La Gonterie-Boulouneix

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La Gonterie-Boulouneix
La Gonterie-Boulouneix (Frankreich)
La Gonterie-Boulouneix
Gemeinde Brantôme en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 23′ N, 0° 35′ OKoordinaten: 45° 23′ N, 0° 35′ O
Postleitzahl 24310
Ehemaliger INSEE-Code 24198
Eingemeindung 1. Januar 2019
Status Commune déléguée

Der auf einem Höhenrücken gelegene Ortskern von La Gonterie

La Gonterie-Boulouneix, okzitanisch La Gontariá e Bolonés[1], ist eine frühere französische Gemeinde mit 253 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbezeichnung La Gonterie-Boulouneix ist ein Doppelname, der sich aus La Gonterie und Boulouneix zusammensetzt. La Gonterie ist ein Eigenname, der sich auf das Anwesen des Gontier bezieht, ein in der Region wohlbekanntes Patronym. Bolouneix leitet sich ab vom lateinischen Adjektiv Bolonensis, d. h. zum Fluss Bolon (in okzitanisch) bzw. Boulou gehörig.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Tabaterie im Bouloutal

La Gonterie-Boulouneix besteht aus drei etwas größeren, ehemals unabhängigen Ortsteilen: Belaygue, Boulouneix und La Gonterie. Hinzu kommen die folgenden Weiler und Einzelhöfe: Champat, Champébre, Champtonie, Chazeau, Chez Jaumelet, Garelias, L'Étang, La Chataignade, La Combardie, La Nègrerie, La Plagne, La Suchonie, La Sudrie oder Les Sudries, La Tabaterie, Landrivie, Le(s) Bernard(s), Le Clos du Pont, Le Couderc bzw. Le Coudert, Le Haut-Palange, Le Maine, Leforesterie, Les Boutétias, Les Marquisats, Maison-neuve, Malet, Moulin de la Faye und Palange.

Das Ortsgebiet wird vom Boulou und seinem linken Nebenfluss, dem Belaygue in südwestlicher Richtung entwässert. Der Boulou stellt mehrmals die Nordwestbegrenzung von La Gonterie-Boulouneix dar. Der Belaygue durchfließt von Nordosten kommend den gleichnamigen Ortsteil Belaygue und fließt anschließend nur unweit südlich von Boulouneix vorbei. Die beiden Wasserläufe vereinigen sich schließlich in der äußersten Südwestecke des Ortsgebietes.

Umgeben wird La Gonterie-Boulouneix von den Nachbargemeinden und delegierten Gemeinden:

Saint-Crépin-de-Richemont
(Commune déléguée)
Mareuil en Périgord Nachbargemeinden
Paussac-et-Saint-Vivien Brantôme en Périgord
(Commune déléguée)

Der Ortskern von La Gonterie befindet sich fünf Kilometer nordwestlich von Brantôme und 17 Kilometer südsüdwestlich von Nontron (Luftlinie).

Verkehrsmäßig wird das Ortsgebiet von keiner größeren Straße gekreuzt. Der Ortskern von La Gonterie wird über eine Kommunalstraße mit der weiter nordöstlich verlaufenden D 939 von Brantôme nach Mareuil verbunden, er befindet sich etwa 2 Kilometer von dieser Hauptverkehrsachse entfernt.

Der orographisch tiefste Punkt von La Gonterie-Boulouneix liegt auf zirka 105 Meter über dem Meer am Zusammenfluss des Boulou mit dem Belaygue im äußersten Südwesten. Der höchste Punkt erreicht 202 Meter bei Champat am Nordostende.

La Gonterie-Boulouneix liegt am Rand des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abri bei la Tabaterie unter einer Steilwand aus Coniacium

Das Ortsgebiet wird größtenteils von flachliegenden Schichten des Coniaciums unterlagert. Im Bouloutal bei Marquisat im Norden tritt auch stratigraphisch tieferes Oberturon (Angoumien) zu Tage. Die Höhenlagen um La Gonterie bestehen bereits aus unterem Santonium. Das Coniacium bildet im Bouloutal Steilwände mit mehreren Höhlen und Abris (Höhle von La Sudrie, Abris von La Nègrerie und La Tabaterie). Zwischen Marquisat und Belaygue kreuzt eine von Monsec herüberkommende Störung das Ortsgebiet in Nordwest-Südost-Richtung. Die Störung ist eine Verlängerung der Mareuil-Antiklinale. Die Oberkreidesedimente werden in einigen Hochlagen teils von kolluvialem und alluvialem Detritus des Pleistozäns überdeckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanische Kirche von Boulouneix

Die Anwesenheit des Menschen kann in La Gonterie-Boulouneix bis ins Paläolithikum zurückverfolgt werden. So fanden sich im Südwesten bei den Abris von Sendouge (auch Sandougne) und von La Tabaterie Überreste aus dem Moustérien. Während der zweiten Eisenzeit vor zirka 600 bis 500 v. Chr. wurde auf dem Roc Plat 20 bis 30 Meter oberhalb des Abris von Sendouge ein teils befestigtes, 13,5 Hektar großes Oppidum angelegt. Aus der Römerzeit stammen die Überreste eines aus Ziegeln gemauerten Aquädukts im alten Friedhof von Boulouneix. Die romanische Kirche von Boulouneix im Saintonge-Stil geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Hier befand sich früher ein von der Abtei in Brantôme abhängiger Mönchskonvent, die kleine Ansiedlung hieß deswegen auch Labayat. Etwa zur selben Zeit hatten die Benediktiner in Belaygue ein Priorat für adlige Nonnen gegründet, von dem heute nur noch die Ruinen zu sehen sind. Die Kirche von La Gonterie stammt aus dem 18. Jahrhundert. Im Jahr 1806 wurde die einstige Gemeinde Belaygue mit Boulouneix zusammengelegt. Der heutige Ortsname besteht seit 1912.

Der Erlass vom 6. November 2018 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Eingliederung von La Gonterie-Boulouneix als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Brantôme en Périgord, Eyvirat, Cantillac, Saint-Crépin-de-Richemont, Sencenac-Puy-de-Fourches und Valeuil zur neuen Commune nouvelle Brantôme en Périgord fest.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 680. In der Folgezeit setzte eine Phase der Stagnation ein, die die Zahl der Einwohner bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf 195 Einwohner sinken ließ, bevor eine Phase moderatem Wachstums einsetzte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2018
Einwohner 220 222 214 237 195 234 237 245 253
Bis 1800 nur Einwohner von Boulouneix, ab 1806 mit Einwohnern von Belaygue
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[3] INSEE ab 2010[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Roc Plat ins untere Bouloutal
Ruine des Benediktinerpriorats von Belaygue
  • Eisenzeitliches Oppidum Roc Plat aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr.
  • Romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert von Boulouneix
  • Romanisches Priorat aus dem 12. Jahrhundert von Belaygue (Ruine)
  • Kirche von La Gonterie aus dem 18. Jahrhundert

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des Conseil général de la Dordogne mit den okzitanischen Gemeindenamen
  2. RECUEIL DES ACTES ADMINISTRATIFS N°24-2018-038 (fr, PDF) Département Dordogne. S. 13–16. 6. November 2018. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  3. Notice Communale La Gonterie-Boulouneix (fr) EHESS. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  4. Populations légales 2016 La Gonterie-Boulouneix (24198) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Januar 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: La Gonterie-Boulouneix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien