La-Silla-Observatorium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 29° 15′ 23″ S, 70° 44′ 17″ W

La-Silla-Observatorium
Vier Teleskope auf La Silla, von vorne nach hinten: 2,2-m-Schmidt; NTT, 3,6 m

Das La-Silla-Observatorium, etwa 600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile auf dem 2400 m hohen Berg La Silla gelegen, war das erste Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile, zu dem inzwischen ein weiteres Observatorium auf dem Cerro Paranal hinzugekommen ist. Der Asteroid (2187) La Silla wurde nach dem Berg benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon vor der offiziellen Gründung der ESO 1964 begann die Suche nach einem vielversprechenden Standort für ein astronomisches Observatorium auf der Südhalbkugel der Erde. Nach anfänglicher Suche in Südafrika wandte sich das Interesse bald günstigeren Standorten nahe der Küste des nördlichen Chile zu. Schließlich entschied man sich für den etwa 160 km nördlich von La Serena gelegenen Cinchado, nach seiner Form auch La Silla (span. der Sattel) genannt, als Standort der ESO-Sternwarte. 1969 wurde die Sternwarte auf La Silla eröffnet.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Silla beherbergt viele Teleskope, die zum Teil von der ESO selbst, zum Teil von anderen Instituten und Universitäten betrieben wurden und werden. Viele kleinere Teleskope sind inzwischen stillgelegt worden, La Silla spielt aber auch im Zeitalter des Very Large Telescope des Paranal-Observatoriums der ESO noch eine wichtige Rolle.

Teleskope auf La Silla
Teleskop Durchmesser Art Bemerkungen
ESO 3,6 m 3,6 m optisch/Infrarot ESO, seit 1976 (seit 2003 mit dem HARPS [1] ausgerüstet)
New Technology Telescope NTT 3,5 m optisch/Infrarot ESO, seit 1989
MPG/ESO 2,2 m 2,2 m optisch/Infrarot Leihgabe der MPG, seit 1984
Danish 1,5 m 1,5 m Dänemark, 1979
Leonhard-Euler-Teleskop 1,2 m Suche nach Exoplaneten Schweiz, seit 1998
Schmidt-Teleskop 1 m ESO, 1971, Umgebaut 2009
DENIS 1 m speziell für Himmelsdurchmusterung im Infraroten Frankreich
MASCARA Multi-site All-Sky CAmeRA 5 x 24mm Komplette Himmelsabdeckung mit Aufnahmen in kurzem Abstand seit 2017
BlackGEM 3 x 0,65 m Array von drei Teleskopen, erweiterbar auf 15 Teleskope in Bau, geplant ab 2018
ExTrA 3 x 0,6 m seit 2017
Ehemalige Teleskope auf La Silla
Teleskop Durchmesser Art Bemerkungen
ESO 1,52 m 1,52 m ESO, seit 2002 außer Betrieb[2]
Coudé Auxiliary Telescope CAT 1,4 m Hilfsteleskop für den Coudéspektrograph des ESO 3,6 m ESO, seit 2006 im Observatorium Lund
ESO 1 m 1 m speziell für Photometrie ESO, zum DENIS umgewidmet
MarLy 1m 1 m EROS-Projekt Frankreich, außer Betrieb
Dutch 90 cm 0,9 m Niederlande, 1979, außer Betrieb
Swiss T70 0,7 m seit Euler 1998 außer Betrieb
Bochum-Teleskop 0,61 m Univ. Bochum, 1968, außer Betrieb
ESO 50 cm 0,5 m ESO, 1971, außer Betrieb
Danish 50 cm 0,5 m Dänemark, 1971, außer Betrieb
Grand Prism Objectif GPO 0,4 (Prisma) ESO, 1968, außer Betrieb
Marseille 40 cm 0,4 m Frankreich, außer Betrieb
Swedish ESO Submillimeter Telescope SEST 15 m Submillimeter/Millimeter Parabolantenne Schweden, ESO, 1987, außer Betrieb

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein 360°-Panorama von La Silla

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hoimar von Ditfurth (Fotos: John Launois): „Astronomie: Das Forscherkloster La Silla.“ In: Geo-Magazin. Hamburg 1979, 7, S. 42–62. Informativer Erlebnisbericht: „Hoimar v. Ditfurth besuchte europäische Astronomen, die hoch in den Anden wie Mönche leben.“ Der Autor traf u. a. mit Hans-Emil Schuster zusammen. ISSN 0342-8311

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La-Silla-Observatorium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HARPS: The Planet Hunter
  2. ESO: The ESO 1.52m Telescope