LVR-Freilichtmuseum Kommern

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LVR-Freilichtmuseum Kommern
Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde
Freilichtmuseum Kommern - Haus aus Rhinschenschmidthausen, Bergisches Land (12903341704).jpg
Haus aus Rhinschenschmidthausen, Bergisches Land
Daten
Ort Kommern
Art Volkskundemuseum
Eröffnung 20. Juli 1961
Leitung Josef Mangold
Website Offizielle Webseite
ISIL DE-MUS-092717
Teilansicht Freilichtmuseum Kommern, Luftaufnahme (2015)
Bienenstand aus Birkenbeul

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern und Rheinische Landesmuseum für Volkskunde in Kommern/Eifel in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ist mit über 95 ha eines der größten Freilichtmuseen Europas mit rund 67 historischen Gebäuden aus der preußischen Rheinprovinz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen zu einem Freilichtmuseum im Rheinland gehen zurück bis in die 1950er Jahre. Um den Standort bewarben sich rund 30 Städte und Gemeinden zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet, darunter Duisburg, Krefeld, Rheydt und das damals noch selbstständige Kommern (heute Stadtteil von Mechernich). Die Wahl von Kommern am 28. März 1958 in einer Stichwahl gegen Krefeld soll auf den damaligen Gemeindevorstand Kommerns, Norbert Leduc, zurückgegangen sein. Das Museum wurde am 20. Juli 1961 eröffnet. Die Leitung hatte von Beginn bis 1981 Adelhart Zippelius inne, anschließend bis 2007 Dieter Pesch und seitdem Josef Mangold.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 67 Gebäude wie Bauernhöfe, Windmühlen, Werkstätten, dörfliche Gemeinschaftsbauten wie Schul- und Backhaus, Tanzsaal und Kapelle wurden je nach ihrer Herkunft aus dem Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz bzw. den früheren in diesem Gebiet gelegenen Territorien zu vier Baugruppen zusammengefasst. Äcker, Bauerngärten und Obstwiesen runden das Ganze ab. Die Objekte kommen vorrangig aus dem Westerwald/Mittelrhein-Gebiet, aus Eifel/Voreifel, vom Niederrhein und aus dem Bergischen Land und stellen das Leben ab dem 15. Jahrhundert dar. Im Aufbau befindet sich eine weitere Baugruppe „Marktplatz Rheinland“, die das ländlich-kleinstädtische Leben des Rheinlandes, das Wohnen und Arbeiten von den 1950er bis in die 1980er Jahre zeigen soll. Damit entwickelt sich das LVR-Freilichtmuseum Kommern auch zu einem Museum der alltagskulturellen Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Darüber hinaus zeigt das Museum als „Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde“ Dauer- und Wechselausstellungen.

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern bietet ein Jahresprogramm mit rund 70 Sonderveranstaltungen: Großveranstaltungen sind der jährlich vom Karsamstag bis einschließlich Weißen Sonntag stattfindende „Jahrmarkt anno dazumal“, die im August stattfindende und mit vielseitigem Programm verbundene „ZeitBlende“ mit Rückblick auf das, was jeweils 50 Jahre zuvor im Rheinland und in der Welt los war, „Nach der Ernte“ am 3. oder 4. Septemberwochenende und der „Advent für alle Sinne“ am ersten Advent-Wochenende.

Ein Schwerpunkt des Museums ist das Programm der lebendigen Geschichtsvermittlung. Unter dem Motto „Gespielte Geschichte“ begegnen Akteure den Besuchern in der Ersten Person als historisch nachweisbare Persönlichkeiten oder „Alltagsmenschen“ aus einer bestimmten Zeit und sozialen Situation und „ziehen“ die Museumsgäste in die Vergangenheit. Dabei wechseln die Kommerner Museums-Akteure nicht in die Dritte Person, um den Museumsgästen sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Zusammenhänge, in die ihre Rolle eingebettet ist, zu erklären.

Dauerausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„WirRheinländer“

In dieser Ausstellung wird die Geschichte des Rheinlandes und das Leben der Rheinländer von der französischen Besetzung 1794 bis in die Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders nach 1950 in einer Dauerausstellung gezeigt. Die Besucher durchwandern dabei in einer Ausstellungshalle eine Geschichtsgasse mit mehr als 50 Nachbauten von Gebäuden aus dem Rheinland, in denen Szenarien zur rheinischen Geschichte präsentiert werden.

Darüber hinaus zeigt das LVR-Freilichtmuseum Kommern jährlich mehrere Wechselausstellungen.

Fotografierverbot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Museum herrscht ein De-facto-Fotografierverbot. Zwar sind Aufnahmen für das private Fotoarchiv prinzipiell erlaubt, doch ist jede Veröffentlichung der Bilder und Videos, auch auf nicht-kommerziellen Plattformen verboten.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • LVR-Freilichtmuseum Kommern. Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde. Museumsführer, bearbeitet von Michael H. Faber. Auf der Grundlage des vorherigen Museumsführers von Joachim Hähnel, bearbeitet von Michael Faber und Manuela Schütze, Köln 2000. (= Führer und Schriften des LVR-Freilichtmuseums Kommern - Rheinischen Landesmuseums für Volkskunde Nr. 62) ISBN 978-3-00-025698-1

Bilder aus Kommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kommern.lvr.de/de/den_besuch_planen/praktische_infos/fotografieren/Detailseite.html Internetangebot des Museums, abgerufen am 15. Mai 2015

Koordinaten: 50° 36′ 41″ N, 6° 37′ 47″ O