LVR-Niederrheinmuseum Wesel
| Daten | |
|---|---|
| Ort | An der Zitadelle 14–20, Wesel |
| Art | |
| Eröffnung | 18. März 2018 |
| Leitung |
Corinna Endlich
|
| Website | |
| ISIL | DE-MUS-965511 |
Das LVR-Niederrheinmuseum Wesel ist ein deutsch-niederländisches Regionalmuseum, welches sich der Geschichte, Kultur und dem Brauchtum des Niederrheins widmet.
Mit dem neuen Konzept richtet sich das Museum seit Sommer 2025 vornehmlich an Familien und Kinder und besitzt einen inklusiven Vermittlungsschwerpunkt. Mit dem Geopark Ruhrgebiet als Kooperationspartner zeigt das LVR-Niederrheinmuseum zudem eine Ausstellung zur Erdgeschichte der Region.
Geschichte und Hintergründe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1998 wurde das Museum als Preußen-Museum Wesel (offiziell: Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen, Standort Wesel) gegründet. Es beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der rheinisch-preußischen Geschichte in Wesel und hatte einen zweiten, westfälisch-preußisch ausgerichteten Standort in Minden, das Preußen-Museum Minden. Beide Museen zusammen bildeten das Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen.



Das Thema Preußen wurde zunächst im Untergeschoss anhand der nahen Vergangenheit durch die Ausstellung „LebensZeichen – Nachkriegszeit und Fünfziger Jahre – Sammlung Abresch“ eingeführt. Zu sehen sind u. a. Exponate der Wilhelm Gustloff, wobei das Bild rechts ein privates Fotoalbum („Kreuzfahrt nach Norwegen mit der Wilhelm Gustloff“) zeigt und ein Matrosen-Mützenband aus dem Jahr 1939. Ebenfalls im Untergeschoss und im Erdgeschoss wurde dann chronologisch das rheinische Leben zwischen dem späten 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert anhand von thematischen Schwerpunkten wie Land und Leute, Staat und Verwaltung, Kirche und Bildung sowie Wirtschaft und Gesellschaft präsentiert. Auch Einflüsse aus den Nachbarländern wie den niederländischen Generalstaaten oder Frankreich wurden dargestellt. Im Obergeschoss wurde das Thema Militär und Gesellschaft vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg und daran anschließend das Ende Preußens von 1918 bis 1945 aufgezeigt.
Das Museum bot ca. 1500 m² für die Präsentation der über 300 Jahre staatlicher Zugehörigkeit von großen Teilen des Rheinlandes und Westfalens zu Brandenburg-Preußen.
Finanziert wurde das Museum zusammen mit dem zweiten Standort in Minden durch die Stiftung Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen. An der Stiftung waren beteiligt: das Land Nordrhein-Westfalen, die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie die Städte Wesel und Minden und deren Kreise Wesel und Minden-Lübbecke. Der als gemeinnützig anerkannte Förderverein des Museums, die „Gesellschaft zur Förderung des Preußen-Museums NRW in Wesel e. V.“ stand allen Bürgern zur Mitgliedschaft offen, er unterstützte besonders die Sonderausstellungen und den Sammlungsaufbau.
