Laffer-Kurve

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Die Laffer-Kurve ist der Ausgangspunkt einer These des US-Ökonomen Arthur B. Laffer. Laffer vertrat Ende der 1970er Jahre die These, dass eine Senkung der Einkommensteuer das Einkommensteueraufkommen erhöhen würde. Diese Idee stammt aus Jonathan Swifts Steuereinmaleins (1728) und bildete einen Teil der sogenannten Reaganomics. Die Reagan-Administration folgte dieser These und senkte die Einkommensteuern. In den Folgejahren erlitten die öffentlichen Haushalte massive Einnahmeverluste und erzielten Haushaltsdefizite.

Begründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird der Steuersatz, ausgehend von einem Satz von null, sukzessive erhöht, so steigen zunächst auch die Steuereinnahmen. Zwar gibt es einen Steuerwiderstand und die Besteuerten versuchen, der Steuer auszuweichen, aber die sinkende Besteuerungsgrundlage wird durch die Erhöhung des Steuersatzes überkompensiert.

Symbolische Darstellung der Laffer-Kurve

Bei einem Steuersatz von 100 % ist die Besteuerungsgrundlage Null und damit das Steueraufkommen auch Null. Wird der Steuersatz gesenkt, steigt die Besteuerungsgrundlage und damit das Steueraufkommen.

Aus dieser Analyse der beiden theoretischen Extremsteuersätze von 0 % und 100 % lässt sich zeigen, dass der steueraufkommensmaximierende Steuersatz nicht einer der beiden Extremwerte sein kann, sondern irgendwo zwischen den Extremsteuersätzen liegen muss.

Aus diesen Überlegungen kann man einen in etwa parabelförmigen Verlauf (siehe Grafik) des Zusammenhangs zwischen Steuersatz und Steueraufkommen herleiten. In diesem Fall gibt es einen Scheitelpunkt, bis zu dem ein Anheben des Steuersatzes das Steueraufkommen erhöht. Eine weitere Erhöhung senkt dann das Steueraufkommen.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Defizit des US-Bundeshaushalts zwischen 1971 und 2001 in Milliarden Dollar; Reagans Amtszeit lag zwischen 1981 und 1989.

Der grundsätzlich parabelähnliche Verlauf der Kurve ist nicht bestreitbar. Das Problem ist aber, dass die Kurve keinen Anhaltspunkt gibt, auf welcher Seite des Scheitelpunkts ein Steuersystem sich befindet und wie stark die tatsächliche Kurve von einer symmetrischen Parabel abweicht, da es keine mathematische Formel hinter der Kurve gibt und der Verlauf geschätzt werden muss.[2]

Einige Ökonomen sehen die These durch die in der Folge aufgetretenen Haushaltsdefizite als widerlegt an.[3] Einige Ökonomen halten die Konstruktion der Laffer-Kurve für grundsätzlich zutreffend und halten die Haushaltsdefizite sogar für einen Beleg für die These. Die Kurve sei richtig. Man hätte sich nur über die Lage des Scheitelpunkts geirrt.

Da sich sowohl steigende wie auch fallende Steuereinnahmen mit der gleichen Theorie erklären lassen, wird die Laffer-Kurve wegen mangelnder Falsifizierbarkeit kritisiert.[4][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Bohley: Die öffentliche Finanzierung: Steuern, Gebühren und öffentliche Kreditaufnahme. Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2003, ISBN 3486273744, S. 127
  2. Udo H. Raab, Öffentliche Transaktionskosten und Effizienz des staatlichen Einnahmesystems, ISBN 3-428-08248-6, S. 119-220
  3. N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, ISBN 978-0-538-45305-9, S. 165
  4. Udo H. Raab, Öffentliche Transaktionskosten und Effizienz des staatlichen Einnahmesystems, ISBN 3-428-08248-6, S. 222
  5. N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, ISBN 978-0-538-45305-9, S. 165

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Schumann u.a.: Grundzüge der mikroökonomischen Theorie. Springer, Berlin 1999. ISBN 3-540-66081-X.
  • Gustav Dieckheuer: Makroökonomik. Theorie und Politik. 5. Auflage. Springer, Berlin 2003. ISBN 3-540-00564-1.
  • E. Görgens; K. Ruckriegel; F. Seitz: Europäische Geldpolitik. 4. Auflage Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2004. ISBN 3-8282-0286-1
  • Gudehus, Timm, Dynamische Märkte, Praxis, Strategien und Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft, Springer, Berlin-Heidelberg-New York, 2007, ISBN 978-3-540-72597-8 (s. S. 277ff u. Abb. 15.13)
  • Dalamagas, Basil (1998): Endogenous growth and the dynamic Laffer curve, Applied Economics Vol. 30, Nr. 1: 63-75.
  • Agell, Jonas / Persson, Mats (2001): On the analytics of the dynamic Laffer curve, Journal of Monetary Economics Vol. 48, Nr. 2, 397-414.
  • Heijman, W.J.M. / van Ophem, J. A. C. (2005), Willingness to pay tax - The Laffer curve revisited for 12 OECD countries, The Journal of Socio-Economics Vol. 34, Nr. 5, 714-723.
  • Becsi, Zsolt (2000): The Shifty Laffer Curve (PDF; 254 kB), Economic Review - Federal Reserve Bank of Atlanta Vol. 85, Nr. 3, 53-64.
  • Claessens, Stijn (1990): The Debt Laffer Curve: Some Estimates, World Development Vol. 18, Nr. 12, 1671–1677.
  • Sander, H. (1990): Die „Debt-Relief-Laffer-Kurve“, Zur Ökonomik freiwilliger Schuldenrückkäufe im Rahmen des Brady-Plans, WiSt, Sept. 1990, 463-466.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laffer-Kurve – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien