Laisa

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Laisa
Koordinaten: 50° 59′ 44″ N, 8° 37′ 48″ O
Höhe: 369 m ü. NHN
Fläche: 7,63 km²[1]
Einwohner: 556 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 35088
Vorwahl: 06452

Laisa ist ein Stadtteil von Battenberg (Eder) im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in Nordhessen im Ederbergland an der B 253.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde erstmals 778 im Zusammenhang mit einer Schlacht zwischen den Franken und Sachsen erwähnt. Das fränkische Heer soll sich einer Sage nach einen Tagesmarsch weit entfernt südlich bei Bottenhorn auf den Bottenhorner Hochflächen versammelt haben, bevor es auf der Heerstraße (Altstraße auf der Perf/Dautphe-Wasserscheide verlaufend) zur Schlacht zog. Diese Schlacht fand in unmittelbarer Nähe zu Laisa statt.

Weitere Zeugnisse sind für das Jahr 1226 bekannt, als sich das Dorf im Besitz der Grafen von Battenberg befand. 1291 erfolgte der Besitzwechsel zum Bistum Mainz. Im Jahr 1296 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1464 kam Laisa an Hessen. Das Großherzogtum Hessen wurde 1624 neuer Besitzer des Ortes. 1838 wurde hier eine erste Eisenerzgrube eröffnet. Sie blieb bis 1880 in Betrieb. 1866 wurde Laisa preußisch. 1868 vernichtete ein Brand nahezu das komplette Dorf.[3] 1921 erhielt es eine Stromversorgung. 1926 wurde eine Wasserleitung gebaut. 1932 wurde der Ort dem Amt Battenberg zugeschlagen.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Laisa am 1. Februar 1971 ein Stadtteil von Battenberg.[4]

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Laisa unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • in loco qui dicitur Lihesi (778)
  • in Lichisin, (802/17) (XII, Codex Eberhardi I S. 240.)
  • in Liêse (831/50), (XII, Codex Eberhardi I S. 245.)
  • Leisa (19./Anfang 20. Jahrhundert)

Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche, Ansicht und Turmkreuz (vor 1910)

Ferdinand Luthmer schrieb über die Dorfkirche:

„Die Dorfkirche von Leisa, 12 km nordöstlich von Biedenkopf, 2,5 km südlich von Battenberg, dürfte ihre Entstehungszeit an einen 1296 erteilten Ablass knüpfen, wenn auch die primitiven Formen des Schiffs keine genauere Bestimmung zulassen. Der Chor ist laut Inschrift 1723 erbaut. Das Langhaus ist durch zwei sehr nahe an die Seitenwände gerückte Rundpfeiler mit schlichtem Schmiegengesims in drei gleichhohe Schiffe geteilt, mit rippenlosen, roh gemauerten Gewölben, deren Gräte im Scheitel kuppelartig zusammenlaufen. Von den ursprünglichen kleinen Rundbogenfenstern ist nur in der Nordwand eins erhalten. Nach Westen schliesst sich an das Langhaus ein flachgedeckter schmaler Raum, der in der Westwand drei Schiesscharten hat. Der Chorbogen ist spitzbogig und ungegliedert. Über ihm ein viereckiger, beschieferter Dachreiter mit ins Achteck übergeführtem Helm; auf dem First des Chordachs eine eiserne Spitze mit sogenanntem Wiederkreuz, Herz und Sonne.“

Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Ober-Westerwald und Westerburg Keller, Frankfurt am Main 1910, S. 46f[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laisa – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Laisa, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 30. Juli 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Battenberg, abgerufen im April 2016.
  3. Brand zu Laisa. In: Starkenburger Provinzial-Anzeiger – Dieburger Kreisblatt, Nr. 66/1868.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 29 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  5. Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Wiesbaden. Hrsg.: Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden. IV. Band: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Ober-Westerwald und Westerburg. Kommissionsverlag von Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1910, S. 46 f. (Online).