Aufgrund finanzieller Engpässe der Stiftung durch geringere Zinserträge aus dem Stiftungsvermögen, ausbleibende Fördergelder des Landes NRW sowie Rückzahlungsforderungen eines der Landesverbände und der Kreise wurde seit 2010 darüber nachgedacht, den Schwerpunkt des Museums zu verändern und andere Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.[1][2][3]
Der Landschaftsverband Rheinland hat am 18. März 2018 das ehemalige Preußen-Museum Wesel als LVR-Niederrheinmuseum Wesel mit der Sonderausstellung „Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“ wiedereröffnet. Die Sonderausstellung bildet zugleich die Basis für die künftige Dauerausstellung und die bis ins Jahr 2024 reichende Neukonzeption des Hauses.[4][5]
Lage und Größe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Räumlichkeiten des Museums befinden sich in der Zitadelle Wesel, genauer gesagt im ehemaligen „Körnermagazin“ (Getreidedepot) der Zitadelle, das um 1835 erbaut wurde. Die Zitadelle ist eines der wenigen Bauwerke Preußens, die heute noch in Wesel zumindest teilweise vorhanden sind. Im Kellergeschoss ist das ursprüngliche Tonnengewölbe erhalten geblieben, die beiden oberirdischen Geschosse wurden innen zu insgesamt 2.000 m² großen Ausstellungsräumen umgebaut. Am Eingang an der Nordseite stehen in dem 600 m² großen, mit dem Hauptwall der Zitadelle verbundenen Glasanbau weitere Ausstellungsräume, Foyer, Museumsshop, Restauration und Vortragssaal zur Verfügung. In den angrenzenden Bauten des heutigen Kulturzentrums Zitadelle befinden sich außerdem noch die Abteilung Schillkasematte des städtischen Museums sowie das Stadtarchiv Wesel mit seiner Restaurierungswerkstatt und die städtische Musik- und Kunstschule Wesel.
Neukonzeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 18. Juli 2025 eröffnete die Neukonzeption „Leben mit dem Wasser“.
Mit der Neuausrichtung versteht sich das Niederrheinmuseum als Familienmuseum. Im Ausstellungsrundgang finden sich zahlreiche interaktive Hands-on-Stationen und ein baulich und medial inklusiver Zugang.[6] Auf zwei Etagen wird die Kulturgeschichte des Niederrheins vom Beginn des 15. Jahrhunderts bis heute erzählt. Leitmotiv der Ausstellung ist der Rhein, welcher als Ideen- und Warenstrom begriffen wird und im Zentrum der Geschichte Europas steht. Die Ausstellung zeigt zudem grenzüberschreitende Perspektiven auf. Der Niederrhein ist eine Region mitten in Europa, an der Grenze zu den Niederlanden, mit denen sie einen Kulturraum bildet.
Neben der Geschichte beschäftigt sich das Museum mit den Themenkomplexen Sprache, Identität, Tradition und Brauchtum. Zusätzlich werden die Biografien einiger der bekanntesten Persönlichkeiten vom Niederrhein vorgestellt.[7]
Geopark Ruhrgebiet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zusammen mit dem Geopark Ruhrgebiet als Kooperationspartner entstand eine dem Rundgang vorgelagerte Präsentation. Somit bedient das LVR-Niederrheinmuseum neben dem regionalen, historischen zusätzlich noch einen naturhistorischen Schwerpunkt.
Über originale Objekte, Medienstationen und Grafiken wird im Foyer des Museums über die Erdgeschichte, die Eiszeiten und die Landschaftsräumen des Niederrheins aufgeklärt. 400 Millionen Jahre Erdgeschichte werden anschaulich für Groß und Klein dargestellt. Dabei stoßen Besuchende unter anderem auf Wollnashörner und Mammuts. Ein interaktives Bohrspiel führt spielerisch durch die Tiefen der Zeit und der Erde.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur (archivierte Version)
- Niederrheinmuseum (Homepage)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Joachim Freund: Was wird aus dem Preußen-Museum in Wesel? In: Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung. Funke Mediengruppe, 3. März 2011, abgerufen am 1. Mai 2025.
- ↑ Ein gutes Schiff für eine starke Flotte, Mindener Tageblatt, 19. März 2011 ( des vom 20. März 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Preußen künftig nur noch Nebensache?, Mindener Tageblatt, 2. März 2011 ( des vom 3. März 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ LVR-Niederrheinmuseum Wesel | Objektansicht. (PDF) Abgerufen am 10. November 2019.
- ↑ Die Welt, 18. März 2018
- ↑ Melanie Grieving: LVR-Niederrheinmuseum: Große Umbauten für Erlebnisse. 25. Januar 2025, abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ Leben mit dem Wasser | LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ Erdgeschichte des Niederrheins. Abgerufen am 26. November 2025.