La Calmette

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La Calmette
La Caumeta
Wappen von La Calmette
La Calmette (Frankreich)
La Calmette
Region Okzitanien
Département Gard
Arrondissement Nîmes
Kanton Uzès
Gemeindeverband Nîmes Métropole
Koordinaten 43° 55′ N, 4° 16′ OKoordinaten: 43° 55′ N, 4° 16′ O
Höhe 58–163 m
Fläche 11,10 km2
Einwohner 2.120 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 191 Einw./km2
Postleitzahl 30190
INSEE-Code
Website http://mairie-lacalmette.com/

La Calmette – Église Saint-Julien

La Calmette (okzitanisch: La Caumeta) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 2120 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Gard in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Runddorf (Circulade) La Calmette liegt in einer Höhe von etwa 80 Metern ü. d. M. etwa 18 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Nîmes. Die historisch bedeutsame Kleinstadt Uzès befindet sich weitere 18 Kilometer nordöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 712 710 893 1.318 1.635 1.928

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist über 1000 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Zahl der Einwohner seitdem bis auf die Tiefststände seit den 1920er Jahren zurück. Aufgrund der relativen Nähe zur Großstadt Nîmes und den auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreisen ist in den letzten Jahren wieder ein deutlicher Anstieg der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten lebten die Bewohner des Ortes weitgehend als Selbstversorger von der Landwirtschaft, wobei neben Getreide auch Wein angebaut wurde. Daneben betrieb man ein wenig Viehzucht (Schweine, Hühner etc.). Wie in vielen Orten des Languedoc dominiert seit dem 19. Jahrhundert der Weinbau; die örtliche Winzergenossenschaft vermarktet den hier produzierten Wein über die Appellationen Cévennes, Duché d’Uzès, Gard und Pays d’Oc. Wegen der Absatzkrise bei französischem Wein wird jedoch nur noch auf wenigen Flächen Weinbau betrieben; überwiegend werden wieder Getreide (Weizen, Mais) und Sonnenblumen angebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgebung des Ortes finden sich einige bereits in prähistorischer Zeit von Menschen genutzte Höhlen. In römischer Zeit führte die Via Regordana durch das Gemeindegebiet und aus der gallorömischen Epoche sind die Grundmauern eines Landgutes (villa rustica) freigelegt worden. Die erstmalige Erwähnung unter der Bezeichnung Calmis in Comitatu Usetico (1027) weist auf die geographische Nähe bzw. die spätere Zugehörigkeit des Ortes zur Vizegrafschaft (vicomté) Uzès hin, die im 16. Jahrhundert zum Herzogtum (duché) erhoben wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der alte Ortskern gehört zum Typus der Circulades – Runddörfer, die aus Verteidigungsgründen um einen Kern, bestehend aus einer Burg und/oder Kirche, herum angelegt wurden und deren äußere Häuserfront als Ersatz für eine kostspielige Stadtmauer diente.
Temple
  • Ein erstes protestantisches Gotteshaus (temple) wurde im Jahr 1650 errichtet, doch bereits zu Beginn der Hugenottenkriege (1662–1698) auf königlichen Befehl hin zerstört. Danach blieb der Ort jahrhundertelang ohne eine protestantische Kirche; die Gottesdienste mussten im Verborgenen, d. h. in Wohnhäusern, Scheunen oder auf freiem Feld, stattfinden. Mit dem Bau des neuen Gotteshauses wurde im Jahre 1844 begonnen; das Jahr der Fertigstellung (MDCCCXLVI) ist im dreieckigen Giebelfeld des Portals eingemeißelt. Es handelt sich um einen schmucklosen – und für eine protestantische Kirche in Frankreich ungewöhnlichen – oktogonalen Zentralbau, was jedoch im Äußeren wegen der ummantelnden Fassade nicht in Erscheinung tritt. Der Glockengiebel (clocher mur) wurde 20 Jahre später aufgesetzt. Im Jahr 1950 musste die Kirche wegen Bauschäden geschlossen werden; doch erst 1989 erfolgte eine grundlegende Instandsetzung. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1991 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Die einschiffige katholische Pfarrkirche (Église Saint-Julien) ist ein neoromanischer Bau des 19. Jahrhunderts, der einen romanischen Vorgängerbau ersetzt hat. Die Steine der alten Kirche wurden als Spolien beim Neubau wiederverwendet. Im Innern der Kirche sind Teile der Apsis bemalt.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Calmette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Temple protestant, La Calmette in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)