Zum Inhalt springen

Lady Windermeres Fächer (1949)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Lady Windermeres Fächer
Originaltitel The Fan
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1949
Länge 89 Minuten
Stab
Regie Otto Preminger
Drehbuch
Produktion Otto Preminger
Musik Daniele Amfitheatrof
Kamera Joseph LaShelle
Schnitt Louis R. Loeffler
Besetzung

In Vor- und Abspann nicht genannt:

Lady Windermeres Fächer ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1949 von Otto Preminger mit Jeanne Crain und Madeleine Carroll in den Hauptrollen. Der Film wurde von 20th Century Fox produziert und basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Oscar Wilde.

Im Jahr 1949 besucht die ältliche Mrs. Erlynne in London ein Auktionshaus, als sie einen der angebotenen Gegenstände, einen Fächer aus der Regency-Zeit, als ihren eigenen erkennt. Er war jahrelang eingelagert und wird als herrenloses Eigentum aus einem im Krieg zerstörten Gebäude verkauft. Der Auktionator teilt Mrs. Erlynne mit, dass sie ihn haben kann, wenn sie Zeugen findet die bestätigen, dass der Fächer ihr Eigentum ist. Mrs. Erlynne möchte den Fächer unbedingt zurückerhalten und sucht Lord Robert Darlington auf, der sich zunächst nicht an sie erinnert. Um sein Gedächtnis aufzufrischen, erzählt sie ihm, dass sie einen Fächer gesehen hat, welcher einst der inzwischen verstorbenen Lady Margaret Windermere gehörte, in die Lord Darlington einmal sehr verliebt war. Während sie zusammen durch die Straßen gehen, zeigt sie Lord Darlington, wo sie sich zum ersten Mal begegnet waren: ein Geschäft, das 1899 ein Juwelier namens Warrington’s war.

Mrs. Erlynne erzählt von jenem Tag im Jahr 1899, als sie verzweifelt in diesen Laden kam, um ihre Ohrringe zu verkaufen. Dort hörte sie, wie Lord Arthur Windermere in Begleitung von Lord Darlington und ihrem gemeinsamen Freund Cecil Graham anordnet, einen Fächer, den er für seine Frau Margaret gekauft hat, mit ihrem Namen und ihrem Geburtsdatum zu beschriften. Nachdem sie gegangen sind, erzählt Mrs. Erlynne dem Juwelier, dass Lord Windermere ihm ein falsches Datum für den Geburtstag seiner Frau genannt habe. Als Lord Windermere zurückkommt um dies zu korrigieren, behauptet Mrs. Erlynne, sie kenne das richtige Datum aus den Gesellschaftskolumnen der Zeitungen. Später an diesem Tag bemerkt Margaret jedoch gegenüber ihrem Ehemann, dass ihr bevorstehender Geburtstagsball in den Zeitungen nicht erwähnt wurde.

Zurück in der Gegenwart versucht Lord Darlington, Mrs. Erlynne bei seinem Schneider Simpson abzuhängen, doch sie folgt ihm in die Umkleidekabine ein und erzählt einfach weiter.

Lord Windermere wurde neugierig und besuchte Mrs. Erlynne in ihrem Hotel, doch sie weigerte sich zu verraten, woher sie das Geburtsdatum seiner Frau kennt. Sie erklärt ihm, sie bemühe sich um Zugang zur Londoner Gesellschaft, um einen Ehemann zu finden. So wird sie von Lord Augustus Lorton zu einem Fechtturnier eingeladen. Bevor der Wettkampf durch Regen unterbrochen wird, macht Lord Darlington Lady Margaret Windermere Avancen. Kurz nach dem Turnier erfährt Lord Windermere, dass Mrs. Erlynne ein Haus auf seinen Namen gemietet hat. Als sie ihm mitteilt, sie habe vor, Lord Lortons Frau zu werden, sagt Lord Windermere ihr, dass sie die unverschämteste Frau sei, die er je getroffen habe. Von Gerüchten über Lord Windermere und Mrs. Erlynne ermutigt, versucht Lord Darlington weiterhin, Lady Windermere zu verführen. Schließlich informiert die Herzogin von Berwick Lady Windermere über eine Affäre ihres Mannes mit Mrs. Erlynne, doch sie weigert sich zunächst, das zu glauben. Aber doch von Zweifeln geplagt prüft Lady Windermere schließlich das Scheckbuch ihres Mannes und entdeckt darin Aufzeichnungen über mehrere Zahlungen an Mrs. Erlynne. Lord Windermere versucht zu erklären, dass er nichts Unrechtes getan habe, doch Margaret schwört, einen Weg zu finden, ihm dafür wehzutun. Am nächsten Tag teilt Lord Windermere Mrs. Erlynne mit, dass sie aufgrund all der Gerüchte London verlassen müsse. Während er noch bei Mrs. Erlynne ist, kommt eine Einladung zum Ball von Margaret an. Lord Windermere, der jetzt die wahre Identität von Mrs. Erlynne kennt, gibt ihr einen Scheck über 10.000 Pfund.

