La Forge

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter La Forge (Begriffsklärung) aufgeführt.
La Forge
La Forge (Frankreich)
La Forge
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Remiremont
Gemeindeverband Vallée de la Cleurie.
Koordinaten 48° 4′ N, 6° 43′ O48.0655555555566.7244444444444491Koordinaten: 48° 4′ N, 6° 43′ O
Höhe 469–813 m
Fläche 4,72 km²
Einwohner 565 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 120 Einw./km²
Postleitzahl 88530
INSEE-Code

Lage der Gemeinde La Forge
im Département Vosges

La Forge ist eine französische Gemeinde mit 565 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vosges der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Épinal sowie zum Kantons Remiremont und ist Sitz des 1996 gegründeten Kommunalverbandes Vallée de la Cleurie.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde La Forge liegt in den Vogesen, etwa auf halbem Wege zwischen den Städten Remiremont und Gérardmer.

Das 4,72 km² große Gemeindegebiet von La Forge wird im Süden und Osten vom Fluss Cleurie begrenzt. Das etwa 200 Meter breite Tal liegt auf 500 Metern Meereshöhe. Das Gelände steigt nach Nordwesten auf 750 bis 780 Meter an, in der Nordwestecke der Gemeinde wird mit 813 Metern der höchste Punkt erreicht.

Die höheren Lagen in der Gemeinde sind bewaldet und gehören zum Forêt Domaniale de Fossard. Die Bebauung in der Gemeinde ist sehr aufgelockert, man spricht daher von einer typischen Streusiedlung. Sie besteht aus mehreren Eigenheimzeilen, die sich an Serpentinen die Hänge bis auf 650 Metern Meereshöhe hinaufziehen sowie aus Bergbauernhöfen und vielen Ferienhäusern. Am Ufer der Cleurie ist die Siedlungsdichte etwas höher. Im Nordosten schließt eine Eigenheimsiedlung direkt an das Gebiet der Nachbargemeinde Le Tholy an. Ackerbau findet aufgrund der Höhenlage nur in bescheidenem Umfang statt, Weideland ist dagegen bis in die höheren Hanglagen anzutreffen.

Nachbargemeinden von La Forge sind Le Tholy im Norden und Osten, Le Syndicat im Süden sowie Cleurie im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „La Forge“ lässt sich mit Die Schmiede übersetzen. Für das Jahr 1770 ist die Existenz einer Mühle mit angeschlossener Schmiede an der Cleurie belegt. An der Stelle der alten Schmiede befindet sich heute ein Sägewerk.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde La Forge lag im Ban Moulin, der von der Propstei in Arches abhängig war. Nach Errichtung der Kirche 1663 im nahen Le Tholy, die auf das Wirken des später heiliggesprochenen Pierre Fourier zurückging wurden die Bewohner dort eingepfarrt. Der Gemeindename lautete ursprünglich Les Arrentés du Ban de Saint-Joseph (Die Pächter des St. Josef-Banns). In der Zeit der Französischen Revolution wurde dieser Name getilgt und die Gemeinde hieß zunächst Libre Forge. Über Laforge entwickelte sich der Ortsname zum heutigen La Forge.

Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein war die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig der Bevölkerung. Hier war es besonders die Herstellung von Käse. Für das Milchvieh wurde Roggen, Buchweizen und Hirse angebaut. Der Käse wurde auf regionalen Märkten verkauft und für dessen Gegenwert beschaffte man Brotgetreide und Gebrauchsgegenstände.

Am 25. Juli 1770 ereignete sich eine verheerende Überschwemmung im Cleurietal, die das damalige Dorf fast vollständig zerstörte.

1881 wurde die Mairie-école - das Schul- und Bürgermeistergebäude - errichtet. Eine neue Schule ersetzte 1962 das alte Gebäude, das man ab 1973 wegen steigender Schülerzahlen erneut mit nutzte. Schließlich wurde 2001 eine neue Schule gebaut, in der heute etwa 60 Schüler der unteren Klassen unterrichtet werden.

Gemeindeverwaltung (Mairie) in La Forge

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
386 389 397 481 514 545 557

Die Einwohnerzahl der Gemeinde La Forge ist seit den 1960er kontinuierlich gestiegen, was hauptsächlich auf den Zuzug aus umliegenden Gemeinden zurückzuführen ist. Ausschlaggebend für die Wahl vieler neuer Hausbesitzer in der Gemeinde waren und sind die Lage an einem nach Süden öffnenden Hang sowie moderate Grundstückspreise.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

La Forge ist heute ein Touristenort mit zahlreichen Pensionen und Ferienhäusern. Diese Entwicklung verdankt die Gemeinde der Lage nahe den Wasserfällen von Tendon und dem Lac de Gérardmer sowie der günstigen Verkehrsanbindung. In der Gemeinde ist heute nur noch ein Landwirt im Haupterwerb tätig. Des Weiteren sind kleinere Handwerksbetriebe im Ort ansässig (Schreinerei, Fenster- und Türenbau, Klempnerei). Das Unternehmen FLEUROT fertigt Schleifscheiben. Einige Bewohner pendeln in umliegende Gemeinden.

In La Forge gibt es keine Kirche. Für die Seelsorge sind die nahegelegenen Kirchen in Le Tholy und im Ortsteil Julienrupt der Gemeinde Le Syndicat zuständig.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Im Cleurietal verläuft die Départementsstraße 417 von Remiremont über Gérardmer nach Colmar. Des Weiteren besteht Straßenverbindung in die Nachbargemeinde Cleurie.

Quellen, Weblinks[Bearbeiten]