Lake Hāwea

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Lake Hāwea
Lake Hawea, New Zealand.jpg
Lake Hāwea
Geographische Lage Otago, Südinsel, Neuseeland
Zuflüsse Hunter River, Dingle Burn, Timaru River
Abfluss Hāwea River
Inseln Silver Island
Orte am Ufer Lake Hāwea
Daten
Koordinaten 44° 30′ S, 169° 17′ OKoordinaten: 44° 30′ S, 169° 17′ O
Lake Hāwea (Neuseeland)
Lake Hāwea
Höhe über Meeresspiegel 348 m[1]
Fläche 141 km²[1]
Länge 35 km[1]
Breite 5,6 km[2]
Umfang 102 km[2]
Maximale Tiefe 392 m[1]
Einzugsgebiet 1394 km²[1]

Der Lake Hāwea ist ein ehemaliger Gletschersee auf der Südinsel von Neuseeland. Der See befindet sich in der Region Otago und wird heute zur Stromgewinnung genutzt.[3]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See wurde nach Kāti Hāwea benannt, einem der frühesten Iwi, die vor den südlichen Wanderungen von Kāti Māmoe und Kāi Tahu die Südinsel (Te Waipounamu) Neuseelands bewohnten.[4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lake Hāwea befindet sich in der Queenstown-Lakes Region von Otago, rund 66 km nordöstlich von Queenstown entfernt und rund 170 km nordwestlich von Dunedin, dem Verwaltungssitz der Region von Otago.[5] Der 141 km² große See[1] liegt mit seinem westlichen Nebenarm rund 1,8 km östlich des Lake Wanaka, eingebettet von bis zu knapp über 2000 m hohen Bergen.[5] Mit der aktuell maximal möglichen Seehöhe von 348 m liegt der See mit seinem höchsten Wasserspiegel 71 m über dem seines Nachbarn, dem Lake Wanaka, weist aber zugleich mit einer Tiefe von 392 m unter dem Meeresspiegel eine um 81 m größere Seetiefe auf.[1] Der Lake Hāwea erstreckt sich über eine Länge von rund 35 km in Nord-Süd-Richtung und misst an seiner breitesten Stelle rund 5,6 km.[2]

Am südlichen Ende des Sees, dort wo der Hāwea River den natürlichen Abfluss des Sees ermöglicht, befindet sich die kleine Ortschaft Lake Hāwea. An der Ortschaft westlich vorbei führt auch der New Zealand State Highway 6, der von Norden vom Lake Wanaka kommend, über den keinen Pass The Neck zum Nebenarm des Lake Hāwea führt und am Westufer des südlichen Teils des Sees nach Süden verläuft, um südsüdwestlich vom Ort Lake Hāwea über Albert Town in Richtung Queenstown zu verlaufen.[5]

Die wichtigsten Zuflüsse des Sees sind der Hunter River von Norden kommend und die beiden Flüsse Dingle Burn und Timaru River, die ihre Wässer von Osten her zutragen.[5] Das gesamte Wassereinzugsgebiet des Sees, das auch viele kleinere Streams miteinschließt umfasst eine Fläche von 1394 km².[1]

Silver Island ist die einzige Insel im See und befindet sich an der Ostseite des mittleren Abschnitts des Sees.[5]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See entstand vor rund 10.000 Jahren[1] in einer nacheiszeitlichen Senke, die nach Süden hin durch eine Endmoräne aufgestaut wurde.[6] Das urbane Gebiet südlich des Sees ist auf Gletscherablagerungen angelegt, die ungefähr 23.000 Jahre alt sind.[7] Unter dem südlichen Teil des Sees befinden sich zwei aktive Verwerfungen, die Cardrona Fault und die Grandview Fault, die con Südsüdwesten und Südsüdosten kommend, unter dem südöstlichen Teil des Sees zusammenlaufen.[8]

Staudamm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Wasser des Sees für die Stromerzeugung nutzen zu können, wurde in den Jahren von 1955 bis 1958 der Staudamm des Sees errichtet.[6] Doch bis heute wird an dem Staudamm direkt kein Strom erzeugt[9], sondern das aufgestaute Wasser über den Hāwea River dem Clutha River zugeführt, das dann später zusammen mit anderen Wässern in der Clyde Power Station 60 km weiter südlich am Clyde Dam zur Stromerzeugung genutzt wird.

Freizeitnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend ist ein beliebtes Urlaubsziel, in der der See selbst für die verschiedensten Arten von Wassersport geeignet ist. Der fischreiche See lädt auch zum Angeln von Forellen und Lachsen ein. Die nähere Umgebung stellt ein Zentrum des Abenteuertourismus dar. Im Sommer werden die Wasserflächen besonders oft von Jet Ski-Fahrern genutzt, während im Winter die benachbarten Gebirgszüge zum Ski fahren einladen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Clayton, A. Schwarz, B. Coffey: Notes on the submerged vegetation of Lake Hawea. In: New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research. Vol. 20, 1986, S. 185–189 (englisch, Online [PDF; 459 kB; abgerufen am 15. Dezember 2020]).
  • Electricity Commission – Opus International Consultants Limited (Hrsg.): Lake Level History. Februar 2009, 3.5 Lake Hawea (englisch, Online [PDF; 2,4 MB; abgerufen am 15. Dezember 2020]).
  • Ben Mackey, Michael Goldsmith (Review): Seismic Hazard in Queenstown Lakes District. Hrsg.: Otago Regional Council. Dunedin August 2015 (englisch, Online [PDF; 18,5 MB; abgerufen am 16. Dezember 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lake Hawea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lake Hawea. In: LAWA. Land Air Water Aotearoa, abgerufen am 15. Dezember 2020 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Lake Hawea. In: LAWA. Land Air Water Aotearoa, abgerufen am 15. Dezember 2020 (englisch).
  2. a b c Koordinaten und Längenbestimmungen wurden mittels Google Earth Pro Version 7.3.3.7786 am 15. Dezember 2020 vorgenommen
  3. Topo maps. Land Information New Zealand, abgerufen am 15. Dezember 2020 (englisch).
  4. Hāwea. Kā Huru Manu, abgerufen am 16. Dezember 2020 (englisch).
  5. a b c d e Lake Hawea, Otago. In: NZ Topo Map. Gavin Harriss, abgerufen am 15. Dezember 2020 (englisch).
  6. a b Lake Level History. 2009, 3.5 Lake Hawea, S. 24.
  7. Mackey: Seismic Hazard in Queenstown Lakes District. 2015, S. 16.
  8. Mackey: Seismic Hazard in Queenstown Lakes District. 2015, S. 27.
  9. Clutha Catchment Overview. (PDF 1,8 MB) In: Contact Energy. Ministry for the Environment, abgerufen am 15. Dezember 2020 (englisch).