Rheinprovinz. Alle drei Gemeinden gehörten von 1936 an zum Amt Daleiden-Leidenborn und seit 1970 zur Verbandsgemeinde Arzfeld.

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stupbach (seinerzeit 60 Einwohner) und Welchenhausen (51 Einwohner) nach Lützkampen eingemeindet.[4]

Eine erste Kirche wurde im frühen Mittelalter errichtet, als Lützkampen eine Filiale von Ouren war. Zum Bau eines Pfarrhauses kam es 1806.

Vom Zweiten Weltkrieg wurde es 1944 erstmals betroffen, als amerikanische Truppen einmarschierten und die Bevölkerung nach Belgien evakuiert wurde. 1945 fand eine erneute Evakuierung durch die Amerikaner statt. Insgesamt wurden für den Krieg 27 Gefallene, drei Vermisste sowie sechs Tote in der Zivilbevölkerung verzeichnet.

1955 wurde der Ort an das Kreiswasserwerk angeschlossen, zwei Jahre später wurde er kanalisiert.

Der Ortsname bedeutet in etwa „kleines Feld“, denn „lütz“ wird als „klein“ abgeleitet und „campen“ ist auf das lateinische Wort für „Feld“ zurückzuführen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lützkampen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 321
1835 409
1871 462
1905 480
1939 516
1950 482
Jahr Einwohner
1961 464
1970 439
1987 465
1997 409
2005 401
2015 362

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lützkampen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Lützkampen
„Museum in der wArtehalle“, Welchenhausen.

Die heutige Kirche Lützkampens wurde 1962–63 erbaut. Der Chor wurde aus der früheren Kirche übernommen. 1964 baute man drei neue Glocken ein. 1974 wurde eine neue Orgel eingeweiht. Der Friedhof wurde 1958 etwa einen Kilometer außerhalb des Dorfes verlegt.

Naturdenkmal ist eine 250 Jahre alte Buche bei einem Einzelgehöft an der Straße nach Sevenig (Our).

Im August 2002 wurde das „Museum in der wArtehalle“ eröffnet, ein kleines Kunstmuseum in der Ortschaft Welchenhausen, das neben Werken von Künstlern aus Deutschland und seinen Nachbarländern sowie verschiedenen Einzelpräsentationen in den Wintermonaten Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Islek-Region zeigt.[6]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirmes wird am letzten Sonntag im Juli abgehalten, als Erinnerung an die Grundsteinlegung der neuen Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Lützkampen durch zahlreiche kleine Landwirtschaftsbetriebe geprägt. Seit 1971, als noch 72 landwirtschaftliche Betriebe gezählt wurden, hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 668 ha auf 301 ha (2010) abgenommen, die von acht Betrieben bewirtschaftet wurden.[2] Dadurch ist Lützkampen auch zu einer Wohngemeinde geworden.

Im Zentrum Lützkampens trifft die im Ort endende und in Nord-Süd-Richtung verlaufende Landesstraße 15 auf die von Osten nach Westen führende Landesstraße 1. Die beiden Landesstraßen führen u. a. nach Üttfeld, Harspelt und bis zur belgischen Staatsgrenze.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lützkampen ist Standort einer 1950 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr mit 15 Mitgliedern, eines Kindergartens und der Grundschule St. Willibrord.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lützkampen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Januar 2010, S. 61, abgerufen am 24. September 2015 (PDF; 2,3 MB).
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (= Statistische Bände. Band 393). Bad Ems 2006, S. 185 (online; PDF; 2,6 MB [abgerufen am 24. September 2015]).
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Infos auf der Homepage des Museums