Lada Taiga

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Lada
Lada Niva (2016-)

Lada Niva (2016-)

2121 / 4×4 / 4×4M / Bushman / Job / Niva / Sport / Taiga
Produktionszeitraum: seit 1976
Klasse: Geländewagen
Karosserieversionen: Kombi, Cabriolet
Motoren: Ottomotor:
1,7 Liter (61 kW)
Dieselmotor:
1,9 Liter (51 kW)
Länge: 3720–4240 mm
Breite: 1680 mm
Höhe: 1640 mm
Radstand: 2200–2700 mm
Leergewicht: 1285–1390 kg

Der Lada Taiga, offizielle Bezeichnung bis 2013 Lada Niva oder auch Lada 2121 bzw. WAS-2121 genannt, ist ein vom russischen Autohersteller Lada produzierter Geländewagen. Modellbezeichnungen für andere Märkte waren auch Lada Sport (Island) und Lada Bushman (Australien). Der Wagen hat eine selbsttragende Karosserie, einen permanenten Allradantrieb, eine zuschaltbare Geländereduktion sowie eine zuschaltbare Differentialsperre. Die Vorderräder sind einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt, hinten ist eine Starrachse an fünf Lenkern eingebaut. Für den Export wird er aktuell lediglich mit einem 1,7-Liter-Ottomotor (83 PS) angeboten. Seit 2015 besitzt der Lada Taiga (Niva) in Deutschland die EURO-6-Abgasnorm. Gebaut wird das Fahrzeug von AwtoWAS in der russischen Stadt Toljatti. Das Urmodell wird seit vier Jahrzehnten hergestellt und gilt als einfache, aber äußerst robuste Konstruktion

Fahrzeuggeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niva wurde maßgeblich von Pjotr Prusow (1942–2017) entwickelt.[1] Basis des Niva (VAZ 2121) war der gleichzeitig 1976 erschienene Shiguli / Lada 2106, dessen Motor bis in die 1990er Jahre auch im Niva eingebaut wurde. In der Sowjetunion gab es darüber hinaus auch Niva mit 1300er (Motortyp 21013) und 1500er Motor (Motortyp 2103).

Seit 1993 wird auch eine Version mit 500 mm längerem Radstand und zusätzlichen hinteren Seitentüren als VAZ 2131 produziert. Außer dem Pkw-Modell gibt es auch eine viertürige Kastenwagen-Version, die auch als Krankentransportwagen, Feuerwehrwagen, militärisches gepanzertes Fahrzeug und anderen Spezialversionen gebaut wird. Sie wird nicht in allen Exportmärkten angeboten.

Mitte bis Ende der 1990er Jahre war zusätzlich ein 1,9-Liter-Dieselmotor mit 69 PS von Peugeot erhältlich, der heute nicht mehr ab Werk eingebaut wird.

Facelift 1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige größere Überarbeitung des Niva (abgesehen von Detailänderungen gleichzeitig mit den Shiguli-Modellen) war das Facelift im Jahre 1995. Der Niva bekam ein neues Armaturenbrett, einen neuen Tacho, ein neues Lenkrad mit Pralltopf und ein geändertes Heck mit niedrigerer Ladekante und neuen Rückleuchten. Ebenfalls neu war der 1700er Motor (Typen 21213: Vergaser bzw. 21214: Einspritzer mit G-Kat).

1998 wurde ein neues Modell als Lada Niva 2123 vorgestellt, das den Niva langfristig ersetzen sollte. Aufgrund finanzieller Probleme wurde die Produktion 2002 eingestellt und das Modell wird seit 2002 vom 2001 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen GM-AvtoVAZ als Chevrolet Niva produziert. Dieser Wagen wird offiziell nicht in Westeuropa verkauft.

Seit 2006 besitzt der Lada Niva serienmäßig eine Servolenkung.

Facelift 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 kam es zu einer allgemeinen Modernisierung des nun über 30 Jahre alten Modells. Verändert wurde das Armaturenbrett, die vorderen Blinklichter und die technische Ausstattung.[2] Unter anderem wurden Änderungen an der Vorderrad- und Hinterradaufhängung durchgeführt und die Stoßdämpferabstimmung geändert. Zudem lassen sich die größeren Außenspiegel von innen justieren.[2] Des Weiteren wurde die Türverkleidung geändert.

In den meisten Ländern wird diese Modellversion seither als Lada 4×4 vertrieben. Für den italienischen Markt gibt es ihn parallel zum 4×4M dazu als Nutzfahrzeug unter der Bezeichnung Lada Job.

Während der Modellname Lada Taiga in Österreich bereits seit seiner Markteinführung in Gebrauch ist, wird diese Bezeichnung für den deutschen Markt erst seit Mai 2013 für Sondermodelle verwendet. Die Namensänderung war erforderlich, da der Niva nicht mehr den Anforderungen an den Insassen- und Fußgängerschutz entsprach. Als Kleinstserienhersteller braucht Lada in Deutschland diese Anforderungen nicht zu erfüllen, um das Modell in Europa weiterhin anbieten zu können. Der Herstellercode wurde von XTA in WLX umgeändert.

Außerdem wird der Lada 4×4 seit 2013 mit ABS ausgeliefert[3] und erhält während der Lackierung eine KTL-Beschichtung.[4]

2015 wurde eine modifizierte Version des Lada 4×4/Taiga eingeführt. Sie trägt die Bezeichnung Lada 4×4 Urban und unterscheidet sich durch modifiziertes Innen- und Außendesign vom normalen Lada 4×4.

Ab 2016 erhielt der Lada 4×4/Taiga ein kleines Facelift, zudem eine überarbeitete Mittelkonsole mit Becherhaltern, elektrische Fensterheber, eine zweite Steckdose und ein neues Hecklogo zählen. Des Weiteren wurden die Brems- und Kupplungsanlagen erneuert, neue Türen verbaut und zahlreiche Detailänderungen durchgeführt.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1.7 4×4
Motortyp wassergekühlter R4-Motor, acht Ventile, oben

liegende Nockenwelle, Multipoint-Einspritzanlage

Bohrung × Hub 82 × 80 mm
Hubraum 1690 cm³
max. Leistung / min−1 61 kW (83 PS) / 5000–6000
Max. Drehmoment / min−1 129 Nm / 4000
Höchstgeschwindigkeit 137 km/h
Beschleunigung (0–100 km/h) 19,0 s
Getriebe (Serienmäßig) 5-Gang-Schaltung mit Geländereduktion
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 9,5 l
CO2-Emissionen (kombiniert) 216 g/km
Tankinhalt 42 l
Leergewicht 1285 kg
Zulässige Gesamtmasse 1610 kg

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lada Niva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benjamin Triebe: Lada-Konstrukteur gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. März 2017, S. 20.
  2. a b Stephan Bähnisch: Niva mit Mini-Facelift. In: Auto Bild, 27. April 2010.
  3. Torsten Seibt: Ende einer Ära – aus Niva wird Taiga. In: auto motor und sport. 13. Oktober 2016.
  4. 4×4 NIVA-TV: Как красят LADA 4x4 на АВТОВАЗе.LADA NIVA’s Paintshop full footage in HD (english subs). In: YouTube. 21. August 2013, abgerufen am 13. Oktober 2016.