L’Express (Neuenburg)

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L’Express
L'Express.svg
Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Sprache Französisch
Verlag Société Neuchâteloise de Presse (Editions Suisses Holding SA von Philippe Hersant)
Erstausgabe 2. Oktober 1738 (als Feuille d’avis)
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagenbulletin 2013)
18'950[1] Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagenbulletin 2013) 19'082[1] Exemplare
Reichweite (WEMF MACH 3 - 2014-1) 0,051[2] Mio. Leser
Chefredaktor Nicolas Willemin
Weblink www.arcinfo.ch
ISSN 1660-7457

L’Express (eigentlich L’Express et Feuille d’Avis de Neuchâtel) ist eine in Neuenburg publizierte französischsprachige Tageszeitung der Schweiz und weltweit die älteste noch erscheinende Zeitung in französischer Sprache. Sie wird von der Société Neuchâteloise de Presse verlegt, die mehrheitlich zur Groupe ESH Médias (Editions Suisses Holding SA) von Philippe Hersant, dem Besitzer der Hersant-Gruppe, gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 1738 von François-Louis Lichtenhan gegründete Wochenzeitung Feuille d’Avis, ab 1766 Feuille d’Avis de Neuchâtel, erscheint seit 1884 täglich. 1928 betrug die Auflage bereits 13'000 Exemplare. 1964 übernahm es den 1891 gegründeten Express und absorbierte dieses am Schluss als Abendzeitung erscheinende Blatt 1971.[3] Danach firmierte das Feuille d’Avis de Neuchâtel unter dem Kürzel FAN-L’Express (kurz FAN). Anlässlich des 250-Jahr-Jubiläums vertauschte das FAN 1988 Haupt- und Untertitel und nennt sich seither L’Express et Feuille d’Avis de Neuchâtel (kurz L’Express). Immer unabhängig (Feuille d’avis = „Anzeigenblatt“), ist die Zeitung jedoch tendenziell bis heute konservativ.[4] 2013 betrug die WEMF-beglaubigte verkaufte Auflage 18'950 Exemplare.[1]

1996 begann eine enge publizistische und technische Zusammenarbeit zwischen L’Express und seinem publizistischen Rivalen, dem in La Chaux-de-Fonds erscheinenden L’Impartial („Der Unparteiische“). Um das regionalpolitische Gleichgewicht zwischen „konservativem See“ und „liberalen Bergen“ zu wahren und die beim Beginn der Zusammenarbeit hochgehenden politischen Wogen zu glätten, tragen die beiden Regionalausgaben nicht nur weiterhin den angestammten Namen, sondern unterscheiden sich ausser im Lokalteil auch in den Kommentaren zu kantonalen Angelegenheiten. Der Mantelteil und die Produktion erfolgen in Neuenburg. Seit dem 7. Februar 2007 ist auch das in Biel erscheinende Le Journal du Jura, die Tageszeitung für den Berner Jura, auf die gleiche Art als Kopfblatt integriert.

1999 wurden die beiden Neuenburger Blätter in der Société Neuchâteloise de Presse zusammengeführt. An dieser hielt die Familie Wolfrath, seit 1814 im Besitz des Express, über ihre L’Express Communication Holding 62 %, die PubliGroupe 28,5 % und Marc Gassmann, Verleger des Journal du Jura und des Bieler Tagblatts, 9,5 % des Aktienkapitals.[5] Im Frühling 2002 verkaufte die Besitzerfamilie Wolfrath die Express Communication Holding an die französische Groupe France-Antilles (heute: Groupe Hersant Média). Die Wettbewerbskommission bewilligte den Verkauf. Ein Versuch von PubliGroupe und Marc Gassmann, sich auf ein Vorkaufsrecht für die 62 % der Express Communication Holding zu berufen, blieb erfolglos.[6][7] Hersant brachte danach seinen Anteil an den beiden Zeitungen in die neugegründete Groupe ESH Médias (Editions Suisses Holding SA) ein.

L’Express deckt die beiden Neuenburger Seedistrikte Boudry und Neuenburg, das Val de Ruz und das Val de Travers sowie den ehemaligen Bezirk La Neuveville im Berner Jura (heute Teil des Verwaltungskreises Berner Jura) ab.[8]

News-Portal[Bearbeiten]

2008 wurde ArcInfo gegründet, die gemeinsame multimediale Online-Plattform von Express und Impartial sowie des regionalen TV-Senders Canal Alpha, die deren redaktionelle Inhalte publiziert. Sie ist seit 2010 kostenpflichtig.[9]

Historisches Archiv[Bearbeiten]

Anlässlich des 275-Jahr-Jubiläums der Zeitung[10] im Jahr 2013 wurden in Zusammenarbeit mit der Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel, der Bibliothèque de la Ville La Chaux-de-Fonds und der Schweizerischen Nationalbibliothek und finanziell unterstützt von der Loterie Romande und der Banque Cantonale Neuchâteloise sämtliche Ausgaben seit 1738 wie auch sämtliche Ausgaben des Impartial seit 1881 einschliesslich Texterkennung digitalisiert und werden seither gratis online zur Verfügung gestellt.[11] Die Arbeiten für die Digitalisierung dauerten fünf Jahre und kosteten über 5 Mio. CHF.[12]

Literatur[Bearbeiten]

  • 250 ans Feuille d’Avis de Neuchâtel. Neuenburg 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c WEMF-Auflagenbulletin 2013 (PDF; 688 kB). In: wemf.ch. November 2013, S. 8.
  2. Presse. L’Express & L’Impartial. In: Swiss Media Press.
  3. Quotidiens conservés ou consultables dans les bibliothèques patrimoniales de RERO. In: Réseau des bibliothèques de Suisse occidentale (Réro).
  4. Ernst Bollinger: L’Express im Historischen Lexikon der Schweiz.
  5. Eine etwas gefährliche Liaison. In: NZZ. 2. März 2002.
  6. Accords SNP Société Neuchâteloise de Presse S.A. avec S.A. France-Antilles. In: na Presseportal. 15. März 2002.
  7. Oui de la ComCo au rachat de «L’Impartial» et «L’Express». In: wirtschaft.ch. 19. März 2002.
  8. Journal L’Express. In: Archiv des Express.
  9. ArcInfo, die Website von Express, Impartial und Canal Alpha.
  10. Neuenburger Zeitung «L’Express» feiert 275-jähriges Jubiläum. In: Blick. 2. Oktober 2010.
  11. L’Express und L’Impartial. In: Website der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
  12. 275 ans d’archives mises en ligne par L’Express/L’Impartial. In: RTS Info. 4. Juni 2013.