LG 802

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LG 802
historisches Foto
historisches Foto
Nummerierung: LG 802
RAG VT 3 / VT 03
RAG VT 13
RBG VT 13
DE T1
TAG 27
Anzahl: 1
Hersteller: Dessauer Waggonfabrik
Baujahr(e): 1938
Bauart: urspr. A1 dm
nach Umbau A1 dh
Gattung: urspr. CPwiVt
ab 1956 BPwiVt
ab 1962 BD2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 15.150 mm
Breite: 3.190 mm
Fester Radstand: 8.000 mm
Leermasse: 19.430 kg
Dienstmasse: 23.800 kg
Radsatzfahrmasse: 10.500 kg
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Installierte Leistung: 129 kW (175 PS)
Raddurchmesser: 950 mm
Motorentyp: KHD A8M 517
Motorbauart: Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotor
Nenndrehzahl: 1.550/min
Leistungsübertragung: mechanisch mit Mylius-Getriebe
nach Umbau hydrodynamisch mit T211r
Tankinhalt: 150 l
Bremse: Indirekte Bremse Bauart Knorr als Klotzbremse
Sitzplätze: 3. Klasse 58
nach Umbau 2. Klasse 54
Stehplätze: 20
Fußbodenhöhe: 1.240 mm

Die Dieseltriebwagen LG 802[1][2] wurde 1938 von der Dessauer Waggonfabrik gebaut und an die Lietuvos Geležinkeliai (LG) in Litauen ausgeliefert. Das Fahrzeug befindet sich 2019 als TAG 27 bei der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft.

Geschichte und Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LG 802[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Triebwagen wurde 1938 von der Dessauer Waggonfabrik für die Lietuvos Geležinkeliai (LG) in Litauen gebaut. Dort ging es nach dem Einmarsch der Wehrmacht in den Bestand der Deutschen Reichsbahn über und wurde 1944 beschädigt nach Westen abgefahren. Das ursprüngliche Betriebsbuch des Triebwagens ging infolge von Kriegsereignissen im Zweiten Weltkrieg verloren, wodurch dieser Zeitraum lückenhaft ist. Zeitweise war er wohl bei der Lausitzer Eisenbahn im Einsatz.[3]

Nach Herman Gijsbert Hesselink weist die Nummer 802 allerdings eher auf eine Bezeichnung der lettischen Staatsbahn Latvijas Valsts Dzelzsceļi (LVD) hin.[4]

RAG VT 3 / VT 03 / VT 13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Reichsbahn verkaufte das Fahrzeug 1944 an die Regentalbahn AG (RAG), die ihn zur Waggonfabrik Gebrüder Credé in Kassel zur Aufarbeitung schickte. Dort erhielt er die neue Fabriknummer Credé 1944/2423 und wurde 1945 wieder dem Betriebsdienst übergeben.

Obwohl der Triebwagen größer war als die anderen zweiachsigen Fahrzeuge der Regentalbahn, deckte sich das Aufgabengebiet mit dem des VT 02. So war das als VT 3 bezeichnete Fahrzeug auf der Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach ebenso zuhause wie auf der Bahnstrecke Deggendorf–Metten.[5] Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde die Betriebsnummer in VT 03 geändert. Mit der 1973 erfolgten Übernahme der AG Lokalbahn Lam–Kötzting durch die Regentalbahn war diese Betriebsnummer doppelt vorhanden. 1974 musste der Wagen nach einem Achsbruch abgestellt und instandgesetzt werden.[6] 1978 erhielt er im Rahmen einer Hauptuntersuchung einen neuen Motor und ein hydrodynamisches Getriebe sowie neue Stirnlampen mit getrennten Schlusslichtern. Spätestens seit diesem Zeitpunkt besaß er die neue Betriebsnummer VT 13.

RBG VT 13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Triebwagen ging 1989 als VT 13 an die Regental-Bahnbetriebs-Gesellschaft (RBG) über und war bis zur fälligen Hauptuntersuchung 1990 bei der Regentalbahn im Einsatz. Da am 23. September 1983 der letzte Reisezug auf der Strecke Deggendorf–Metten verkehrte und die Einstellung des regelmäßigen Personenverkehrs auf dem Abschnitt Viechtach–Gotteszell zum 30. April 1991 geplant war, war der Triebwagen überflüssig.

DE VT 13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde der Triebwagen an die Dortmunder Eisenbahn GmbH verkauft, die ihn als T1 bezeichnete und für die Bereisung ihres Schienennetzes im Ruhrgebiet verwendete.[6] Dabei wurden die Inneneinrichtung des Fahrzeuges in Form eines Konferenzraumes umgestaltet und die Toilette ausgebaut.[1]

TAG 27[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2016 wird der Triebwagen von der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft unter der Betriebsnummer TAG 27 geführt. Nach einer umfangreichen Renovierung hat er wieder eine weiß-blaue Lackierung.[7] und ist seit Februar 2018 wieder zugelassen. Der Führerstand mit den Bedienelementen hat sich im Vergleich zu Regentalbahnzeiten nur unwesentlich verändert.[8][9] Für den Einsatz auf der Tegernsee-Bahn erhielt er eine Spurkranzschmierung und PZB 90.

Konstruktive Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Triebwagen hatte für die Reisenden ein Großraumabteil ohne Zwischenwände, das lediglich zu den Einstiegsräumen abgetrennt war.[6] Die Stirnseite hatte eine dreigeteilte Fensterfront. Außer den Stirnlampen änderte sich im Laufe der Jahre nichts an dieser Anordnung. Die Dachform war flacher und windschnittiger als beim VT 02.[10]

Ursprünglich soll der Triebwagen einen Motor mit einer Leistung von 180 PS besessen haben. Da die Unterlagen während des Zweiten Weltkrieges verloren gingen, sind Hersteller und Typ sowie weitere Details nicht bekannt.[6] Nach dem Wiederaufbau 1945 war der Antrieb dieselmechanisch mit einem Mylius-Getriebe, ab 1978 dieselhydraulisch.[9] 1968 erhielt er moderne Stirnlampen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Fried, Klaus Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Internetseite über die Verwendung des VT 13 bei der Tegernseebahn
  2. Fahrzeugregister über die Fahrzeuge der RAG mit Erwähnung des VT 03
  3. Florian Dürr: Weiß-blauer Dessaue. In: eisenbahn-magazin. Nr. 5, 2019, ISSN 0342-1902, S. 48–50.
  4. Herman Gijsbert Hesselink, Norbert Tempel: Eisenbahnen im Baltikum. Verlag Lok-Report, Münster 1996, ISBN 3-921980-51-8, S. 101 f.
  5. Andreas Fried, Klaus Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1, S. 60.
  6. a b c d Andreas Fried, Klaus Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1, S. 81.
  7. Foto des aufgearbeiteten VT 13 bei der Tegernseebahn
  8. Bild des Führerstand des VT 13 bei der Tegernseebahn
  9. a b Andreas Fried, Klaus Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1, S. 102.
  10. Andreas Fried, Klaus Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1, S. Einschlag.