Laienapostolat

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Unter dem Begriff Apostolat versteht man das Amt der Apostel und damit auch die Sendung der Kirche. Laien erfüllen die erste und hauptsächliche Sendung der Kirche, wenn sie ganz aus und in dem Mysterium Christi leben. Dabei gibt es mehrere Sphären: die persönliche Innerlichkeit in Glauben, Liebe, Hoffnung; darüber hinaus wirkt der Christ in seiner christlichen Familie, die eine Kirche im Kleinen darstellt und sich an den öffentlichen Lebensvollzügen der Kirche beteiligt; schließlich kann sich der Laie an der Verkündigung des Glaubens, der Gottesverehrung und der Caritas im Dienst am Nächsten beteiligen. Das Apostolat umfasst alle drei Sphären.[1]

Das Wort Laienapostolat bezieht sich meist auf den Bereich der tätigen Nächstenliebe und Verkündigung.[1]

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in der Alten Kirche war Wohltätigkeit gegenüber den Armen, Kranken, den Kindern und Alten und auch an den Verstorbenen Dienste, in denen die Apostel und Gläubigen sich, einsetzten, um dem Vorbild Jesu Christi zu folgen.

In der frühen Neuzeit, angesichts der vielen Änderungen in Kirche und Gesellschaft, kam es zu neuen apostolischen Lebensformen. Ausgehend von Frankreich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, gründeten Vinzenz von Paul und Luise von Marillac die Lazaristen und Vinzentinerinnen. Mit der Entwicklung und institutioneller Festigung der karitativen Institutionen wie Spitäler und Schulen trat das Bewusstsein des Apostolatsauftrages aller Christen in den Hintergrund. Laien engagierten sich zwar durch ihre Mitgliedschaft in Bruderschaften und Zünften am karitativen und apostolischen Wirken der Kirche, doch ging unter ihnen der freiwillige Einsatz stetig zurück.

Im 19. Jahrhundert wurde der apostolische Einsatz unter Laien noch mehr verbreitet; nun war es nicht mehr notwendig, Gelübde abzulegen, sondern alle Christen sollten ihre Berufung zum Apostolat entdecken. Vinzenz Pallotti unterschied wischen verschiedenen Formen des Apostolates: Ausbreitung des Glaubens, Erneuerung des Glaubens, Werke der Liebe. Seine Vereinigung, die Pallottiner, in der er alle Menschen verantwortlich in das Apostolat einbeziehen wollte, nannte er „katholisches Apostolat“ im Sinne eines allgemeinen, allumfassenden Apostolates. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand das katholische Verbandswesen, das den gesamtkirchlichen und gesellschaftlichen Auftrag seiner Mitglieder ins Blickfeld rückte.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert rief Leo XIII. die Katholische Aktion ins Leben, mit der eine weltweite Organisation des Laienapostolates angestrebt wurde.[2] In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Legion Mariens als Bewegung des Laienapostolats in der katholischen Kirche gegründet.

Das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Laienapostolat, Apostolicam actuositatem, würdigt die große Bedeutung der Laien am Sendungsauftrag der Kirche. Das Laienapostolat ist Ausdruck des allgemeinen Priestertums der Gläubigen. Das Konzil bestätigte somit eine Entwicklung, die zu der Zeit bereits stark herangewachsen war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Bertram: Laienapostolat – ein "königliches Priestertum". 1. Petr. 2,9, Breslau 1921, Schlesische Volkszeitung.
  • Franz Courth (Hrsg.): Lexikon des Apostolates. Stichworte verantworteten Glaubens, Lahn-Verlag, Limburg, 1995, ISBN 3-7840-2020-8.
  • Sabine Demel: Zur Verantwortung berufen. Nagelproben des Laienapostolats, Freiburg im Breisgau 2009.
  • H. Heimerl: Kirche, Klerus, Laien. Unterscheidungen und Beziehungen, Wien 1961.
  • Adolf Exeler: Laienapostolat und Glaubensverkündigung, Freiburg i. Br. 1962, Seelsorge-Verlag.
  • Christoph Michael Haufe: Laienapostolat nach dem zweiten Vatikanischen Konzil. In: Lutherische Monatshefte 6 (1967), S. 117–121.
  • Päpstlicher Rat für die Laien: Zur bischöflichen Verantwortung für das Laienapostolat. Europäischer Kongress 1981 in Wien.
  • Wilhelm Wiesen: Das Laienapostolat. Ein Leitfaden in Frage u. Antwort, Freiburg Br. 1936, Freie Vereinigung für Seelsorgehilfe.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Yves Congar, Laie. In: Heinrich Fries (Hrsg.), Handbuch theologischer Grundbegriffe (München 1962), Band 2, S. 7–25, hier S. 20–21.
  2. Heinrich Hamm: Laienapostolat. In: Lexikon des Apostolates. Stichworte verantworteten Glaubens, Franz Courth (Hrsg.), Lahn-Verlag, Limburg, 1995, ISBN 3-7840-2020-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]