La Chapelle-Thècle

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La Chapelle-Thècle
La Chapelle-Thècle (Frankreich)
La Chapelle-Thècle
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Terres de Bresse
Koordinaten 46° 33′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 46° 33′ N, 5° 7′ O
Höhe 174–204 m
Fläche 16,48 km2
Einwohner 466 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 28 Einw./km2
Postleitzahl 71470
INSEE-Code
Website Homepage La Chapelle-Thècle

La Chapelle-Thècle ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 466 Einwohner (Stand 1. Januar 2017), die im Patois Tsapalats oder Chapalais bzw. Chapalaises genannt werden.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MénetreuilMontpont-en-BresseRomenayLa GenêteJouvençonLa Chapelle-Thècle mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

La Chapelle-Thècle liegt im Süden des Arrondissement Louhans; die südliche Gemeindegrenze stößt an das Arrondissement Mâcon und die Gemeinde Romenay. Der Ort wird von keiner wichtigen Straße durchzogen und ist auch nur schwach bewaldet, hingegen ist er stark zersiedelt und weist große landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Von Südosten her fließt die Sane-Vive[2] in nordnordwestlicher Richtung durch die Gemeinde, kurz vor dem Bourg mündet La Voye[3] von Süden her in die Sane. Rund 700 Meter nach dem Ort mündet der Ruisseau des Fatys[4], der die Étangs von Romenay entwässert. Kurz darauf mündet von Osten her ein Bief, der eine Kette von Étangs im nördlichen Gemeindegebiet entwässert. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Armes, Bordey, Bugeron, Carlottes, Carruge, Carruge-Ponsard, Chéniard, Coillat, Cour-Basse, Crezon, Croix, Devise, Dézaret, Fatys, Folie, Frettechise, Genèvres, Grande-Baisse, Grand-Pré, Grange-d’en-Bas, Grange-Renard, Lachée, Lebeau, Marcillat, Mardandon, Mathorand, Molard, Mont-du-Chat, Moulin-de-la-Chapelle, Moulin-de-l’Hirondelle, Moulin-Latrain, Moulin-Vairet, Petit-Bordey, Procureur, Quart-Bourgeois, Quart-des-Ponts, Quart-Joly, Quémont, Rivons, Robins, Rompois, Touppes-des-Champs, Ville-de-Fourne, Voye[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in La Chapelle-Thècle ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,1 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 801 mm Niederschläge.

La Chapelle-Thècle
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für La Chapelle-Thècle
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,0 7,0 12,5 15,9 20,0 23,6 25,8 25,2 21,9 15,8 9,7 5,4 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,2 2,7 5,6 9,1 12,6 14,5 13,9 11,4 7,0 3,3 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 2,0 3,4 7,6 10,7 14,5 18,1 20,1 19,5 16,6 11,4 6,5 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 59 57 57 58 78 77 58 77 77 66 75 62 Σ 801
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Nennung des Ortes als Capella Sancte Thecle geht auf das Jahr 1155 zurück. Die Kirche[6] muss also bereits bestanden haben; sie ist der Heiligen Thekla von Ikonion[7] geweiht. Guillemaut legt in seiner Histoire de la Bresse louhannaise dar, die Pfarrei verdanke ihren Namen Sainte Thècle aus der Gegend von Lyon, deren Verehrung im Mittelalter sehr verbreitet gewesen sei. Mönche von Mâcon hätten in der Gegend gerodet und zu Ehren von Thekla eine Kapelle erbaut, die der Beginn der späteren Kirche gewesen sei. Die Kapelle sei später zum Chor der heutigen Kirche geworden. Während der Revolution hieß die Gemeinde Sâne-la-Vive, heute wird die Gemeinde umgangssprachlich oft als Chapal bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eine Hälfte der Gemeinde gehörte zur Herrschaft Montpont, die andere Hälfte zur Vogtei Bourg-en-Bresse. Noch während der Revolution bestand sie aus zwei annähernd gleich großen Gemeinden; ein Teil gehörte zu Louhans, der andere zu Pont-de-Vaux. Eine Vereinbarung regelte die Vereinigung, wonach die fusionierte Gemeinde dorthin gehören solle, wo sich der Kirchturm befinde. Dadurch gelangte die heutige Gemeinde La Chapelle-Thècle zu Louhans und zum Département Saône-et-Loire. Die alten Gemeindearchive befinden sich allerdings immer noch in Bourg-en-Bresse.

