La Punt-Chamues-ch

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La Punt-Chamues-ch
Wappen von La Punt-Chamues-ch
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Malojaw
Kreis: Oberengadin
BFS-Nr.: 3785i1f3f4
Postleitzahl: 7522
Koordinaten: 790640 / 161436Koordinaten: 46° 34′ 37″ N, 9° 55′ 34″ O; CH1903: 790640 / 161436
Höhe: 1'687 m ü. M.
Fläche: 63,27 km²
Einwohner: 752 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.lapunt.ch
La Punt

La Punt

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La Punt-Chamues-ch ( [lɐˌpʊnt tɕamuˈe:ʃtɕ]?/i, italienisch und bis 1943 offiziell Ponte-Campovasto) ist eine politische Gemeinde im Kreis Oberengadin, in der Region Maloja des Schweizer Kantons Graubünden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz auf silbernem (weissem) Schildfuss im Wellenschnitt eine goldene (gelbe) Bogenbrücke überhöht von einer silbernen Glocke mit Andreaskreuz

Die Brücke als redender Bestandteil des Wappens und Sinnbild für die Verbindung beider Gemeindeteile über den Inn hinweg, ist verbunden mit der Glocke als Hinweis auf den Patron der Pfarrkirche von Chamues-ch, den Heiligen Andreas.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Punt-Chamues-ch
Bahnhof an der Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp mit stündlich verkehrendem Regionalzug

Am Fusse des Albulapasses wird bei La Punt die Engadiner Talstrasse und der Inn (rät. En) erreicht. Von hier aus erreicht man flussaufwärts beim Taleinschnitt von Pontresina das Berninamassiv bzw. über Celerina das bekannte St. Moritz.

Von dem früher selbständigen Dorf La Punt (1697 m) führt eine Brücke über den Inn nach Chamues-ch (1708 m). Die Römer nannten es Camogascum, woraus italienisch Campovasto wurde. Beide Dörfer bilden heute eine politische Gemeinde.

Bei La Punt-Chamues-ch beginnt die Landschaft La Plaiv.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amts- und Schulsprache ist der Oberengadiner Dialekt (Puter) des Rätoromanischen, zusammen mit Deutsch. Bis zum Aufkommen des Fremdenverkehrs sprachen die Bewohner alle Romanisch. Die Sprache wich bis 1880 stark zurück. Damals gaben nur noch 71,6 % Romanisch als Muttersprache an. Danach stieg der Anteil bis zur Jahrhundertwende wieder an (1900: 80 %), sank dann aber bis 1910 auf 69 %. Ein Wert, der sich bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht mehr änderte (1941: 68 %). Dann setzte bis 1970 ein geringer, seit den 1970er-Jahren starker Rückgang des Romanischen ein. Dennoch konnten sich 1990 noch 48,3 % und im Jahr 2000 47,6 % der Bewohner auf Romanisch verständigen. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in La Punt-Chamues-ch
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 156 40,00 % 341 59,93 % 436 66,06 %
Rätoromanisch 162 41,54 % 145 25,48 % 136 20,61 %
Italienisch 39 10,00 % 52 9,14 % 51 7,73 %
Einwohner 390 100 % 569 100 % 660 100 %

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1561 wurde in der Gemeinde die Reformation eingeführt, sie ist seitdem mehrheitlich evangelisch.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 694 (Stand Ende 2005) Bewohnern waren 568 (= 81,84 %) Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühgotische Kirche San Andrea in Chamues-ch ist das klassische Beispiel einer gotischen Gebirgswallfahrtskirche mit einem schlanken weissen Turm und romanischem Portal. Sie zeigt Sgraffito-Motivik auf den Türklopfern und hat ein gotisches Gewölbe. Das Schiff und das Chor tragen Freskomalereien von Bernhard von Puschlav von 1505. Sehenswert ist auch die 1680 gebaute reformierte Barockkirche in La Punt.

Über den Dörfern wacht im nahen Dorf Madulain die Burg Guardaval als ehemalige Talwarte und Zollstation. Schöne alte Engadiner Häuser wie zum Beispiel das Patrizierhaus der Familie Nereda-Albertini (Chesa Merleda) aus dem 17. Jahrhundert[2] und das Haus Feldscher von 1594 haben sich trotz aller Brände, Naturkatastrophen und moderner Bautätigkeit erhalten.

Sehenswert sind auch:

  • Albertini-Häuser[3]
  • Haus Sandoz[4]
  • Wohnhaus Bernardi-Albertini[5]
  • Wohnhaus Colani[6]
  • Restaurant Chesa Pirani[7]
  • Kindergarten, Architekten: Ernst Schmid, Robert Obrist[8]
  • Acla Serlas, in Val Chamuera[9]
  • Chesa Lony, das älteste noch bewohnte Wohnhaus in La Punt Chamues-ch

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Skischule, Eislauf- und Curlingplatz gibt es eine Langlaufloipe, wo auch Hunde zugelassen sind. Ein 11 km langer Rollerblade-Weg führt von La Punt bis nach S-chanf, auch Fahrrad und Mountainbike sind hier erlaubt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Constant Wieser: Punt-Chamues-ch, La im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
  • Diego Giovanoli, mit einem Beitrag von Constant Wieser: La Punt-Chamues-ch. Siedlung und Bauten. Hrsg. von der Denkmalpflege Graubünden. Chur 1990, unveränderte zweite Auflage 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Punt-Chamues-ch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: La Punt-Chamues-ch – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Chesa Merleda
  3. Albertini-Häuser
  4. Haus Sandoz
  5. Wohnhaus Bernardi-Albertini
  6. Wohnhaus Colani
  7. Restaurant Chesa Pirani
  8. Kindergarten
  9. Acla Serlas