Wieder zurück in der Gegenwart von 1949 enthüllt Mrs. Erlynne jetzt Lord Darlington, Margaret sei ihre Tochter gewesen. Lord Windermere war der einzige, der das Geheimnis kannte, denn um jung zu wirken, konnte sie nicht zugeben, dass sie eine erwachsene Tochter hatte. Mrs. Erlynne erzählt weiter: nachdem Mrs. Erlynne sich auf dem Ball Lady Windermere vorgestellt hatte, sagte Lord Darlington Margaret, dass er in sie verliebt ist und möchte, dass sie mit ihm geht. Als Mrs. Erlynne mit Lord Windermere tanzt und ihm erzählt, dass sie Lord Lorton praktisch in die Falle gelockt hat, verlässt Lady Windermere den Ball und geht allein zu Lord Darlingtons Haus. Mrs. Erlynne folgt ihr und rät ihr, zu ihrem Mann zurückzukehren. Sie versichert ihr, dass Lord Windermere die Schecks im Auftrag von Lord Lorton ausgestellt hat, um seine Beziehung zu Mrs. Erlynne vor seiner Schwester, der Herzogin von Berwick, zu verheimlichen. Als bald darauf Lord Darlington mit Lord Windermere, Lord Lorton und Cecil Graham zu einem Drink nach Hause zurückkehrt, verstecken sich beide Frauen. Die Männer entdecken jedoch Margarets Fächer und Lord Windermere beschuldigt Lord Darlington, eine Affäre mit seiner Frau zu haben. Margaret entkommt und Mrs. Erlynne behauptet, der Fächer sei ihrer, wodurch sie selbst in eine Affäre mit Lord Darlington verwickelt wird und ihre Aussichten bei Lord Lorton ruiniert. Am nächsten Morgen besucht Lady Windermere Mrs. Erlynne, um ihr für ihr Opfer zu danken. Mrs. Erlynne sagt, dass sie es ihr zurückzahlen kann, indem sie schweigt. Nachdem Margaret Mrs. Erlynne erzählt hat, dass ihr Vater an gebrochenem Herzen gestorben sei, nachdem ihre Mutter „gestorben“ ist, geht sie, ohne zu erfahren, dass Mrs. Erlynne ihre Mutter ist. Mrs. Erlynne beschließt, in London zu bleiben und zerreißt den Scheck, den Lord Windermere ihr gegeben hat. Später schickt Margaret ihr einen Strauß Rosen und den Fächer.

Zurück im Schneiderladen lädt Lord Darlington Mrs. Erlynne zum Abendessen ein, und sie machen sich auf den Weg, um den Fächer im Auktionshaus abzuholen.

Gedreht wurde der Film von Anfang Juli bis Mitte August 1948 in den Fox-Studios in Century City.

Warner Bros. hatte Oscar Wildes Stück schon 1925 unter der Regie von Ernst Lubitsch produziert. Im Mai 1946 kündigte das Studio an, dass es eine zweite Version mit Bette Davis in der Hauptrolle drehen würde. Laut Dokumenten von 20th Century Fox kaufte Fox jedoch im Oktober 1947 über einen Vermittler die Rechte an dem Wilde-Stück von Warner Bros. für 25.000 Dollar (2024: ca. 352.000 Dollar). Das Stück war in den USA gemeinfrei, in Großbritannien und den meisten europäischen Ländern jedoch bis Dezember 1950 geschützt. Das Studio gab bekannt, dass Gene Tierney Lady Windermere spielen würde, die jedoch aufgrund einer Schwangerschaft absagen musste.[1]

Leland Fuller und Lyle R. Wheeler oblag die künstlerische Leitung. Paul S. Fox und Thomas Little waren für das Szenenbild zuständig, René Hubert und Charles Le Maire für die Kostüme. Verantwortliche Toningenieure waren Roger Heman sr. und E. Clayton Ward. Fred Sersen schuf die Spezialeffekte. Musikalischer Direktor war Alfred Newman.

Für Madeleine Carroll war es die letzte Rolle in einem Kinofilm.

Veröffentlichung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films fand am 2. April 1949 in New York statt. In Österreich kam er am 20. Mai 1955 in die Kinos.

Der Filmkritiken-Aggregator Rotten Tomatoes hat in einer Auswertung ein Publikumsergebnis von 70 Prozent positiver Bewertungen ermittelt.[2]

Bosley Crowther von der The New York Times bemängelte, dass der spröde Witz und die Satire von Mr. Wildes Konversationsstück bei der Herstellung dieses Films größtenteils verloren gegangen seien, mit Ausnahme einiger verstreuter Szenen, einer gelegentlichen epigrammatischen Bemerkung und des Schattens einer Figur. Dieser schön kostümierte Film, den Otto Preminger für Fox inszeniert und produziert hat, sei größtenteils eine seltsam einfallslose nostalgische Romanze.[3]

Die Variety hingegen befand, dass die Verfilmung erfrischend sei und geschickt die Rückblendentechnik verwende, um die Geschichte des 19. Jahrhunderts zu erzählen.[4]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. History. In: American Film Institute. Abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  2. Lady Windermeres Fächer. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  3. The Screen in Review. In: New York Times. 2. April 1949, abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  4. Film Reviews. In: Variety. 6. April 1949, abgerufen am 28. August 2024 (englisch).