Eine Besonderheit der Gemeinde ist die Tatsache, dass zwei Arten von Dächern bestehen: einerseits die steilen und hohen, mit Flachziegeln bedeckten, die für das Bressehaus der Bresse bourguignonne typisch sind, andererseits die flachen (< 25 % Neigung), mit Mönch und Nonne bedeckten. Heute werden immer mehr Dächer mit Flachziegeln eingedeckt, so dass diese typische Grenze der Baustile immer weniger klar erkennbar ist.

Historische Ereignisse:

  • 1749 sollen sechs Kinder von einem Wolf gefressen worden sein.
  • 1940 warf ein italienisches Flugzeug seine Bomben auf den Weiler Frettechise ab und zerstörte dadurch ein Wohnhaus.
  • 1943: Am 23. Dezember wurden zwei Einwohner von Dézaret durch deutsche Soldaten, die auf der Suche nach Widerstandskämpfern waren, gefoltert und getötet.
  • 1944: Am 24. April stürzte ein britischer Avro Lancaster im Weiler Petit-Bordey ab; von den sieben Mann Besatzung überlebte nur einer.
  • 1945: Am 4. September musste ein amerikanischer P-47 östlich des Ortes notlanden. Er konnte von alliierten Kräften gerettet werden und wurde Oberst der amerikanischen Streitkräfte.

Die Gemeinde liegt in einem recht heiklen Gebiet, indem die Gewässer, die sie durchqueren, große Strecken des Jurafusses entwässern. Aus neuester Zeit werden folgende Naturkatastrophen vermerkt:

  • Sturmschäden vom 6. bis 10. November 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 8. bis 31. Dezember 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 12. bis 13. Mai 1983
  • Überschwemmungen und Murgang vom 5. bis 10. Oktober 1993
  • Erdbewegungen als Folge der Trockenheit und anschließendem Wasserausgleich vom 1. Juli bis 30. September 2003

Bevölkerung[8][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [9])
Jahr 1793180018211831184118511856186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
Einwohner 6801.2601.2551.2841.3531.4101.4381.3681.3381.3881.3751.4131.4151.2251.077965744578538477482474
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich neben Mairie und Kirche 23 Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, ein Betrieb der Baubranche und ein Gastronomiebetrieb. Als AOC-Produkte sind in La Chapelle-Thècle Crème et beurre de Bresse[10][11] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse.[13]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[14] untersteht und von 35 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[15].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: La Chapelle-Thècle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Langage Populaire de Macon et des Environs. Slatkine, .
  2. La Sane oder Sane-Vive, Länge 46,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 23′ 55″ N, 5° 9′ 4,7″ O in Lescheroux auf ca. 217 m, Mündung bei 46° 32′ 24,7″ N, 5° 0′ 52,2″ O in La Genête auf 172 m, La Sane-Vive auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Voye, Länge 17,5 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei 46° 26′ 58,2″ N, 5° 1′ 36,8″ O in Chavannes-sur-Reyssouze auf ca. 213 m, Mündung bei 46° 33′ 15,5″ N, 5° 6′ 47,9″ O in La Chapelle-Thècle auf ca. 180 m, La Voye auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau des Fatys, Länge 5,0 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei 46° 31′ 30″ N, 5° 5′ 37,3″ O in Romenay auf ca. 206 m, Mündung bei 46° 33′ 43,2″ N, 5° 6′ 32,4″ O in La Chapelle-Thècle auf ca. 177 m, Ruisseau des Fatys auf sandre.eaufrance.fr
  5. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Chapelle-Thècle).
  6. Kurzbeschrieb der Kirche. von La Chapelle-Thècle. Paroisse Saint Jean-Baptiste en Bresse, abgerufen am 7. Februar 2016 (französisch).
  7. Die Heilige Thekla auf Heiligenlexikon.de, abgerufen 2. Januar 2015
  8. 1793 gehörte ein etwa gleich starker Teil der Gemeinde zu Bourg-en-Bresse
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 2. Januar 2015 (französisch).
  10. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  11. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. La Chapelle-Thècle. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).