Ladiner

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Ladinische Pflüger in den 1960er Jahren in Wengen unterhalb „Cians“

Die Ladiner sind eine Ethnie bzw. Sprachgemeinschaft, deren Selbstbewusstsein durch die Zugehörigkeit zur dolomitenladininischen Sprachgruppe bestimmt ist.

Sprachgebiet, Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ladinischsprachigen Täler Fassatal, Gröden, Gadertal, Buchenstein und Ampezzo und ihre Lage in Norditalien

Die Mitglieder leben im Norden Italiens, nämlich

Von den ca. 40.000 Personen, die das ladinische Sprachgebiet in den Dolomiten bewohnen, sind etwa 35.000 Ladiner.[1] Die Ladiner stellen knapp vier Prozent der Bevölkerung Südtirols.

Ob die ladinische Sprache Teil einer größeren rätoromanischen Sprachengruppe bildet, wird unter dem Stichwort der Questione Ladina seit langem diskutiert.

Kultur und Kulturpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ladinische Gehöfte in Wengen/La Val

Die Ladiner haben eine eigene Sprache, die in verschiedenen Idiomen gesprochen und geschrieben wird. Den ersten Versuch, eine ladinische Schriftsprache zu entwickeln, unternahm Micurà de Rü. Wie andere Volksgruppen der Region entwickelten die Ladiner im 19. Jahrhundert ein eigenes kulturelles Nationalbewusstsein. Heute wird die ladinische Kultur unter anderem in dem Istitut Ladin „Micurà de Rü“ in Sankt Martin in Thurn gepflegt. Im selben Ort befindet sich auch ein ladinisches Museum. Die Trentiner und Belluneser Ladiner unterhalten eigene Kulturinstitute: Majon de Fascegn in Vigo di Fassa, Cesa de Jan in Col/Colle Santa Lucia und Istituto Ladin de la Dolomites in Borca di Cadore.

Viele Südtiroler Sagen stammen aus dem ladinischen Raum, so das Nationalepos der Ladiner vom Reich der Fanes. Weitere Figuren aus der ladinischen Mythologie sind beispielsweise die Anguana, Pavaruk, Ondina, Vivena-Angana, Salvan, Orco, Bregostan und Stria. Bestandteil der ladinischen Kultur sind auch die verschiedenen ladinische Haustypen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hilpold und Christoph Perathoner (Hrsg.): Die Ladiner: eine Minderheit in der Minderheit. Athesia, Bozen 2005, ISBN 978-3-7083-0254-6.
  • Christoph Perathoner: Die Dolomitenladiner 1848–1918: ethnisches Bewusstsein und politische Partizipation. Folio, Bozen/Wien 1998, ISBN 978-3-85256-080-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minderheiten in Europa: 1. Die Dolomitenladiner (PDF; 65 KB). Infomaterial des SRF-Schulfernsehens, Stand: Februar 2018.