Lachkonserve

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Als Lachkonserve, Lachorgel, Lachmaschine, Lachspur oder Plastiklacher (engl. laugh track, canned laughter oder laugh machine), bezeichnet man ein auf Tonband aufgenommenes Lachen, das insbesondere bei Sitcoms im Anschluss an eine Pointe eingespielt wird.

Erstmals wurde eine Lachkonserve in der Hank McCune Show im September 1950 verwendet.[1][2] Der Einsatz erfolgte aus der Annahme, dass Menschen, die alleine fernsehen, nicht lachen würden und durch eine Lacheinspielung dazu animiert werden müssten.

Um das Lachen authentischer und individueller erscheinen zu lassen, werden viele Sitcoms vor Publikum aufgezeichnet. In die Tonspur gelangen so auch Applaus, Zwischenrufe und Ausdruck der Überraschung, des Erstaunens oder Enttäuschung, wie zum Beispiel Stöhnen. Die Reaktionen eines anwesenden Publikums soll für den Fernsehzuschauer jedoch den gleichen Zweck erfüllen wie Konserven. Bei der Synchronisation solcher Aufzeichnungen muss häufig auf Lachkonserven zurückgegriffen werden, da es durch die Übersetzung oft zu anderen Längen der Dialoge kommt und somit das Lachen des Studiopublikums im Original zeitlich nicht mehr passt. Mit Applaus, Zwischenrufen und dergleichen wird ebenso verfahren.

Eingespieltes Lachen wird als Beispiel für Interpassivität geführt.

Beispiele[Bearbeiten]

Lachkonserve, gemeinfreie Audiodatei?/i

Einige bekanntere Sitcoms mit Lachkonserven in der deutschen Synchronisation:

Bei einigen wenigen in Deutschland bekannten Sitcoms wurden im Originalton Lachkonserven benutzt:

Besonders in den 1960 und 1970er Jahren wurden in den Vereinigten Staaten häufig Lachkonserven eingesetzt, allerdings wurden diese nur selten in Deutschland ausgestrahlt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. U. Kreisel: KulturSchlüssel USA. Hueber Verlag, 2003, ISBN 3-190-06000-2, S. 110.
  2. B. Ingram: TVparty! Television's Untold Tales. Bonus Books Inc, ISBN 1-56625-184-2, S. 17.