Laaberberg

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Laaberberg
Marktgemeinde Rohr in Niederbayern
Koordinaten: 48° 45′ 44″ N, 12° 1′ 10″ O
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 93352
Vorwahl: 08783
Laaberberg (Bayern)
Laaberberg

Lage von Laaberberg in Bayern

Ansicht von Laaberberg mit Wallfahrtskirche
Ansicht von Laaberberg mit Wallfahrtskirche

Laaberberg ist ein Dorf in der niederbayerischen Marktgemeinde Rohr, das vor allem als Wallfahrtsort bekannt ist. Bis 1974 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laaberberg liegt in der Hallertau auf einer Anhöhe im Labertal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1417 begann die Wallfahrt nach Laaberberg. Wie der Geschichtsschreiber Johannes Aventinus in seiner Baierischen Chronik berichtet, entsprang urplötzlich ein prun bei Laberperg. Dem Wasser dieser Quelle wurden zahlreiche Wunderkräfte nachgesagt: Wer ein inneres oder äußeres Gebrechen habe und das Wasser aus dem Brunnen trinke oder darin bade, werde wieder gesund. Selbst Herzog Ludwig der Reiche kam mit seinem Gefolge nach Laaberberg.

Nach einigen Jahren untersuchte der Regensburger Bischof Friedrich III. von Plankenfels diesen Kult und bewertete ihn als „heidnischen Umtrieb“, weshalb er den Brunnen zuschütten ließ. Daraufhin begann ein so heftiger Regen, dass er die gesamte Ernte zu vernichten drohte. In ihrer Not flüchteten die Bewohner in die Laaberberger Kirche, um Maria um Hilfe zu bitten. Sogleich besserte sich das Wetter.

Ab 1470 pilgerten die Menschen zum neuen lebensgroßen Gnadenbild der Mutter Gottes mit dem Jesuskind. Die Zahl der Pilger stieg in den folgenden Jahrhunderten so sehr an, dass das Augustinerchorherrenstift in Rohr zur Hochzeit im 17. und 18. Jahrhundert an Festtagen sechs bis sieben Priester schicken musste, um die Seelsorge an den Wallfahrern durchführen zu können. Seit dieser Zeit sind zahlreiche Gebetserhörungen und Wunder in den Votivtafeln und Mirakelbüchern bezeugt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde wieder ein Brunnen hinter dem Hochaltar errichtet, der allerdings 1846 geschlossen werden musste.

Mit der Säkularisation des Klosters Rohr im Jahr 1803 und der Errichtung als eigenständige Pfarrei wurde die Kirche Mariä Opferung als Wallfahrtsort zunehmend unbedeutender. Trotzdem kommen zu verschiedenen Gelegenheiten alljährlich noch einige hundert Pilger zum Marienbild. Eine regelmäßige Wallfahrt ist zum Beispiel die der Pfarrei Herrnwahlthann.

Pfarrgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laaberberg und seine Kirche wurden erstmals 1133 erwähnt, als Graf Adalbert von Abensberg das Kloster der Augustiner-Chorherren in Rohr stiftete. Aus der Urkunde geht ausdrücklich hervor, dass es sich bei dem Gotteshaus um eine Pfarrkirche handelte. Bereits ein Jahr zuvor war die Kirche zu Niedereulenbach als Filiale von Laaberberg bezeichnet worden. Wann die Pfarrei Laaberberg gegründet wurde, liegt allerdings im Dunkeln. Die erste ausführliche Beschreibung der Pfarrei stammt aus dem Jahr 1435. Genau zweihundert Jahre später wurde die Pfarrei Laaberberg dem Kloster Rohr inkorporiert; ab diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Seelsorge von Rohr aus. Eine grundlegende Änderung ergab sich im Jahr 1803, als das Kloster Rohr infolge der Säkularisation aufgehoben wurde und nach fast 170 Jahren wieder ein Weltpriester in Laaberberg zum Einsatz kam. 1805 gliederte der bayerische Kurfürst Maximilian IV. das Vikariat Högldorf der Pfarrei an. Von 1844 bis 1850 war Anton Westermayer, der sich zuvor wegen seiner streitbaren Predigten im Regensburger Dom einen Namen verschaffte, Pfarrer von Laaberberg. Im Jahr 2008 wurde die Pfarreiengemeinschaft Rohr–Laaberberg gegründet; seitdem wirkt in Laaberberg kein eigener Pfarrer mehr. Die Seelsorge wird nun wieder vom Kloster Rohr aus bestellt.[1][2][3]

Geschichte der politischen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Laaber entstand 1818 und wurde 1837 in Laaberberg umbenannt. Ortsteile der Gemeinde Laaberberg waren Alzhausen, Mixmühle, Kalteneck, Au, Thalhof, Reichenroith, Kronholzen, Ober- und Untergrünbach, Laaber, Oberndorf und Schmiddorf. Erst am 1. April 1927 kam die Gemeinde vom Bezirksamt Kelheim zum Bezirksamt Rottenburg an der Laaber und damit zum seit 1939 so genannten Landkreis Rottenburg an der Laaber. Sie wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Januar 1974 in den Markt Rohr in Niederbayern eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Hansen (Hrsg.): Die deutschen Wallfahrtsorte. Pattloch Verlag, Augsburg, 2. Aufl. 1991.
  • Sixtus Lampl: Laaberberg – Die Wallfahrtskirche des Klosters Rohr mit den Filialen Högldorf und Niedereulenbach. Gebunden. Schlossverlag Valley, 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kloster Rohr: Geschichte der Pfarrkirche Mariä Opferung und der Pfarrei Laaberberg. Online auf www.kloster-rohr.de; abgerufen am 1. Mai 2018.
  2. Bistum Regensburg: Wallfahrtsorte im Bistum – Reiter „Pfarrkirche Mariä Opferung – Laaberberg“. Online auf www.bistum-regensburg.de; abgerufen am 1. Mai 2018.
  3. Lampl, S. 16.