L’Arlesiana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Werkdaten
Titel: Das Mädchen aus Arles
Originaltitel: L’Arlesiana
Titelblatt des Librettos, Mailand 1897

Titelblatt des Librettos, Mailand 1897

Form: Oper in vier oder drei Akten
Originalsprache: Italienisch
Musik: Francesco Cilea
Libretto: Leopoldo Marenco
Literarische Vorlage: Schauspiel L’Arlésienne von Alphonse Daudet
Uraufführung: 27. November 1897
Ort der Uraufführung: Teatro Lirico, Mailand
Spieldauer: ca. 2 ¼ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: ein Dorf in der Nähe von Arles im 19. Jahrhundert
Personen
  • Rosa Mamai, eine Gutsbesitzerin (Mezzosopran)
  • Federico, ihr ältester Sohn (Tenor)
  • Vivetta, Rosas Patenkind (Sopran)
  • Baldassare, ein alter Hirt (Bariton)
  • Metifio, ein Pferdehirt (Bass)
  • Marco, Rosas Bruder (Bass)
  • L’Innocente, Rosas jüngster Sohn (Sopran)
  • L’Arlesiana, ein Mädchen aus Arles (tritt nicht in Erscheinung)
  • Gäste, Hirten, Volk (Chor)

L’Arlesiana ist eine Oper (dramma lirico) in vier Akten (Urfassung) von Francesco Cilea, die zuweilen auch mit dem deutschen Titel Das Mädchen aus Arles versehen wird. Den Text verfasste Leopoldo Marenco. Er basiert auf Alphonse Daudets Schauspiel L’Arlésienne aus den Briefen aus meiner Mühle. Die Uraufführung fand am 27. November 1897 im Teatro Lirico in Mailand statt. Georges Bizet komponierte bereits 1872 die Bühnenmusik L’Arlésienne, die ebenfalls auf Daudets Schauspiel basiert.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cilea komponierte die Oper zwischen 1892 und 1897 zunächst vieraktig. Bei der Uraufführung im Teatro Lirico 1897 in Mailand brillierte der junge Enrico Caruso in der Rolle des Federico, was mit zu seiner späteren glanzvollen Sängerkarriere beitrug. 1898 schrieb Cilea eine neue Fassung, in der die Akte II und III zusammengefasst wurden. Durch das Hinzufügen eines Präludiums entstand 1912 eine dritte Fassung, die heute noch meist aufgeführt wird. Weitere kleinere Änderungen der Partitur wurden zwischen 1936 und 1940 vorgenommen.[1][2] Die Oper ist nur selten in den Spielplänen der Opernhäuser vertreten und wird zuweilen konzertant, so an der Deutschen Oper Berlin 2018 oder als Rarität im Rahmen von Festivals aufgeführt, beispielsweise 2012 beim Wexford Festival.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gutsbesitzerin Rosa Mamai lebt mit ihren Söhnen Federico sowie dem geistig zurückgeblieben L’Innocente auf dem Lande in der Nähe von Arles. Federico hat sich in ein Mädchen aus Arles verliebt, das L’Arlesiana genannt wird. Rosa sähe lieber eine Verbindung ihres Sohnes mit Vivetta, einem Mädchen aus der Nachbarschaft, die ihn auch aufrichtig liebt. Federico hingegen hat nur Gedanken für L’Arlesiana und weist Vivetta zurück. Der Pferdehirt Metifio ist ebenfalls in L’Arlesiana verliebt. Er präsentiert Briefe, die ihren unmoralischen Lebenswandel dokumentieren sollen. Daraufhin wendet sich der enttäuschte Federico nun doch Vivetta zu. Als er jedoch erfährt, dass Metifio L’Arlesiana zu Pferd entführen und nur seinen Spaß haben will, begeht er aus Verzweiflung Selbstmord indem er aus dem Dachfenster eines Heubodens springt.

Instrumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[4]

Gesamtaufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L’ArlesianaFerruccio Tagliavini, Pia Tassinari, Paolo Silveri, Gianna Galli – Coro e Orchestra della RAI Torino, Arturo Basile – Cetra Records (1955)
  • L’Arlesiana – Giuseppe Filianoti, Iano Tamar, Francesco Landolfi, Mirela Bunoaica – Opernchor des Theater Freiburg, Freiburg Philharmonic Orchestra, Fabrice Bollon – CPO: 7778052(record label) (2014)
  • L’Arlesiana – Dmitry Golovnin, Annunziata Vestri, Stefano Antonucci, Mariangela Sicilia – Coro Lirico Marchigiano „V. Bellini“, Orchestra Filarmonica Marchigiana, Francesco Cilluffo – Dynamic (record label) (2015)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Schreiber: Opernführer für Fortgeschrittene. Das 20. Jahrhundert II. Deutsche und italienische Oper nach 1945, Frankreich, Großbritannien. Bärenreiter, Kassel 2005, ISBN 3-7618-1437-2, S. 390.
  • Giancosimo Russo: L'Arlesiana di Cilea dall’ipotesto all’opera. Aracne, Rom 2016, ISBN 978-88-255-1765-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: L'Arlesiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werkinformationen auf esdf-opera.de, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  2. Werkinformationen bei Klassika, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  3. Thomas Molke: Zwischen starken Frauen. Rezension der Aufführung am Wexford Festival im Online Musik Magazin, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  4. Egon Voss: L’Arlesiana. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 1: Werke. Abbatini – Donizetti. Piper, München/Zürich 1986, ISBN 3-492-02411-4, S. 582–583.