La Chaux (Saône-et-Loire)

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La Chaux
La Chaux (Frankreich)
La Chaux
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 50′ N, 5° 16′ OKoordinaten: 46° 50′ N, 5° 16′ O
Höhe 188–214 m
Fläche 11,0 km2
Einwohner 306 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 28 Einw./km2
Postleitzahl 71310
INSEE-Code

La Chaux ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 306 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Chaulais, respektive Chaulaises genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Chapelle-Saint-SauveurMontjaySerleyMervansLa Chaux mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, südlich von La Chapelle-Saint-Sauveur, dessen Gemeindegebiet La Chaux auf drei Seiten umklammert. Aus dem zentralen Teil entwässert der Ruisseau des Armetières[2] den größten Teil des Gemeindegebietes und führt das Wasser Richtung Nordosten ab. Im nordwestlichen Gemeindegebiet entspringt der Ruisseau de Grange[3], der nach Nordwesten entwässert, bis er in die Guyotte mündet. In Nord-Süd-Richtung wird die Gemeinde von der Departementsstraße D13[4] von La Chapelle-Saint-Sauveur nach Louhans durchzogen. Die Trasse der D13 deckt sich weitgehend mit der Römerstraße die von Pierre nach Louhans führte. Unmittelbar nördlich des Bourg und auf der Grenze zu La Chapelle-Saint-Sauveur zweigt die Departementsstraße D313[5] nach Südwesten ab, um Mervans zu erreichen. Das Gemeindegebiet weist keine größeren Waldflächen auf, das Gebiet wird fast vollständig landwirtschaftlich genutzt. Die Gemeinde ist stark zersiedelt und weist rund 25 bewohnte Weiler auf, wenn auch teilweise lediglich mit einem oder zwei Wohnhäusern. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Accrochoux, Bacheley, Bernards, Berteaux, Bois-Brûlé, Bois-de-Feures, Borgeot, Chapots, Chivière, Champ-Renaud, Cocagne, Communauté, Défriché, Désert, Folie, Fontenay, Fontenelles, Guinards, Maison-Blanche, Mirbel, Moireaux, Moutons, Petites-Fontenelles, Pins, Rabuts, Repesses, Truchards, Us, Vernet[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in La Chaux ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 826 mm.

La Chaux
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für La Chaux
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,7 12,2 15,8 19,8 23,3 25,5 25,0 21,5 15,5 9,4 5,2 Ø 15,4
Min. Temperatur (°C) −1,2 −0,4 2,4 5,4 8,9 12,4 14,3 13,8 11,3 6,9 3,1 0,0 Ø 6,4
Temperatur (°C) 1,7 3,1 7,3 10,6 14,3 17,8 19,9 19,4 16,4 11,2 6,2 2,6 Ø 10,9
Niederschlag (mm) 64 61 58 59 79 78 59 79 78 66 78 67 Σ 826
T
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert wird La Chaux in den Pouillés de Besançon[7] als La Chaz erwähnt. Über die genaue Herkunft des Namens bestehen verschiedene Theorien. Guillemaut vermutet, der Name könnte auf lateinisch callis = Straße, Gasse, auch Chaussee zurückzuführen sein, wegen der Nähe zur Römerstraße. Der Ort La Chaux-en-Bresse liegt ebenfalls an der Römerstraße nach Poligny, letztlich also eine plausible Erklärung.

