Lado-Enklave

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Karte der Ladoenklave von 1909

Die Lado-Enklave (französisch Enclave de Lado) war ein von 1894 bis 1910 existierendes Pachtgebiet des Kongo-Freistaats, das am Westufer des oberen Nils in einem Gebiet lag, das heute zu Südsudan und zu Uganda gehört. Es hatte eine Fläche von ca. 40.000 km² und eine Bevölkerung von etwa 250.000. Die Hauptstadt war Lado.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Lado-Enklave gehörte offiziell zur ägyptischen Provinz Äquatoria (Türkisch-Ägyptischer Sudan), die aber infolge des Mahdi-Aufstands aufgegeben wurde. 1882 besetzte Großbritannien Ägypten. Um eine französische Expansion in den Sudan zu verhindern verpachtete Großbritannien im Namen Ägyptens das herrenlose Gebiet 1894 lebenslang an König Leopold II. von Belgien, so dass der Kongofreistaat Zugang zu Rejaf und damit zum schiffbaren Nil bekam. Im Gegenzug verpachtete Belgien einen Landstreifen im Ostkongo, den Großbritannien beim geplanten Bau der Eisenbahnlinie von Kapstadt nach Kairo benötigte. Nach Ende des Pachtvertrages wurde das Gebiet der Lado-Enklave 1910 in den Anglo-Ägyptischen Sudan eingegliedert. Die Südhälfte wurde 1912 an das britische Protektorat Uganda abgetreten.