L’Anse Amour

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L’Anse Amour
Der Grabhügel von L'Anse Amour
Der Grabhügel von L'Anse Amour
Lage in Neufundland und Labrador
L’Anse Amour (Neufundland und Labrador)
L’Anse Amour
L’Anse Amour
Staat: Kanada
Provinz: Neufundland und Labrador
Koordinaten: 51° 28′ N, 56° 52′ W51.473888888889-56.87Koordinaten: 51° 28′ N, 56° 52′ W
Einwohner: 8 (Stand: )

L'Anse Amour ist eine kleine Ansiedlung mit 8 Einwohnern an der Strait of Belle Isle in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador. Hier befindet sich das älteste, rund 7500 Jahre alte Grab Kanadas.

Das Grab von L’Anse Amour[Bearbeiten]

Bekannt wurde der Ort durch eine archäologische Ausgrabung im Jahr 1974 an der L’Anse Amour Site. In einem runden Grabhügel von über 8 m Durchmesser wurde ein auf 7500 Jahre Before Present (~ 5550 v. Chr.) datierter Leichnam eines Kindes gefunden, dessen Alter auf 12 Jahre geschätzt wird. Der Hügel wurde nach der Ausgrabung rekonstruiert und ist als National Historic Site ausgewiesen, die Artefakte werden im Labrador Straits Museum im nahegelegenen L’Anse au Loup ausgestellt. Grab und Funde werden der Maritime Archaic Tradition aus der Archaischen Periode zugeordnet.

Britische Kolonialherrschaft[Bearbeiten]

Lange Zeit entzog sich die Region, die von Fischern frequentiert wurde, weitgehend der Kontrolle durch die Kolonialmächte. Dies begann sich gegen Ende der britischen Herrschaft zu ändern. Der Kommandeur der La Canadienne Pierre-Étienne Fortin, der von 1852 bis 1867 die Fischer nördlich des Sankt-Lorenz-Stroms kontrollieren sollte, erhielt 1859 den Auftrag, den Küstenbewohnern die neuen Fischereiregeln zu erläutern. So durften die Montagnais, wie er ihnen am 29. Mai des Jahres erklärte, fortan nicht mehr bei Fackellicht auf Lachsfang gehen. Doch bezweifelte er selbst, dass diese Regelung im abgelegenen Gebiet durchsetzbar sei.[1]

Auch versuchten die Briten, nach 1755, dem Jahr der Vertreibung der Akadier, etablierte französische Namen durch englische zu ersetzen. So wurde Anse aux Morts auf Prince Edward Island, das zuvor Isle Saint Jean geheißen hatte, umbenannt, und zwar in Mermaid Cove. Davon blieb Labrador weitgehend verschont.[2] Ursprünglich hieß L'Anse Amour ebenfalls L'Anse aux Morts, also Bucht der Toten. Der heutige Name beruht jedoch auf einem Missverständnis in der Aussprache des ehemaligen französischen Namens im Englischen.[3]

Schiffsunglück von 1922[Bearbeiten]

Am nahe gelegenen Point Amour steht seit 1857 der höchste Leuchtturm Labradors,[4] der der Orientierung des Schiffsverkehrs in der durch Eisgang und Strömungen gefährlichen Belle-Isle-Straße dient.[5] Hier strandete die erst 1919 in Dienst gestellte HMS Raleigh, ein Schwerer Kreuzer der britischen Hawkins-Klasse am 8. August 1922 durch Navigationsfehler im Nebel. Reste des Wracks kann trotz Teilsprengung 1926 noch immer besichtigt werden.[6] Die heutigen Bewohner sind Nachkommen der Überlebenden dieser Havarie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William Brian Stewart: A Life on the Line. Commander Pierre-Étienne Fortin and his Times, McGill-Queen's Press, 1997, S. 54.
  2. Bona Arsenault, Pascal Alain: Histoire des Acadiens, Les Editions Fides, 2004, S. 361.
  3. Labrador Coastal Drive:L'Anse Amour
  4. Point Amour Lighthouse: Welcome
  5. Labrador Coastal Drive: Point Amour Lighthouse
  6. http://www.maritimequest.com/daily_event_archive/2005/august/08_hms_raleigh.htm