La Wally

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Werkdaten
Titel: Die Geier-Wally
Originaltitel: La Wally
Titelseite des Klavierauszugs

Titelseite des Klavierauszugs

Form: Dramma lirico in vier Akten
Originalsprache: Italienisch
Musik: Alfredo Catalani
Libretto: Luigi Illica
Literarische Vorlage: Die Geier-Wally von Wilhelmine von Hillern
Uraufführung: 20. Januar 1892
Ort der Uraufführung: Teatro alla Scala, Mailand
Spieldauer: ca. 2 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Hochstoff und Sölden im Ötztal (Tirol), um 1800
Personen
  • Wally (Sopran)
  • Stromminger, ihr Vater, ein reicher Gutsbesitzer (Bass)
  • Afra, Adler-Wirtin in Sölden (Mezzosopran)
  • Walter, ein junger Zitherspieler und Balladensänger (Sopran)
  • Giuseppe Hagenbach aus Sölden, ein Jäger (Tenor)
  • Vincenzo Gellner aus Hochstoff, Strommingers Gutsverwalter (Bariton)
  • Der Bote von Schnals (Bass)
  • Bergbewohner, Hirten, Kleinbürger, alte Frauen, Bauern, Jäger, junge Leute, Kinder aus Sölden und aus Hochstoff (Chor)
  • Fahrende Musikanten, Bauern, Jäger aus Sölden und aus Hochstoff (Statisten)
  • Kinder, Jäger (Ballett)

La Wally ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Dramma lirico“) in vier Akten von Alfredo Catalani auf ein Libretto von Luigi Illica nach dem Roman Die Geier-Wally von Wilhelmine von Hillern. Sie wurde am 20. Januar 1892 im Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Ehren des 70. Geburtstags des Großgrundbesitzers Stromminger wird in Hochstoff im Ötztal ein Schützenfest gefeiert. Als der Jäger Hagenbach aus dem Nachbarort Sölden, der mit Hochstoff rivalisiert, kommt und sich brüstet, einen Bären erlegt zu haben, bricht Stromminger einen Streit mit ihm vom Zaun. Die beiden Streiter werden getrennt, doch Strommingers Verwalter Gellner berichtet seinem Herrn, dass dessen Tochter Wally in Hagenbach verliebt sei. Daraufhin befiehlt Stromminger seiner Tochter, Gellner zu heiraten. Diese weigert sich jedoch standhaft und verlässt ihren Vater, um in eine Berghütte zu ziehen (Berühmte Arie der Wally: Ebben? Ne andrò lontana).

Zweiter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr später hat Wally das ganze Vermögen ihres Vaters geerbt. Beim Fronleichnamsfest in Sölden trifft sie auf Hagenbach, der ihr wegen einer Wette einen Kuss raubt, sich aber nicht weiter um sie kümmert. Wally sinnt auf Rache für diese Demütigung und verlangt von Gellner, Hagenbach zu töten.

Dritter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am selben Abend folgt Hagenbach Wally auf dem Heimweg nach Hochstoff, doch Gellner lauert ihm auf und stürzt ihn in die Schlucht. Als Wally dies erfährt, erschrickt sie und eilt selber in die Schlucht, um den Verletzten zu retten.

Vierter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wally hat sich wieder in ihre Berghütte auf dem Murzoll zurückgezogen. Hagenbach erscheint und erklärt Wally, dass er sie immer noch liebe. Er will auch nicht davon ablassen, als Wally ihm gesteht, dass sie ihn umbringen lassen wollte. Die beiden steigen ins Tal hinab, doch Hagenbach wird von einer Lawine in die Tiefe gerissen. Voller Verzweiflung stürzt sich Wally ebenfalls in den Tod.

Instrumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uraufführung der Oper, mit der rumänischen Sopranistin Hariclea Darclée in der Titelrolle, fand am 20. Januar 1892 am Teatro alla Scala in Mailand statt. Des Weiteren sangen Ettore Brancaleoni (Stromminger), Virginia Guerrini (Afra), Adelina Stehle-Garbin (Walter), Emanuele Suagnez (Giuseppe Hagenbach), Arturo Pessina (Vincenzo Gellner) und Pietro Cesari (Bote von Schnals). Die musikalische Leitung lag in Händen von Edoardo Mascheroni, und das Bühnenbild stammte von Adolfo Hohenstein.[2]

Der Dirigent Arturo Toscanini, der im September 1892 die zweite Inszenierung von La Wally in Lucca leitete, schätzte Catalani und seine Oper so sehr, dass er seine Tochter nach der Hauptfigur „Wally“ nannte.[3] Gustav Mahler, Dirigent der deutschen Erstaufführung der Oper am 16. Februar 1893 in Hamburg, hielt Catalanis Werk für „die beste italienische Oper“.[4] Zu bekannten Inszenierungen der Oper zählt Werner Schroeters Einstudierung am Bremer Theater im Jahr 1985. Die Oper steht heute im deutschsprachigen Raum jedoch nur noch selten auf dem Spielplan der Bühnen, so etwa in Innsbruck 2013, im Landestheater Niederbayern 2016/2017 oder in der Volksoper Wien 2017.

Sehr bekannt ist allerdings die Arie der Wally „Ebben? Ne andrò lontana“, die Catalani ursprünglich 1878 als Chanson Groënlandaise komponiert hatte und dann in die Oper aufnahm. Sie gilt in Fachkreisen als gesanglich anspruchsvoll und stark ausdrucksfordernd. Sie ist auf zahlreichen Alben bekannter Opernsängerinnen wie Maria Callas als Solowerk zu hören. Populär wurde sie durch die Verwendung im Soundtrack zum Film Diva von Jean-Jacques Beineix.

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960: Arturo Basile (Dir.); Orchestra Sinfonica e Coro della RAI; Renata Tebaldi (W.); Silvio Majonica (Str.); Dino Dondi (Ge.); Giacinto Pradelli (Hag). (Hommage)
  • 1968: Fausto Cleva (Dir.); Coro Lirico di Torino, Orchestre National de l’Opéra de Monte Carlo; Renata Tebaldi (W.); Justino Diaz (Str.); Piero Cappuccilli (Ge.); Mario del Monaco (Hag.). (Decca)
  • 1989: Pinchas Steinberg (Dir.); Chor des Bayerischen Rundfunks, Münchner Rundfunkorchester; Éva Marton (Wal.); Francesco Ellero d’Artegna (Str.); Alan Titus (Ge.); Francisco Araiza (Hag.). (Eurodisc)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Wally – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Egon Voss: La Wally. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 1: Werke. Abbatini – Donizetti. Piper, München / Zürich 1986, ISBN 3-492-02411-4, S. 507.
  2. 20. Januar 1892: „La Wally“ im Almanacco von Gherardo Casaglia auf Amadeus Online.
  3. Weltberühmte Arie literaturportal-bayern.de (abgerufen am 17. Januar 2017)
  4. Dopo trent’anni in scena „La Wally“ con protagonisti d’eccellenza La Gazzetta del Serchio, 31. Juli 2013.