LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in Bonn

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (ABR), ehemals Rheinische Bodendenkmalpflege (RB), ehemals Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege (RAB), mit Hauptsitz in Bonn ist eine Dienststelle des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Sie hat Bodendenkmalschutz und -pflege zur Aufgabe, also „wissenschaftliche Ausgrabungen, Bergung und Restaurierung von Bodendenkmälern, Überwachung dieser Maßnahmen sowie Erfassung der beweglichen Bodendenkmäler“[1]. Zuständigkeitsbereich ist das Rheinland mit Ausnahme der Stadt Köln. Die RB ist als Fachamt nicht in die Ämterhierarchie der Denkmalschutz-Behörden eingebunden, sondern unterstützt diese als unabhängige Einrichtung. Durch das Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen von 1. Juli 1980 ist die RB in der archäologischen Denkmalpflege „Träger öffentlicher Belange“, das heißt, vor der Durchführung öffentlicher Planungen muss eine Anhörung erfolgen. Das umfangreiche Ortsarchiv der RB gibt einen Überblick über 150 Jahre archäologische Forschung im Rheinland.

Außenstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptsitz in Bonn hat die Rheinische Bodendenkmalpflege vier Außenstellen, die insgesamt rund 150 Mitarbeiter haben und von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt werden.

Nideggen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenstelle Nideggen befindet sich im Ortsteil Wollersheim auf dem Stiftshof. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf die Städteregion Aachen, den Rhein-Erft-Kreis, sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg, insgesamt 54 Städte und Gemeinden. Die Braunkohletagebaue in diesen Gebietskörperschaften gehören nicht zum Bereich der Außenstelle Nideggen, sondern werden von der Außenstelle Titz betreut. Immer am 3. Sonntag im Juni wird als Tag der offenen Tür das Stiftshoffest veranstaltet.

Overath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenstelle Overath liegt auf Gut Eichthal im Rheinisch-Bergischen Kreis. Das Arbeitsgebiet umfasst mit den Kreisen Rhein-Kreis Neuss, Mettmann, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis und Rhein-Sieg-Kreis sowie den kreisfreien Städten Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal etwa 4300 km² beidseits des Rheins.

Titz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenstelle Titz ist im Ortsteil Höllen in einem restaurierten Gutshof untergebracht. Arbeitsbereich sind die Braunkohletagebaue im Rheinland. Dazu zählen Garzweiler, Hambach und Inden. Im Außengelände der Außenstelle wurde eine eisenzeitliche Hofstelle rekonstruiert. Jährlich wird ein Tag der Archäologie organisiert und kostenlose Führungen zu archäologisch oder geologisch interessanten Funden im nahegelegenen Braunkohleabbaugebiet angeboten.

Xanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenstelle Xanten ist für ein Gebiet von insgesamt 3812,5 km² verantwortlich, bestehend aus den Kreisen Kleve, Wesel und Viersen und den kreisfreien Städten Mönchengladbach, Krefeld, Duisburg, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Essen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland gibt die jährlich erscheinende Zeitschrift Archäologie im Rheinland heraus. In der Reihe Rheinische Ausgrabungen erscheinen Monographien zur Archäologie des Rheinlandes. Außerdem ist das LVR-ABR auch Mitherausgeber der Bonner Jahrbücher.

Ehrenamtliche Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland wird von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Sie helfen u.a. bei Prospektionen, der Quellenforschung und bei der Öffentlichkeitsarbeit. Besonders auf örtlicher Ebene sind sie bei der Erfassung von Bodendenkmalen und der Baustellenbeobachtung aktiv.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufgaben und Zuständigkeiten auf der offiziellen Webpräsenz, abgerufen 2. Dezember 2006