Zwar wird heute vermutet, der Name gehe auf das mittellateinische calma zurück (zusammengezogen aus calamus) = baumloses Feld[8]. Chaux oft mit Ergänzungen und in Zusammensetzungen kommt im Gebiet des Jura und der Bresse häufig vor, hängt jedoch kaum mit der heutigen Bedeutung (Chaux = Kalk) zusammen, zumal gerade in der Bresse Kalkstein überhaupt nicht vorkommt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 13. Jahrhundert war La Chaux ein Lehen, das später eine Motte und eine Festung aufwies. Im Rodel von 1553 werden unter anderem die Gerichtsbarkeit, die Kosten bei Handänderungen, die Beschlagnahme von herrenlosen Gütern geregelt. Das Jagdrecht steht ausschließlich dem Feudalherrn zu, diesem sind im Weiteren die Zungen von allen geschlachteten Kühen und Stieren abzuliefern. Frischvermählte haben am Tag nach der Hochzeit gemeinsam ein halbes Maß Weizenmehl auf das Schloss zu bringen. Geregelt werden ferner die Pflichten der Eigenleute bezüglich Wachdienst, Unterhaltsarbeiten wie Reinigung des Wassergrabens und Unterhalt der Schlossbrücke. Jeder Einwohner hat zudem jährlich ein Huhn abzuliefern.

Herren von La Chaux waren 1511 Ritter Charles de Poupet, 1555 Estienne d'Ugny, anschließend die Bataille de Mandelot, eine alte Familie, die besonders im 18. Jahrhundert mehrere hohe Offiziere hervorbrachte. Ihr Wahlspruch lautete: ex bello pax (Aus dem Krieg wird Friede).

La Chaus, später La Chaz und La Chaulx liegt an der alten Römerstraße von Pierre-de-Bresse nach Louhans. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gehörte die Grundherrschaft den de Bataille de Mandelot. Von der Festung, die 1473 erstmals erwähnt wird, sind nur noch die Gräben sichtbar. Die Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert[9]. In der alten Kapelle der Herren von La Chaux, der heutigen Dorfkirche, befanden sich ehemals mehrere Gräber der Batailles, mit der Devise Bataille pour Dieu, ex bello pax. Gegenüber der Kirche befindet sich das Pfarrhaus mit einer schön geschnitzten Eingangstür. 1902 wurde die neue Mairie-École erstellt, die alte bestand noch aus Lehmwänden und war mit Stroh gedeckt. 1923 wurde der heutige Friedhof gebaut und 1950 das Foyer rural (Mehrzweckgebäude). Ehemals bestanden drei Mühlen an den zahlreichen Étangs, 1988 noch 35 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [10])
1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
560535646708651663598555662587611621523476462390358293288286294300
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche von La Chaux

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist La Chaux ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Er verfügt über die Mairie (Gemeindehaus), eine Kirche (geweiht dem Heiligen Paulus), 17 Landwirtschaftsbetriebe, zwei Betriebe der Baubranche, eine Schlosserei und ein Restaurant. Als AOC-Produkte sind in La Chaux Volaille de Bresse[11] und Dinde de Bresse[12] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[13] untersteht und von 22 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[14].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Chaux (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • La Chaux. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Chaux. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Chaux. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • La Chaux. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La Chaux. auf habitants.fr. Abgerufen am 26. April 2015.
  2. Ruisseau des Armetières, Länge 6,1 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 48′ 59,4″ N, 5° 17′ 9,2″ O in La Chaux auf ca. 195 m, Mündung bei 46° 50′ 4,6″ N, 5° 19′ 39″ O in Torpes auf ca. 184 m, Ruisseau des Armetières auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau de Grange, Länge 5,7 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 49′ 22,4″ N, 5° 14′ 44,5″ O in La Chaux auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 50′ 30,8″ N, 5° 11′ 34,8″ O in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau de Grange auf sandre.eaufrance.fr
  4. Departementsstraße D13. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 6. April 2015 (französisch).
  5. Departementsstraße D131. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 26. April 2015 (französisch).
  6. La Chaux. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 6. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F La Chaux).
  7. Joseph Calmette, Étienne Clouzot: Recueil des historiens de la France. Pouillés des Provinces de Besançon, de Tarentais et de Vienne, 1940. Imprimerie nationale, abgerufen am 8. April 2015 (französisch).
  8. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 466, Stichwort Chaux  (Scan der Lexikon-Seite).
  9. Architecture et patrimoine. Abgerufen am 19. Oktober 2011 (französisch).
  10. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 18. September 2011 (französisch).
  11. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  14. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. La Chaux. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).